Der Pinzgauer Arbeitsmarkt 2025 und Ausblick auf 2026
„Trotz anhaltend schwieriger wirtschaftlicher und konjunktureller Rahmenbedingungen hat sich der Pinzgauer Arbeitsmarkt auch 2025 grundsätzlich als stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent und ist damit um 0,2 Prozent angestiegen. Im Vergleich dazu liegt die Arbeitslosenquote im Bundesland Salzburg bei 4,5 Prozent und in Österreich bei 7,4 Prozent“, fasst Karin Eiwan, Geschäftsstellenleiterin des AMS Zell am See, die Arbeitsmarktentwicklung 2025 zusammen. Damit hat das Bundesland Salzburg den niedrigsten Wert in Österreich.
Unselbständige Beschäftigung
Die Zahl der unselbständig Beschäftigten ist gegenüber dem Vorjahr um 107 Personen (-0,3 Prozent) auf 40.295 gesunken. Während der Beschäftigtenstand in der Beherbergung und Gastronomie (6.975), am Bau (4.245) und im Bereich Verkehr und Lagerei (2.861) stabil geblieben ist, verzeichnen der Handel (5.470), die öffentliche Verwaltung (5.223), die Warenherstellung (4.477) und das Gesundheits- und Sozialwesen (3.172) ein Minus in der Beschäftigung.
Arbeitslosigkeit
Der Bestand an arbeitslosen Personen ist 2025 leicht gestiegen, und zwar um 97 Personen auf 2.050. Dies entspricht einer Steigerung von 4,9 Prozent. 942 Frauen und 1.108 Männer waren betroffen. Die Arbeitslosenquote der Frauen beträgt 4,6 Prozent, jene der Männer 5,1 Prozent.
Zu den arbeitslos gemeldeten Personen sind noch 362 in Schulung befindliche Personen hinzuzuzählen, womit sich eine Gesamtsumme von 2.377 Personen (+104 oder + 4,6 Prozent) ergibt.
Die hohe Dynamik am Pinzgauer Arbeitsmarkt, der von Saisonspitzen im Tourismus, Bau- und Baunebengewerbe geprägt ist, spiegelt sich auch in den Zugängen in die Arbeitslosigkeit wider. Diese Zugänge lagen 2025 bei 12.013 Personen – um 166 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Arbeitslosigkeit nach Berufen
Dienstleistungen: 829 Personen (-3 oder – 0,4 Prozent)
darunter Fremdenverkehr: 644 Personen (-8 oder -1,2 Prozent) und
Reinigung: 100 Personen (+10 oder +11,4 Prozent)
Industrie und Gewerbe: 524 Personen (+5 oder +1,0 Prozent)
darunter Bau: 230 Personen (-10 oder -4,3 Prozent)
Verwaltung, Büro: 193 Personen (+34 oder +21 Prozent)
Handel, Verkehr: 307 Personen (+41 oder + 15,5 Prozent)
Gesundheit, Lehrberufe: 132 Personen (+21 oder +18,9 Prozent)
Arbeitslosigkeit nach Alter
Ein Anstieg ist an allen Alterskohorten zu verzeichnen. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis unter 25 Jahre waren 259 Personen betroffen. Dies bedeutet einen Anstieg um 13 Personen oder 5,4 Prozent. Die Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen verzeichnete einen Anstieg um 52 Personen auf 1.162 und damit ein Plus von 4,7 Prozent. Die Personengruppe ab 50 stieg um 31 auf 630 (+5,1 Prozent).
Die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters hat bereits Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der beschäftigten Frauen zwischen 60 und 64 ist im Jahresvergleich von 540 auf 762 gestiegen.
Gleichzeitig stieg leider auch die Arbeitslosigkeit bei dieser Altersgruppe, und zwar von 19 auf 36 Personen (+17 oder +89,9 Prozent).
Arbeitslosigkeit nach Ausbildung
Prozentuell am stärksten gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Akademiker_innen. 85 Personen bedeuten einen Anstieg um 18,6 Prozent oder 13 Personen im Jahresvergleich. 903 Personen mit abgeschlossener Lehre waren arbeitslos gemeldet (+ 40 oder + 4,7 Prozent) und 795 Personen mit maximal Pflicht-schulabschluss (+32 oder + 4,3 Prozent).
Langzeitarbeitslosigkeit
Besondere Sorge bereitet der starke Anstieg bei den arbeitslosen Personen, die länger als 1 Jahr ohne Beschäftigung sind, auf 149 Personen. Dies bedeutet ein Plus von 34 Personen oder 29,9 Prozent. 74 Frauen und 79 Männer sind betroffen. „Hier gilt es besonders hinzuschauen und zu unterstützen“, meint die Geschäftsstellenleiterin, „und alle Förderinstrumente zu nutzen.“ Sie appelliert dabei auch an die Pinzgauer Unternehmen, diesen Menschen eine Chance zu geben.
Entwicklung Arbeitslosigkeit & offene Stellen
Es gab 2025 mehr arbeitslos vorgemerkte Personen ohne Einstellungszusage (971) als sofort verfügbare offene Stellen (946). Von den durchschnittlich 2.050 arbeitslosen Personen hatten 1.080 bereits eine Einstellungszusage.
Stellenmarkt
Während der Bestand an sofort verfügbaren offenen Stellen mit einem Minus von 32 Stellen auf 946 leicht gesunken ist (-3,3 Prozent), ist der Zugang gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dem AMS 8.904 Stellen gemeldet. Dies entspricht einem Plus von 533 Stellen oder 6,4%. Der Pinzgauer Arbeitsmarkt wird vom Fremdenverkehr dominiert. Von diesen Zugängen entfallen 4.568 auf dem Fremdenverkehr, 624 auf den Handel, 476 auf die Reinigung, 449 auf Metall- und Elektroberufe, 389 auf Büroberufe, 380 auf den Bau und 356 auf Gesundheitsberufe.I
m vergangenen Jahr wurde das Tourismuskontingent mit 1. Dezember neuerlich erhöht (auf 1.567) und zusätzlich ein Westbalkankontingent (778) beschlossen. Im gesamten Jahr 2025 wurden für die Pinzgauer Unternehmen 2.812 Saisonbewilligungen und 82 Rot-Weiß-Rot-Karten für Fachkräfte ausgestellt.
Lehrstellenmarkt
Die Situation am Pinzgauer Lehrstellenmarkt 2025 zeigt für Lehrstellensuchende folgendes Bild:
Einem Bestand von durchschnittlich 46 Lehrstellensuchenden (sofort verfügbar) standen 184 offene Lehrstellen (sofort verfügbar) gegenüber. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen ist damit neuerlich gesunken, und zwar um -58 oder 23,9 Prozent. Das AMS Zell am See wird in diesem Jahr mit einer gezielten telefonischen Lehrstellenakquise durch das Service für Unternehmen entgegenwirken und die Geschäftsstellenleiterin Karin Eiwan appelliert an die Betriebe, ihre offenen Lehrstellen dem AMS zu melden.
Das BerufsInfozentrum des AMS bietet kompetente Unterstützung und Beratung bei der Berufsorientierung für Schüler_innen und Jugendliche, aber auch für veränderungsbereite Erwachsene bei Berufswahl und Ausbildungsentscheidung, sowohl im Einzelsetting als auch im Rahmen von Schulklassenbesuchen.
„Unser 2025 neu etabliertes „Kompetenzzentrum für Pflege- und Sozialberufe“ richtet sich dabei speziell an Kund_innen mit Ausbildungsinteresse für diese nachgefragte Berufe.
Resümee und Ausblick 2026
Trotz leicht gestiegener Arbeitslosigkeit ist die Situation für Betriebe nicht unbedingt einfacher geworden und der Arbeitskräfte- bzw. Fachkräftemangel betrifft viele weiterhin Branchen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit war in Anbetracht der wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen moderat. Der Tourismus hat sich in der Region weiterhin als starker Motor erwiesen.
Auch 2026 wird die Arbeitslosigkeit v.a. im 1. Halbjahr noch leicht steigen. Die Arbeitskräftenachfrage bleibt verhalten. Eine leichte Trendwende wird erst für das 2. Halbjahr prognostiziert.
Gleichzeitig gilt es sowohl der Verfestigung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und Langzeitarbeitslosigkeit so gut als möglich zu verhindern, als auch die Zeit der Arbeitslosigkeit so gut als möglich für Aus- und Weiterbildung zu nützen.
So werden wir auch 2026 unserem Leitsatz „Wir verbinden Mensch und Arbeit“ entsprechend an folgenden Schwerpunkten weiterarbeiten.
Die rasche Qualitätsvermittlung steht weiterhin im Fokus unseres Handelns, um Arbeitslosigkeit so kurz als möglich zu halten und die Wirtschaft so rasch als möglich mit den benötigten Arbeitskräften zu versorgen. Die Fachkräfteoffensive der letzten Jahre wird konsequent fortgesetzt, um Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss neue Perspektiven zu öffnen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dabei ist weiterhin unser Ziel, Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss gezielt anzusprechen und zu Aus- und Weiterbildung zu motivieren und die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll zu nutzen.
Entsprechende Vorbereitungskurse unterstützen ausbildungswillige Menschen auf diesem Weg. Finanziell unterstützt das AMS mit der „Arbeitsplatznahen Qualifizierung“ und der Lehrstellenförderung für über 18-Jährige.
Außerdem steht zusätzlich zu den Langzeitbeschäftigungslosen eine weitere Personengruppe besonders im Fokus unserer Bemühungen, und zwar Personen ab 55 Jahren. Die demographische Entwicklung ist eindeutig: Die Bevölkerung in Österreich altert und bleibt länger im Erwerbsleben. Das bedeutet, dass immer mehr ältere Menschen unselbständig beschäftigt sind, aber auch, dass immer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Um arbeitslosen Personen über 55 den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, hat die Bundesregierung die Aktion 55+ ins Leben gerufen.
Hier die wichtigsten Punkte dazu:
• Ziel der Aktion 55+ ist es, bis zu 6.500 Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen ab 55 Jahren zu fördern.
• Instrumente und Strukturen zur Erreichung dieses Ziels: Es soll über sozialökonomische Betriebe (SÖB), gemeinnützige Beschäftigungsprojekte (GBP) und Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BBE) oder über Eingliederungsbeihilfe (EB) für alle förderbaren Arbeitgeber_innen erreicht werden.
„Auch das Jahr 2026 wird herausfordernd werden, da die konjunkturelle Entwicklung immer noch sehr unsicher scheint. Wir werden aber mit allen unseren Möglichkeiten sowohl arbeitslose Personen als auch die Pinzgauer Unternehmen bestmöglich unterstützen“, informiert die Geschäftsstellen-leiterin des Arbeitsmarktservice Zell am See Karin Eiwan.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 29. Januar 2026