Fast alle Teilnehmer_innen stehen im Berufsleben: Pilotausbildung für Ukrainer_innen in der Heimhilfe wird fortgesetzt
Das Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ hat 2025 eine neue Ausbildungsinitiative im Bereich der Pflege gestartet: Heimhelfer_innen-Ausbildung für Vertriebene aus der Ukraine. Das Besondere daran: Spracherwerb wird mit dem fachlichen Lernen durch Teamteaching & Teamcoaching miteinander verbunden. Die Kombination aus deutsch-Lernen und beruflicher Qualifikation erwies sich als äußerst erfolgreich: 22 Personen, 21 Frauen und ein Mann, nahmen an diesem AMS-Projekt teil. 19 von ihnen stehen heute im Berufsleben. Anfang Jänner hat der nächste Kurs für ukrainische Vertriebene gestartet.
AMS NÖ Landesgeschäftsführerin Sandra Kern: „Arbeit ist der beste Sprachkurs! Das ist der Leitgedanke für das neue Kursdesign, das 86% der Teilnehmer_innen zum erfolgreichen beruflichen Einstieg geführt und nachgefragte Pflegekräfte gebracht hat. Anfang Jänner hat ein weiterer Kurs mit 24 Vertriebenen aus der Ukraine gestartet. Wir verbinden zwei Seiten zu einem Ganzen: Die starkeNachfrage nach Personal im Pflegebereich mit dem Anliegen geflüchteter Menschen aus der Ukraine, hier zu arbeiten und etwas beizutragen.“
Am 7. Jänner startete der neue Lehrgang zur Ausbildung von Heimhelfer_innen aus der Ukraine. Bei der Durchführung des Kurses arbeitet das AMS NÖ mit dem Verein Tralalobe zusammen. Für die fachlich kompetente Ausbildung in der Pflege sorgt die Sozialberufeakademie Wienerwald. 24 Vertriebene nutzen derzeit das AMS-Angebot. Die Eckdaten:
Das Kursangebot richtet sich an:
· Jobsuchende aus UKR mit Vertriebenenstatus & Interesse am Pflegeberuf
· Mind. 18 Jahre alt
· Deutschkenntnisse mit dem Niveau A2
Aktueller Stand:
·23 der 24 Teilnehmernehmenden sind Frauen.
·Der Kurs dauert 18 Wochen (bis Anfang Mai).
·Die Kosten (75.000,- €) werden zur Gänze vom AMS NÖ getragen.
Die Nachfrage nach Pflegekräften in NÖ steigt und reißt nicht ab!
Von 2021 bis 2025 ist das Stellenangebot in Niederösterreich
·für diplomiertes Pflegepersonal um 50,3% (auf 396 Stellen) gestiegen und
·bei nicht-diplomierten Personal um 46,8% (auf 575 freie Stellen).
·Der Bedarf an Heimhelfer_innen nimmt zu: Kamen 2021 noch 1,7 Jobsuchende aus diesem Bereich auf eine freie Stelle, so sind es 2025 nur noch 1,2.
· Aktuell (Ende Dez. 2025) gibt es beim AMS NÖ 136 freie Stellen für Heimhelfer_innen. Ihnen stehen 187 Jobsuchende aus diesem Bereich gegenüber. Viele von ihnen (47%) haben gesundheitliche Probleme und können nicht ohne weiteres in den Beruf zurückkehren.
AMS als Motor in der Ausbildung: 1.350 geförderte Jobsuchende in der Pflege in NÖ
Das Engagement des AMS bei der Förderung von Pflegeausbildungen – von der Heimhilfe bis zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege – ist groß!
Sandra Kern: „Beschäftigungsprognosen zeigen, dass allein im Gesundheits- und Sozialwesen die Zahl der Beschäftigten in Niederösterreich bis 2030 um rund 9.100 Personen zunehmen wird. Daher werden wir Ausbildungsangebote in diesem Bereich auf allen Ebenen forcieren!“
Trotz schwacher Konjunktur: Mehr Arbeitsaufnahmen und Beschäftigte aus UKR
Sandra Kern: „Aus der Ukraine geflüchtete Personen stehen vor großen Herausforderungen: Zuerst gilt es Deutsch zu lernen. Die Anerkennung von beruflichen Kenntnissen und Diplomen aus der Heimat dauert lange. Der nächste mögliche Arbeitsplatz liegt selten ums Eck, und viele der Betroffenen sind Frauen, die mit Kindern gekommen sind und nun Berufstätigkeit und Familie unter einen Hut bringen müssen. Ihr Wunsch auf eigenen Beinen zu stehen, ist groß! Wir sehen trotz schwieriger Arbeitsmarktlage gute Erfolge: Die Zahl der Arbeitsaufnahmen aus der AMS NÖ-Betreuung ist 2025 um knapp 40% gestiegen und die der unselbständig Beschäftigten um 30%.“
Rückfragehinweis für die Redaktion: AMS NÖ, Martina Fischlmayr: 050904 300-120; 0664/83 50517
Diese Seite wurde aktualisiert am: 04. Februar 2026