Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - Juni 2026
Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Ende Juni 2026 sind 44.284 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 1.941 oder 4,6% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (österreichweit: +2,4%). Inklusive Schulungsteilnehmer_innen befanden sich 54.231 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+4,8% gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich liegt Ende Juni bei 663.000 Personen. Davon waren 298.000 Frauen (+0,0%) und 365.000 Männer (-0,5%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau (-0,3%).
Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei 6,3% und damit 0,3%-Pkt. über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 6,9% (+0,1%-Pkt.).
"Laut jüngsten Wirtschaftsprognosen soll das österreichische Bruttoinlandsprodukt im heurigen sowie im kommenden Jahr mit jeweils rund 1% wachsen – jedoch bestehe weiter hohe Unsicherheit. Mit zeitlichem Abstand dürfte sich das Wirtschaftswachstum auch tendenziell positiv am Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Aktuell, sprich per Ende Juni 2026, ist die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich gegenüber dem Vorjahr um 4,6% gestiegen. Gleichzeitig konnten seit Jahresbeginn bereits 44.580 Jobsuchende aus Niederösterreich wieder ins Berufsleben starten sowie 38.522 gemeldete Stellen mit einer geeigneten Arbeitskraft besetzt werden. Wir haben in diesem Jahr bereits 335.000 Stellenvorschläge an Arbeitsuchende ausgegeben. Unser Ziel bleibt klar: Für möglichst viele Arbeitsuchende rasch das passende Angebot – Job, Qualifizierung oder individuelle Unterstützung."
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern
Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+7,3% bzw. +1.477) als auch bei Männern (+2,1% bzw. +464) zugenommen.
Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+5,1% bzw. +805) wie Personen im Haupterwerbsalter (+5,3% bzw. +1.201). Bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre ist ein Minus von -1,6% (auf 4.075 Personen) zu beobachten.
Nach Branchen steigt im Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+11,5% bzw. +204), Gesundheits- und Sozialwesen (exkl. "sonstiges Sozialwesen" / ÖNACE R 8899) (+10,3% bzw. +148), in der öffentlichen Verwaltung (+6,8% bzw. +141) und Herstellung von Waren (+5,2% bzw. +244) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die Arbeitslosigkeit im Bau (+3,3% bzw. +94) und Verkehr/Lagerei (+2,0% bzw. +41) weniger stark als im Durchschnitt von NÖ. In den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (-0,0% bzw. -3) bleibt die Arbeitslosigkeit auf demselben Niveau.
Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Gesundheits- und Sozialwesen geht mit einem starken Wachstum der unselbständigen Beschäftigung einher. Der Hauptgrund für Arbeitslosigkeit sind kurze Arbeitslosigkeitsperioden bei Jobwechsel.
"Unsere Wirtschaft braucht dringend notwendige Reformen, damit ein Aufschwung wieder möglich ist. Nur so können Arbeitsplätze geschaffen werden und Menschen genug Beschäftigung finden. Erst wenn unsere Betriebe wieder Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven haben, Investitionen tätigen und die Produktion wieder anläuft, können gezielte Qualifizierungsmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten. Unser Ziel ist klar: Die Menschen sollen nicht in der Arbeitslosigkeit verwaltet, sondern so rasch wie möglich wieder in eine dauerhafte Beschäftigung gebracht werden. Darum setzt das Land weiterhin auf solide Ausbildung und Qualifizierung."
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz
Aktuell sind 12.604 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um 13,6% weniger als im Juni des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 908 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 11,9% gegenüber dem Vorjahr.
Beinahe in allen Branchen geht die Anzahl der offenen Stellen zurück. Beispielsweise sind starke Rückgänge im Bereich öffentliche Verwaltung (-32,4% bzw. -253), Beherbergung/Gastronomie (-25,1% bzw. -286) und Verkehr/Lagerei (-20,8% bzw. -232) zu beobachten. Ein Anstieg zeigt sich in der Branche der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+4,7% bzw. +145).
Rückfragehinweis für die Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Siegfried Hirsch; 0664/96 60 203
Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. Juli 2026