Arbeitsmarkt 2025 in der Stadt Salzburg: herausforderndes Jahr, vorsichtiger Optimismus für 2026

Mehr als 55.000 persönliche Kontakte im AMS Salzburg-Stadt, steigende Arbeitslosigkeit und ein deutlicher Rückgang am Stellenmarkt prägten das Arbeitsmarktjahr 2025. Der Blick auf 2026 fällt vorsichtig positiv aus.


  • Veröffentlicht 26.01.2026
  • Bundesland Salzburg

Die Stadt als wichtiges Arbeitsmarktzentrum

Die Stadt Salzburg ist das dominierende Arbeitszentrum der Region. Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze wird von Einpendler_innen besetzt. Die stärksten Beschäftigungsbereiche sind der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen, die öffentliche Verwaltung sowie die Beherbergung und Gastronomie. Im Vergleich zu stark saisongeprägten Regionen des Bundeslandes verlaufen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in der Stadt über das Jahr hinweg deutlich stabiler. Der Salzburger Zentralraum ist zudem die wirtschaftlich stärkste Region Österreichs gemessen an der Wirtschaftsleistung je Einwohner_in (Quelle: Statistik Austria, Wert 2023).

Arbeitsmarktbilanz 2025: steigende Arbeitslosigkeit

Der Arbeitsmarkt war 2025 für die Hauptstadtbewohner_innen herausfordernd. Im Laufe des Jahres waren 15.826 Personen (Anm.: eindeutiger Personenzähler) zumindest einen Tag arbeitslos – um 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten aus der Stadt Salzburg lag im Jahresdurchschnitt bei 67.207 Personen und damit leicht unter dem Vorjahreswert (-140 Personen bzw. -0,2 Prozent). Während die Zahl der beschäftigten Frauen geringfügig anstieg (+11 auf 32.989), ging jene der Männer zurück (-151 auf 34.218). 

Im Jahresdurchschnitt waren 5.039 Personen beim AMS Salzburg-Stadt arbeitslos vorgemerkt. Das sind 9,8 Prozent bzw. 451 Personen mehr als 2024. Die Arbeitslosenquote betrug 7,0 Prozent und lag damit um 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: Im Bundesland Salzburg lag die Quote bei 4,5 Prozent, österreichweit bei 7,4 Prozent. Abgesehen von den Corona-Jahren 2020 und 2021 war die Arbeitslosigkeit damit so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr.

„Das vergangene Jahr war sehr schwierig – für Arbeitsuchende wie für Unternehmen. Bis Ende 2025 waren es drei Jahre mit monatlich steigender Arbeitslosigkeit. Zwar fiel der Anstieg im letzten Quartal geringer aus, aber unterm Strich gilt: mehr ist mehr“, sagt Franz Huber, Leiter des AMS Salzburg-Stadt.

Besonders stark stieg die Zahl der arbeitslosen Frauen (+11,1 Prozent auf 2.141). Weniger stark fiel der Anstieg bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren aus (+6,2 Prozent auf 596). Die Zahl der arbeitslosen Personen ab 50 Jahren erhöhte sich um 9,5 Prozent auf 1.430.

Unterschiedliche Entwicklung in den Branchen

Die Beschäftigungsentwicklung verlief in den beschäftigungsstärksten Branchen sehr unterschiedlich. Rückgänge gab es im Handel (-105 Beschäftigte auf 10.770), in der Herstellung von Waren (-159 auf 5.486) sowie in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung (-195 auf 5.062).

Zuwächse verzeichneten hingegen das Gesundheits- und Sozialwesen (+243 auf 7.925), die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+38 auf 7.768) sowie die Beherbergung und Gastronomie (+82 auf 5.849).

Die Arbeitslosigkeit hängt stark von der Beschäftigungsdynamik einzelner Branchen ab. In Branchen mit vielen Ein- und Austritten kommt es häufiger zu Beschäftigungswechseln und damit auch zu Phasen der Arbeitslosigkeit. Sinkt dort zusätzlich die Zahl der Beschäftigten, steigt die Arbeitslosigkeit entsprechend an.

Frauenbeschäftigung und steigendes Pensionsalter

Der leichte Anstieg der Frauenbeschäftigung ist auch auf die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters zurückzuführen. Die Zahl der beschäftigten Frauen ab 60 Jahren stieg seit 2023 um fast 50 Prozent auf 1.706 Personen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der arbeitslosen Frauen ab 60 in diesem Zeitraum auf 83 verdreifacht.

Einbruch am Stellen- und Lehrstellenmarkt

Im Jahresdurchschnitt waren 2025 insgesamt 1.991 sofort verfügbare offene Stellen beim AMS Salzburg-Stadt gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 21,6 Prozent gegenüber 2024. „Für die Einschätzung der Arbeitsmarktlage ist nicht nur entscheidend, wie viele Stellen laufend offen sind, sondern auch, wie viele Stellen insgesamt zur Besetzung gemeldet werden“, erklärt Franz Huber. Insgesamt wurden 2025 rund 12.336 Stellen gemeldet – um 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang beim laufenden Stellenbestand ist die kürzere Besetzungsdauer. Während offene Stellen 2022 im Schnitt 96 Tage unbesetzt blieben und 2023 sogar 102 Tage, waren es 2024 nur mehr 62 Tage.

Auch am Lehrstellenmarkt zeigte sich ein deutlicher Rückgang. 2025 wurden 744 Lehrstellen gemeldet, um 13,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Lehrstellen entfielen auf den Handel (226 bzw. -33,7 Prozent), gefolgt von der Beherbergung und Gastronomie (107) sowie der Herstellung von Waren (80). Insgesamt konnten 725 Lehrstellen mit Unterstützung des AMS Salzburg-Stadt besetzt werden.

Fachkräfteoffensive zeigt Wirkung

„Trotz der aktuell besseren Verfügbarkeit von Arbeitskräften bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Thema. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, nicht bei der Lehrausbildung zu sparen“, betont Franz Huber.

Zur Fachkräftegewinnung unterstützt das AMS auch Ausbildungen außerhalb der klassischen Lehre. 2025 konnten so 612 Personen mit Unterstützung des AMS Salzburg-Stadt eine Fachkräfteausbildung beginnen, etwa mit Lehrabschluss, kommissioneller Prüfung oder schulischem Abschluss.

Die Qualifizierungsoffensiven der vergangenen Jahre zeigen Wirkung: Die Zahl arbeitsloser Personen mit maximal Pflichtschulabschluss ist rückläufig. Gleichzeitig steigt der Anteil höher qualifizierter Arbeitsloser – bedingt durch die wirtschaftliche Lage und das insgesamt steigende Qualifikationsniveau, auch bei ehemals zugewanderten Personen. So sank der Anteil von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss unter arbeitslosen Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft von 73,5 Prozent im Jahr 2017 auf 59,0 Prozent im Vorjahr.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich gestiegen

Besonders problematisch entwickelte sich 2025 die Langzeitbeschäftigungslosigkeit. Die Zahl jener Personen, die ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung waren, stieg um 25,1 Prozent auf 1.211.

„Nach Corona haben Unternehmen vielen Menschen eine Chance gegeben, die es am Arbeitsmarkt sonst schwerer haben. Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit sank stark und erreichte einen Tiefstand. Seit rund zwei Jahren kehrt sich diese Entwicklung wieder um“, erklärt Huber.

Besonders betroffen waren 2025 Männer mit gesundheitlichen Einschränkungen im Alter zwischen 55 und 59 Jahren, vor allem aus der Arbeitskräfteüberlassung und der Gebäudebetreuung. Mit der „Aktion 55+“ setzt das AMS 2026 einen Förderschwerpunkt, um Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu reduzieren – durch Lohnkostenzuschüsse für Betriebe sowie geförderte Arbeitsplätze in sozialökonomischen Betrieben. 

Beratung, Existenzsicherung, Förderung von Arbeitskräften und Unternehmen

Die Mitarbeiter_innen des AMS Salzburg-Stadt führten 2025 mehr als 64.000 Beratungsgespräche mit Arbeitskräften und Unternehmen, den Großteil davon persönlich. Über 55.000 persönliche Kontakte fanden direkt am Standort in Itzling statt.

„Besonders herausfordernd sind spontane Vorsprachen ohne Termin – an starken Tagen kommt es dadurch zu längeren Wartezeiten“, so Huber. Viele Anliegen könnten rasch telefonisch über die AMS-ServiceLine oder über die Online-Services im MeinAMS-Konto erledigt werden.

2025 erledigte das AMS Salzburg-Stadt 18.899 Anträge auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Der durchschnittliche Leistungsanspruch lag bei 39,0 Euro pro Tag. Für arbeitsmarktpolitische Förderungen wurden rund 7,29 Millionen Euro aufgewendet, darunter 2,1 Millionen Euro für Eingliederungsbeihilfen und 839.000 Euro für Lehrstellenförderungen an Unternehmen, 1,16 Millionen Euro im Rahmen des Pflegestipendiums für Personen während Pflegeausbildungen sowie 437.000 Euro an individuellen Weiterbildungskosten arbeitsloser Personen. 

Auch die Bildungs- und Berufsberatung spielte eine wichtige Rolle: Die Berater_innen des BerufsInfoZentrum (BIZ) für die Stadt Salzburg und den Flachgau führten über 1.100 Beratungen sowie mehr als 130 Schulklassenworkshops durch. 

Zudem besuchten die AMS-Unternehmens-Berater_innen 1.057 Salzburger Betriebe und berieten diese zu Personalsuche, Personalentwicklung und Arbeitgeber_innenattraktivität.

Ausblick 2026: vorsichtiger Optimismus

Laut Prognosen von IHS und WIFO wird für 2026 ein leichtes Wirtschaftswachstum, ein Anstieg der unselbstständigen Beschäftigung und eine minimal sinkende Arbeitslosenquote erwartet. „Wie sich das konkret auf die Stadt Salzburg auswirkt, ist schwer abzuschätzen. Wenn die aktuellen Anzeichen anhalten, bin ich aber zuversichtlich, dass sich ab der zweiten Jahreshälfte eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt einstellen kann“, sagt Franz Huber.

Neben der Aktion 55+ sowie weiteren Maßnahmen zur Reduzierung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit, setzt das AMS Salzburg-Stadt auch 2026 einen Schwerpunkt auf die Fachkräftegewinnung. Geplant sind unter anderem die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Fachkräfte gewinnen immer“ im April, die Initiative „Sei der Mann, der den Unterschied macht“ zur Gewinnung von Männern für Pflege- und Elementarpädagogikberufe im Mai sowie die Berufs- und Ausbildungsmesse „ZukunftBeruf 2026“ im Oktober.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 26. Januar 2026