Lehrstellenchallenge rückt Lehre in den Fokus

Im April vor einem Jahr war die Arbeitslosigkeit in Salzburg auf dem Höchststand. Seither ist sie um mehr als ein Drittel gesunken, liegt aber immer noch um ein Viertel höher als vor der Krise. Mit der Social-Media-Kampagne #AMSSalzburgLehrstellenchallenge will das AMS jetzt Jugendliche für Lehrberufe begeistern.


  • Veröffentlicht 03.05.2021
  • Bundesland Salzburg

Zum Stichtag Ende April waren im Bundesland Salzburg 18.540 Personen arbeitslos. Das ist im Vorjahresvergleich ein deutlicher Rückgang um 37,9 Prozent bzw. um 11.293 Vorgemerkte. „Wir vergleichen hier allerdings mit dem Monat, in dem der Corona-bedingte Lockdown einen Rekordwert bei der Arbeitslosigkeit verursacht hatte. Nahezu 30.000 Menschen waren im vorjährigen April ohne Arbeit. Vor der Pandemie, im April 2019, war die Arbeitslosigkeit dagegen um gut 25 Prozent niedriger“, relativiert Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, das auf den ersten Blick gute Ergebnis. 

Schulungsteilnahmen eingerechnet, waren 21.730 Personen ohne Beschäftigung. Ein Minus von 31,0 Prozent im Vorjahresvergleich, aber ein Zuwachs von 26,0 Prozent im Vor-Corona-Vergleich.

Salzburg führt bei Corona-Joboffensive 

Die Zahl der Aus- und Weiterbildungsteilnahmen ist um 91,2 Prozent gestiegen. Damit nehmen aktuell 3.190 Personen an Qualifizierungsaktivitäten teil. „Das ist ein riesiger Erfolg für die Corona-Joboffensive“, freut sich AMS-Chefin Beyer. Die Corona-Joboffensive ermöglicht es Arbeitslosen, Umschulungen bzw. Ausbildungen in Mangel-und Zukunftsberufen zu absolvieren. „Salzburg hat es so schnell wie kein anderes Bundesland geschafft, Weiterbildungswillige in das Programm zu integrieren. Bundesweit liegt der Zuwachs bei 58,6 Prozent“; betont Beyer. 

„Damit aber nicht der unerwünschte Effekt eintritt, dass Arbeitskräfte aus gefragten Berufsfeldern wie dem Tourismus ‚wegqualifiziert‘ werden, hat das AMS Salzburg zusätzlich eine eigene Tourismus-Joboffensive gestartet, bei der Arbeitskräfte aus dem Hotel- und Gastgewerbe aus einem breiten Angebot an fachspezifischen Weiterbildungen auswählen können“, erklärt Jacqueline Beyer und kann als Erfolg vermelden, „dass die Tourismus-Joboffensive voll gegriffen hat - bei den Teilnahmen an Qualifizierungsmaßnahmen liegen Arbeitslose, die das touristische Bildungsangebot nutzen, an der Spitze.“ 

Die bevorstehenden Öffnungen ab 19. Mai stimmen AMS-Landesgeschäftsführerin Beyer optimistisch: „Ich freue mich sehr, dass nun rund 15.600 Arbeitskräfte aus dem Tourismus, die sich derzeit in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit befinden, wieder Aussicht auf eine Vollzeitbeschäftigung haben.“ 

Ebenfalls erfreulich ist der Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit. Bei den unter-25-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich mit minus 55,8 Prozent auf 1.939 Personen deutlich überproportional gesunken. Die günstige Situation zeigt sich noch besser im Vorkrisen-Vergleich zu 2019 – hier beträgt der Anstieg nur 2,1 Prozent bzw. 39 Personen.

Unter dem Schnitt der Gesamtarbeitslosigkeit rückläufig war dagegen die Altersarbeitslosigkeit ab 50 Jahre mit einem Minus von 23,9 Prozent auf 5.825 Betroffene. Im Vergleich mit April 2019 ist der Zuwachs aber mit plus 25,8 Prozent unterdurchschnittlich.

In der Bezirksstatistik sticht der Lungau heraus: Hier gab es mit minus 49,6 Prozent auf 553 Personen nicht nur den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich, sondern auch nur einen minimalen Zuwachs von 11 Personen bzw. 2,0 Prozent im Vergleich zum April 2019. Es folgen der Flachgau (-42,0% auf 2.888 Personen bzw. +29.2% gegenüber 2019), der Tennengau (-41,8% auf 1.319 Personen bzw. +15,2% ggü. 2019), der Pongau (-37,1% auf 3.499 Personen bzw. +15,7% ggü. 2019), die Stadt Salzburg (-35,6% auf 5.894 Personen bzw. +34,3% ggü. 2019) und der Pinzgau (-35,3% auf 4.387 Personen bzw. +27,3% ggü. 2019).

Bei der unselbständigen Beschäftigung wird ein leichter Zuwachs um 0,6 Prozent auf 241.000 Beschäftigte erwartet (exakte Daten liegen erst zur Monatsmitte vor). Daraus folgt eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Das ist der drittniedrigste Wert hinter Oberösterreich und der Steiermark. Bundesweit liegt die Arbeitslosenquote bei 8,7 Prozent (Werte jeweils nach nationaler Definition).

Lehrstellenvideos verbreiten sich in Social-Media-Kanälen 

Auf dem Lehrstellenmarkt haben sich gegenüber dem April des Vorjahres einige Veränderungen ergeben: Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 32,5 Prozent auf 285 gesunken, die Zahl der offenen Lehrstellen um 32,0 Prozent auf 816 sofort verfügbare, offene Lehrstellen gestiegen. Im Vergleich zum April 2019 zeigt sich jedoch so gut wie keine Bewegung: Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist genau gleichgeblieben, die der offenen Lehrstellen nur um 24 gesunken. „Das heißt aber auch, dass in Salzburg weiterhin eine erhebliche Lehrlingslücke besteht. Die Corona-bedingt lange eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten zwischen Jugendlichen, Berufsberatung und Betrieben haben dazu ihren Teil beigetragen.“, stellt Jacqueline Beyer fest. 

Neben neuen Formaten in der Berufsinformation hat das AMS Salzburg jetzt eine neue Initiative ins Leben gerufen. Unter #AmsSalzburgLehrstellenChallenge werden Unternehmen eingeladen, in Social-Media-Kanälen ihre Lehrstellen und ihren Betrieb in kurzen Videos durch ihre eigenen Lehrlinge zu präsentieren. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Zum Abschluss nominiert das Unternehmen drei weitere Betriebe, innerhalb von 72 Stunden unter diesem Hashtag mitzumachen und so fort. Auf diese Weise sollen die Videos „viral gehen“, und die Jugendlichen in deren „Wohlfühlbereich“ erreichen. Mit der lockeren Ansprache durch Lehrlinge sollen Berufe und Betriebe möglichst authentisch dargestellt und junge Menschen für die vorgestellten Berufe und Unternehmen interessiert werden. 

„Wir wollen dem Vorurteil von der ‚Generation Corona‘ etwas entgegensetzen, die tollen Lehrberufe, die wir in Salzburg haben, vor den Vorhang holen und die Jugend dafür begeistern“, so AMS-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer, zu den Motiven des AMS Salzburg, die Challenge ins Leben zu rufen und ergänzt: „Durch unsere Social-Media-Challenge werden Lehrlinge und Unternehmen im Bundesland Salzburg zu Botschafterinnen und Botschaftern ihrer Lehrberufe. So tragen wir gemeinsam zu unserem Ziel bei, Salzburg zum lehrlingsfreundlichsten Bundesland Österreichs zu machen.“ Für Betriebe sei es, so Beyer, eine einmalige Gelegenheit, eine wirklich große Reichweite bei der Lehrlingsrekrutierung zu erzielen.

Mit dem Ende der Challenge Ende Juni wird das AMS Salzburg unter den Lehrlingen, die ihre Tätigkeiten und Betriebe präsentiert haben, attraktive Preise verlosen. Als Hauptpreis winkt ein Führerschein für die berufliche Zukunft der jungen Fachkräfte.

Mit an Bord ist das Land Salzburg: „Die Lehrlinge sind die Fachkräfte unserer Zukunft. Mein besonderer Dank gilt dem AMS Salzburg für diese Initiative, welche einen wesentlichen Beitrag zu unserem gemeinsamen Ziel, Salzburg zum lehrlingsfreundlichsten Bundesland zu machen, leistet. Daher unterstützt das Land Salzburg diese tolle Aktion aus der Arbeitsmarktförderung“, betont Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.  

Kurz nach dem Start sind bei der #AMSSalzburgLehrstellenChallenge 36 Videos aus 15 Branchen zu 25 Lehrberufen online. Weitere 75 Nominierungen sind in der Pipeline. Damit werden schon jetzt mehr als eine halbe Million Menschen erreicht.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 03. Mai 2021