Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - September 2026

Arbeitslosigkeit steigt in NÖ am stärksten


  • Veröffentlicht 01.10.2026
  • Bundesland Niederösterreich

Ende September 2026 waren 46.163 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 3.289 oder 7,7% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (österreichweit: +2,5%). Inklusive Schulungsteilnehmer_innen befanden sich 56.613 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+6,8% gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich lag Ende September bei 664.000 Personen. Davon waren 298.000 Frauen (+0,1%) und 366.000 Männer (-0,3%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau (-0,2%).
Die Arbeitslosenquote lag in Niederösterreich bei 6,5% und damit 0,4%-Pkt. über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit betrug die Arbeitslosenquote 7,1% (+0,1%-Pkt.).

"Trotz der österreichweiten wirtschaftlichen Erholung und den positiven konjunkturellen Vorlaufindikatoren im 2. Quartal 2026 (WIFO-Konjunkturbericht September 2026) steigt die Arbeitslosigkeit – insbesondere in Niederösterreich – weiter kräftig an.
Wir sehen in Niederösterreich aktuell einen Nachholeffekt, nachdem wir im letzten Jahr lange sehr robust durch die Wachstumsschwäche gekommen sind. Gleichzeitig suchen Unternehmen nach geeigneten Arbeitskräften. Bis Ende September wurden mit 59.996 mehr freie Stellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt als im selben Vergleichszeitraum des Vorjahres (+0,5%). Häufig passen Angebot und Nachfrage nicht auf Anhieb zusammen. Neben unterschiedlichen regionalen Verfügbarkeiten erschweren fehlende Qualifikationen das Matching. Aus diesem Grund setzen wir auf gezielte Qualifizierung, um arbeitsuchende Menschen und Betriebe besser zusammenzubringen. 18.993 Jobsuchende haben in diesem Jahr bisher eine Schulung mit dem AMS gestartet."
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern

Die Zahl der arbeitslosen Personen stieg sowohl bei Frauen (+11,3% bzw. +2.285) als auch bei Männern (+4,4% bzw. +1.004).
Ältere Personen ab 50 Jahre wiesen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+9,5% bzw. +1.462) wie Personen im Haupterwerbsalter (+7,2% bzw. +1.642). Bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre war ein Anstieg um 3,9% (auf 4.887 Personen) zu beobachten.
Nach Branchen stieg im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (exkl. "sonstiges Sozialwesen" / ÖNACE R 8899) (+11,7% bzw. +178), in der öffentlichen Verwaltung (+9,0% bzw. +198) und im Handel (+8,5% bzw. +690) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich Herstellung von Waren (+5,6% bzw. +270), Bauwesen (+4,2% bzw. +121) sowie Beherbergung/Gastronomie (+3,8% bzw. +131) geringer aus als im niederösterreichischen Durchschnitt.

"Niederösterreich ist ein Flächenland. Es ist daher nur logisch, dass nicht jede Ausbildung und nicht jeder Arbeitsplatz überall gleichermaßen verfügbar sein kann. Umso wichtiger ist es, Menschen gezielt für jene Bereiche zu qualifizieren, in denen Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen. Genau hier setzen wir mit unseren Maßnahmen an, etwa mit der NÖ Bildungsförderung oder anderen Qualifizierungsmaßnahmen, die wir gemeinsam mit dem AMS Niederösterreich finanzieren. Unser Ziel ist es, Qualifikation und tatsächlichen Bedarf am Arbeitsmarkt bestmöglich zusammenzubringen."
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz

Ende September waren 12.666 freie Stellen beim AMS NÖ gemeldet. Das waren um 3,4% weniger als im September des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigte sich mit insgesamt 915 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 2,3% gegenüber dem Vorjahr.
In nahezu allen Branchen ging die Anzahl der offenen Stellen zurück. Besonders starke Rückgänge waren beispielsweise im Bereich Verkehr/Lagerei (-28,9% bzw. -191), Gesundheits- und Sozialwesen (-18,4% bzw. -237) und Beherbergung/Gastronomie (-13,9% bzw. -136) zu beobachten. Ein deutliches Plus zeigte sich Ende September bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (+25,8% bzw. +748).

 

Rückfragehinweis für Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr; 0664/83 50 517

Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. Oktober 2026