Aktuelles vom niederösterreichischen Arbeitsmarkt - Oktober 2026
Arbeitsmarktlage für langzeitarbeitslose Personen sowie für Frauen besonders schwierig
Ende Oktober 2026 waren 46.507 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 2.816 oder 6,4% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (österreichweit: +1,3%). Inklusive Schulungsteilnehmer_innen befanden sich 56.859 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+5,2% gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich lag Ende Oktober bei 662.000 Personen. Davon waren 298.000 Frauen (+0,4%) und 364.000 Männer (-0,5%). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau (-0,1%).Die Arbeitslosenquote lag in Niederösterreich bei 6,6% und damit 0,4%-Pkt. über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit betrug die Arbeitslosenquote 7,3% (+0,1%-Pkt.).
„Mit der anhaltend steigenden Arbeitslosigkeit baut sich auch Langzeitarbeitslosigkeit auf. Aktuell sind 8.016 beim AMS NÖ vorgemerkt. Bis August 2026 ist es uns 21 Monate in Folge gelungen, den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit unter dem bundesweiten Schnitt zu halten. Mit einem Plus von 27,1% steigt nun die Zahl der Langzeitarbeitslosen stärker als in Österreich insgesamt (+21,5%). Mit Blick auf die schwache Konjunktur sehen wir hier noch keine Trendwende. Unsere Aufgabe ist es, alles zu mobilisieren, um einen rasanten Anstieg abzuwenden. Der stärkste Hebel ist intensive Vermittlung und wirksame Förderung, vor allem dort, wo die Zahl der Betroffenen besonders groß ist. Wir beobachten, dass vor allem Personen mit gesundheitlichen Problemen lange brauchen, um am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Ihr Anteil an allen Langzeitarbeitslosen liegt bei 48%. Doch der Wiedereinstieg gelingt: 2.354 Personen, die bereits ein Jahr lang vom AMS betreut wurden, sind heuer wieder in Beschäftigung gekommen. 533 von ihnen hatten gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen.“
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern
Die Zahl der arbeitslosen Personen stieg sowohl bei Frauen (+9,6% bzw. +1.963) als auch bei Männern (+3,7% bzw. +853).
Ältere Personen ab 50 Jahre wiesen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit (+8,4% bzw. +1.326) wie Personen im Haupterwerbsalter (+5,5% bzw. +1.285). Bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre war ein Anstieg um 4,4% (auf 4.886 Personen) zu beobachten.
Nach Branchen stieg im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (i) (+17,0% bzw. +247), in der öffentlichen Verwaltung (+14,2% bzw. +304) und im Handel (+8,4% bzw. +683) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich Herstellung von Waren (+5,5% bzw. +266), Bauwesen (+3,0% bzw. +89) sowie Beherbergung/Gastronomie (+2,7% bzw. +104) geringer aus als im niederösterreichischen Durchschnitt.
„Entscheidend ist, Arbeitslosigkeit möglichst rasch zu beenden, damit Langzeitarbeitslosigkeit gar nicht erst entsteht. Dafür braucht es vor allem gezielte Qualifizierung und Weiterbildung, damit Menschen langfristig am Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Dort, wo sich Arbeitslosigkeit dennoch verfestigt, setzen wir in Niederösterreich gemeinsam mit dem AMS NÖ gezielte Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, um Betroffene wieder nachhaltig in Arbeit zu bringen.“
Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz
Ende Oktober waren 11.875 freie Stellen beim AMS NÖ gemeldet. Das waren um 5,4% weniger als im Oktober des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigte sich mit insgesamt 1.102 offenen Lehrstellen ein Anstieg um 4,4% gegenüber dem Vorjahr.
In nahezu allen Branchen ging die Anzahl der offenen Stellen zurück. Besonders starke Rückgänge waren beispielsweise im Bereich Handel (-20,3% bzw. -512), Gesundheits- und Sozialwesen (-17,7% bzw. -221) und öffentliche Verwaltung (-17,0% bzw. -119) zu beobachten. Ein deutliches Plus zeigte sich Ende Oktober bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (+21,7% bzw. 596).
(i) ohne sonstiges Sozialwesen (ÖNACE R 8899); der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Gesundheits- und Sozialwesen geht mit einem starken Wachstum der unselbstständigen Beschäftigung einher. Der Hauptgrund für Arbeitslosigkeit sind kurze Arbeitslosigkeitsperioden bei Jobwechsel.
Rückfragehinweis für Redaktionen: AMS NÖ, Mag. Martina Fischlmayr; 0664/83 50 517
Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. November 2026