Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - April 2026
Niedriges Wirtschaftswachstum sorgt für steigende Arbeitslosigkeit
Ende April 2026 sind 45.679 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 2.335 oder 5,4% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (österreichweit: +2,7%). Inklusive Schulungsteilnehmer_innen befanden sich 56.301 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+4,8% gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich liegt Ende April bei 658.000 Personen. Davon waren 296.000 Frauen (+0,4%) und 362.000 Männer (-0,2%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein stagnierendes Niveau.
Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei 6,5% und damit 0,3%-Pkt. über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 7,5% (+0,1%-Pkt.).
"Österreichs Wirtschaft erholt sich langsamer als erwartet. Wirtschaftsforscher_innen rechnen laut rezenter Prognose mit einem BIP-Wachstum für das heurige Jahr von 0,5% bis 0,9%. Statt dem erhofften Rückgang der Arbeitslosigkeit für Niederösterreich wird die Zahl der Jobsuchenden 2026 voraussichtlich mit Plus 3% weiter steigen. Gleichzeitig sorgt die einsetzende Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation für eine dynamische Arbeitskräftenachfrage. Um den Aufbau von Langzeitarbeitslosigkeit zu bremsen und den zukünftigen Arbeitskräftebedarf zu begegnen, setzt das AMS auf intensive Vermittlung und Fachkräftequalifizierung."
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern
Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+8,6% bzw. +1.705) als auch bei Männern (+2,7% bzw. +630) zugenommen.
Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+5,9% bzw. +944) wie Personen im Haupterwerbsalter (+5,2% bzw. +1.209). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre fällt mit einem Plus von 4,3% (auf 4.461 Personen) niedriger als in den beiden anderen Altersgruppen aus.
Nach Branchen steigt im Bereich Erziehung und Unterricht (+18,0% bzw. +142), Gesundheits- und Sozialwesen (exkl. "sonstiges Sozialwesen" / ÖNACE R 8899) (+14,5% bzw. +191), wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+8,5% bzw. +153) und in der Warenherstellung (+7,7% bzw. +362) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die Arbeitslosigkeit im Verkehr/Lagerei (+3,0% bzw. +61) bzw. in der Beherbergung/Gastronomie (+0,9% bzw. +36) weniger stark als im Durchschnitt von NÖ. Im Bauwesen (-2,4% bzw. -82) geht die Arbeitslosigkeit zurück.
"Bildung und kontinuierliche Weiterentwicklung sind die Grundlage für stabile Beschäftigung und wirtschaftliche Selbstständigkeit. Darum investiert Niederösterreich gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Qualifizierungsmaßnahmen und damit in die Zukunft unserer Arbeitnehmer. Zahlreiche offene Stellen konnten bereits erfolgreich besetzt werden, dennoch bleibt der Personalbedarf in vielen Betrieben aufrecht. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Qualifikationen zu erweitern, neue berufliche Wege einzuschlagen und sich dauerhaft im Erwerbsleben zu verankern."
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz
Aktuell sind 11.676 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um 16,0% weniger als im April des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 972 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 13,3% gegenüber dem Vorjahr.
Beinahe in allen Branchen geht die Anzahl der offenen Stellen zurück. Beispielsweise sind starke Rückgänge im Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (-35,5% bzw. -169), Handel (-22,5% bzw. -601) sowie öffentliche Verwaltung (-19,9% bzw. -164) zu beobachten.
Rückfragehinweis für die Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr; 0664/83 50 517
Diese Seite wurde aktualisiert am: 04. Mai 2026