Bundesland Salzburg weist 2025 mit 4,5 Prozent niedrigste Arbeitslosenquote Österreichs auf

Der Salzburger Arbeitsmarkt zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus. Die Region ist stark vom Tourismus, der viele Arbeitsplätze schafft, geprägt. Saisonale Schwankungen sind typisch. Vor allem Spitzenzeiten in den Winter- und Sommermonaten führen zu einem hohen Bedarf an Arbeitskräften.


  • Veröffentlicht 19.01.2026
  • Bundesland Salzburg

Im Jahr 2025 ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Bundesland Salzburg gegenüber dem Jahr 2024 um 84 Personen auf 273.268 Personen minimal zurückgegangen (-0,03 Prozent). Österreichweit gibt es 2025 insgesamt 3,964.995 unselbstständig Beschäftigte, das sind 0,1 Prozent bzw. 4.332 Personen mehr als 2024.

12.920 Menschen – 44,2 Prozent davon weiblich – waren im Jahresschnitt 2025 arbeitslos beim AMS Salzburg gemeldet, um 8,8 Prozent bzw. 1.045 Menschen mehr als im Jahr 2024. Die Arbeitslosenquote im Bundesland betrug im Durchschnitt 4,5 Prozent, damit weist Salzburg gemeinsam mit Tirol österreichweit die niedrigste Arbeitslosenquote auf. Auf Platz drei folgt Oberösterreich mit einer Quote von 5,4 Prozent. Österreichweit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,4 Prozent im Jahr 2025.

„Wir verzeichnen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit, auch bei Personen mit höherer Ausbildung, und gleichzeitig ein rückläufiges Stellenangebot. Die Salzburger Wirtschaft ist verhalten, wenn es um Einstellungen geht“, so Julia Kröll, interimistische Landesgeschäftsführerin des AMS Salzburg.

Der Bestand an sofort verfügbaren, offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahr um 16,7 Prozent auf 6.459 gesunken.

Die Zahl jener arbeitslosen Personen, die über eine Einstellzusage verfügen, ist wiederum leicht gestiegen. Im Jahr 2025 waren im Schnitt 2.903 Personen mit Einstellzusage arbeitslos beim AMS Salzburg vorgemerkt. Das sind 0,5 Prozent bzw. 15 Personen mehr als im Jahr davor.

5.165 arbeitslose Personen haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Das sind 40 Prozent der insgesamt arbeitslos vorgemerkten Personen (12.920). Nach Ausbildungsmerkmalen gibt es den größten prozentuellen Zuwachs der Arbeitslosigkeit bei Personen mit akademischer Ausbildung. Im Schnitt waren 1.232 Akademiker_innen beim AMS Salzburg vorgemerkt, um 18,8 Prozent bzw. 195 Personen mehr als im Jahr 2024. „Diese Zunahme ist eine Konsequenz des steigenden Bildungsniveaus bzw. der wachsenden Akademisierung im Land. Noch immer haben Personen mit Hochschulabschluss die besten Arbeitsmarktchancen aller Ausbildungsgruppen“, weiß Julia Kröll.

Anhebung des Frauenpensionsalters zeigt Effekte

Seit 1.1.2024 wird die Altersgrenze für die normale Alterspension der Frauen jährlich bis zum Jahr 2033 um sechs Monate erhöht. 2033 wird dann eine vollständige Angleichung des Pensionsantrittsalters von Männern und Frauen gegeben sein. Effekte sind aufgrund der Anhebung des Regelpensionsalters von Frauen messbar: Zum einen steigt die Beschäftigung von Frauen im Alter von 60 Jahren an, zum anderen erhöht sich aber auch die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, länger arbeiten zu können und ältere Mitarbeiter_innen länger und bei guter Gesundheit im Unternehmen zu halten. Wir beraten Betriebe in Richtung lebensphasenorientierter Arbeitsgestaltung hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsplatz, Gesundheit und Einsatzplanung“, erklärt Julia Kröll.

Steigende Arbeitslosigkeit wird im Jahr 2025 in allen Alterskohorten verzeichnet. Bei den jungen Personen unter 25 Jahren ist sie im Jahresschnitt um 7,6 Prozent auf 1.638 gemeldete, arbeitslose Menschen gestiegen. „Eine erfolgreiche Early-Intervention-Strategie, also das Eingreifen unmittelbar nach der Arbeitslosmeldung, ist das Gebot der Stunde, um einer Verfestigung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. So wird eine effektive und zugleich nachhaltige Vermittlung möglich und wir berücksichtigen dabei auch die regionale Arbeitsmarktstruktur sowie derzeitige und zukünftige Mangelberufe“, erklärt Arbeitsmarktexpertin Julia Kröll.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Entgegen der „Sessellift-Arbeitslosigkeit“ (eine Metapher, die die kurzfristige Arbeitslosigkeit beschreibt, bei denen Personen schnell wieder eine neue Anstellung finden, ähnlich einer schnellen Auf- und Abfahrt mit dem Sessellift), finden leider nicht alle Personen rasch wieder eine neue Anstellung. Personen, die länger als 365 Tage ohne Beschäftigung sind, gelten als langzeitbeschäftigungslos.

Im Jahresschnitt ist die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen um 23,6 Prozent bzw. 418 Personen auf 2.189 gestiegen. „Bei der Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist die Steigerungsrate im Bundesland Salzburg hoch und das bereitet uns Sorgen, obwohl wir im Bundesland von einem relativ niedrigen Niveau ausgehen“, sagt Julia Kröll. „Salzburg zeichnet eine hohe Dynamik am Arbeitsmarkt aus, dennoch müssen alle Kräfte gebündelt werden: Der konsequente Einsatz für die betroffenen Personen sowie individualisiertes Fördern und Fordern sind wohl die geeignetsten Rezepte, um diese Gruppe dauerhaft wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Rund ein Viertel aller vorgemerkten arbeitslosen Personen im Bundesland weist gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen auf, in der Gruppe der Langzeitbeschäftigungslosen ist die Betroffenheit deutlich höher: Von den 2.189 Menschen, die seit mehr als einem Jahr keine Beschäftigung gefunden haben, haben 1.366 gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen (das entspricht einem Anteil von 62,4 Prozent).

„Aktion 55+“

Trotz hoher Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung haben ältere Arbeitslose oft deutlich geringere Chancen, nach einem Jobverlust wieder in eine reguläre Beschäftigung einzusteigen. Die Dauer der Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe ist überdurchschnittlich hoch und das Risiko einer Langzeitarbeitslosigkeit entsprechend höher. Für Betroffene bedeutet ein Arbeitsplatzverlust nicht nur finanzielle Unsicherheit, sondern oft auch den Verlust von gesellschaftlicher Teilhabe und persönlicher Anerkennung.

Die Aktion 55+ sieht eine Kombination unterschiedlicher arbeitsmarktpolitischer Instrumente vor - geförderte Arbeitsplätze im Rahmen von sozialökonomischen Betrieben ebenso wie Eingliederungsbeihilfen. Bei den Eingliederungsbeihilfen handelt es sich um attraktive finanzielle Zuschüsse zu Lohn- und Lohnnebenkosten für Betriebe.

„Das Budget für Salzburg wurde für 2026 mit 1,544 Millionen Euro dotiert. Die Aktion 55+ ist ein wichtiges Werkzeug, um Arbeitslosigkeit im Alter zu verringern und die Erwerbsquote in dieser Altersgruppe weiter zu steigern. Es ist sehr erfreulich, dass wir für diese Personengruppe, die teils mit multiplen Problemlagen konfrontiert ist, ein zusätzliches Budget zur Verfügung gestellt bekommen“, berichtet Julia Kröll: „Ältere Arbeitnehmer_innen können mit ihrer Erfahrung und ihrem (Fach-)Wissen Betriebe unheimlich bereichern. Bringen wir es auf den Punkt: Alt sind nur die Vorurteile!“

Die heurige AMS-Business Tour, bei der AMS-Berater_innen an die 1.000 Salzburger Betriebe besuchen, steht unter dem Motto "Förderung Zielgruppe 55+". „In enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft werden wir die Hebel zur Behebung des Fachkräftemangels und zum Abbau der Langzeitbeschäftigungslosigkeit wirksam ansetzen“, ist sich die interimistische AMS-Landesgeschäftsführerin sicher.

Qualifizierung und Ausbildung

Seit 2019 setzt das AMS Salzburg einen strategischen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Fachkräften. Durch diese konzentrierten Bemühungen konnten in den vergangenen sechs Jahren 5.900 Menschen zu Fachkräften ausgebildet werden. Im Jahr 2025 haben 889 Personen diese Chance genutzt und befinden sich auf dem Weg zur wertvollen Fachkraft.

Am Salzburger Arbeitsmarkt kann jede_r Lehrstellensuchende im Jahr 2025 rein rechnerisch aus zwei sofort verfügbaren, offenen Lehrstellen wählen. Im Durchschnitt stehen 386 Lehrstellensuchende (+8,6 Prozent bzw. +31 gegenüber 2024) 778 sofort verfügbaren, offenen Lehrstellen (-16,9 Prozent bzw. -158) gegenüber.

„Die größten Herausforderungen im Matching der Lehrstellen und Lehrstellensuchenden stellt die Mobilität dar, und hier vor allem die letzten Kilometer auf dem Weg vom Wohnort zur Arbeitsstätte. Ebenso müssen die Anforderungen des Berufsalltags mit einer realistischen Einschätzung der persönlichen Kompetenzen und Talente abgeglichen werden“, weiß Arbeitsmarktexpertin Julia Kröll.

Die Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Salzburg zählt 7.545 Lehrlinge im Bundesland Salzburg. Sie weist zum Stichtag 31.12.2025 einen Rückgang an Lehrlingen von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus (Österreichschnitt -3,4 Prozent). Mit einem Rückgang von 3,2 Prozent bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr liegt Salzburg deutlich unter dem Rückgang im Österreichschnitt von 4,6 Prozent.

Berufsorientierung

„Wir verbinden Mensch und Arbeit“ steht für das AMS Salzburg im Vordergrund. Für die Berufsberatung, eine kostenlose Dienstleistung des AMS Salzburg, sind die fünf BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS zentrale Anlaufstellen. Die Bilanz des Jahres 2025 kann sich sehen lassen: Im Vorjahr wurden unter anderem 2.726 Bildungs- und Berufsberatungen durchgeführt, mit 294 Schulklassen kooperiert bzw. fast 6.000 Schüler_innen informiert. 391 Gruppenworkshops für Erwachsene und Jugendliche wurden durchgeführt, knapp 6.000 Besucher_innen bei Veranstaltungen informiert und 5.898 schriftliche Anfragen beantwortet. „Insgesamt wurden mehr als 22.500 Kund_innen im abgelaufenen Jahr informiert und beraten. Das ist ein neuerlicher Spitzenwert bei der Reichweite in der so wichtigen Berufsorientierung“, ist Julia Kröll erfreut und dankt ihren Mitarbeiter_innen für deren Engagement.

Zielgruppe sind nicht nur arbeits- und lehrstellensuchende Menschen, sondern auch Personen, die sich neu orientieren wollen. Julia Kröll: „Sich frühzeitig damit zu beschäftigen, welche Talente man mitbringt, was in den verschiedenen Berufen verlangt wird oder welche Arbeit zu einem passt, bringt einen entscheidenden Vorsprung beim Karrierestart.“ In der Beratung werden die Stärken, Kompetenzen und Interessen der Arbeitsuchenden ermittelt und mit einer realistischen Einschätzung des Arbeitsmarktes abgeglichen.

Bei der Berufsorientierung setzt das AMS Salzburg auch weiterhin auf Berufs- und Jobmessen, bei denen regionale Unternehmen sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten präsentieren. So findet als Nächstes zum Beispiel am 5. Februar 2026 die "Erlebniswelt Lehre" in Hallein statt und am 3. März 2026 wird der "Tag der Lehre" in Eugendorf organisiert.

Ausblick 2026

Laut Prognose erwartet das AMS für das Jahr 2026 ein leichtes Wirtschaftswachstum und eine erneute Zunahme der Zahl der unselbstständig Beschäftigten (+0,5 Prozent). Bei der Arbeitslosigkeit dürfte der Anstieg gering ausfallen (+0,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Österreich sollte mit 7,4 Prozent konstant bleiben. „Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in der ersten Jahreshälfte 2026 und erst ab der Jahresmitte eine Entspannung. Auch 2026 wird sicher ein herausforderndes Jahr, doch es gibt Anlass für vorsichtigen Optimismus. Mit intensiver Vermittlungs- und Beratungstätigkeit des AMS Salzburg und in enger Zusammenarbeit mit der Salzburger Wirtschaft sowie allen Akteur_innen am Salzburger Arbeitsmarkt wird die Arbeitslosenquote im Bundesland weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben“, ist Julia Kröll überzeugt.

PK 2026: Buchmüller-Kröll-Eder
v.l.: WKS-Präsident Peter Buchmüller, Julia Kröll, interimistische Landesgeschäftsführerin des AMS Salzburg, und AK-Präsident Peter Eder Foto: AMS/Ebner

Diese Seite wurde aktualisiert am: 19. Januar 2026