Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - Jänner 2026
Talsohle bei Arbeitslosigkeit noch nicht erreicht
Ende Jänner 2026 sind 58.908 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 3.582 oder 6,5% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Inklusive Schulungsteilnehmer_innen befanden sich 69.073 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+6,1% gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich liegt Ende Jänner bei 638.000 Personen. Davon waren 292.000 Frauen (+0,2%) und 346.000 Männer (-0,4%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet ein leicht rückläufiges Niveau (-0,1%).Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei 8,5% und damit 0,5%-Pkt. über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 8,8% (+0,3%-Pkt.).
„Auch zu Jahresbeginn 2026 steigt die Arbeitslosigkeit bedauerlicherweise weiter. Mit rund 58.908 arbeitslos vorgemerkten Personen bedeutet das ein Plus von 6,5% im Vergleich zum Vorjahr – und damit liegt NÖ über dem österreichweiten Durchschnitt von +3,8%. Frauen sind mit einem Plus von 8,4% von steigender Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer (+5,3%). Die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalter sorgt für ein steigendes Arbeitskräftepotenzial. Wir können dies einerseits an gestiegener Beschäftigung bei Frauen feststellen, aber auch in den Arbeitslosenzahlen ablesen. Frauen sind am Arbeitsmarkt gegenüber Männern weiter benachteiligt. Solange dies der Fall ist, ist die Mehrheit unserer finanziellen Fördermittel für Frauen reserviert.“
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern
Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+8,4% bzw. +1.800) als auch bei Männern (+5,3% bzw. +1.782) zugenommen.
Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+6,9% bzw. +1.314) wie Personen im Haupterwerbsalter (+5,7% bzw. +1.743). Am stärksten fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre mit einem Plus von 9,0% (auf 6.328 Personen) aus.
Nach Branchen steigt in der Warenherstellung (+10,6% bzw. +569), in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+10,1% bzw. +199), im Gesundheits- und Sozialwesen (+9,5% bzw. +135) und im Bau (+8,9% bzw. +817) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die Arbeitslosigkeit im Handel (+4,6% bzw. +419), in der Beherbergung/Gastronomie (+3,4% bzw. +148) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (+3,3% bzw. +270) weniger stark als im Durchschnitt von NÖ.
„Der niederösterreichische Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin sehr dynamisch: Die Zahl der offenen Arbeitsplätze bleibt auf einem konstant hohen Niveau und liegt auch im Vergleich zu 2019 – also vor der Pandemie – weiterhin um 2,6 % darüber.
Besonders erfreulich ist, dass es trotz der derzeit angespannten Konjunktur gelungen ist, im vergangenen Jahr mehr beim AMS gemeldete Stellen erfolgreich zu besetzen als noch 2024 (+0,6 % bzw. 466 Stellen). Das macht Mut und zeigt, dass sich für viele Menschen weiterhin neue berufliche Wege eröffnen. Damit diese Möglichkeiten bestmöglich genutzt werden können, setzt das Land Niederösterreich auf ein starkes Angebot an Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen. So werden Beschäftigte gezielt unterstützt, neue berufliche Wege einzuschlagen, ihre Fähigkeiten auszubauen und ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig zu verbessern.“
Arbeitsmarkt-Landesrat, Susanne Rosenkranz
Aktuell sind 10.599 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um 17,5% weniger als im Jänner des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 892 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 19,4% gegenüber dem Vorjahr.
Beinahe in allen Branchen geht die Anzahl der offenen Stellen zurück. Beispielsweise sind starke Rückgänge im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (-23,4% bzw. -741), Verkehr/Lagerei (-22,8% bzw. -133) sowie in der öffentlichen Verwaltung (-21,5% bzw. -153) zu beobachten.
Rückfragehinweis für die Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr; 0664/83 50 517
Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. Februar 2026