Arbeitsmarkt im Flachgau

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit – Chancen für Arbeitsmarkt im Flachgau bleibt stabil – Jugend profitiert, Herausforderungen bei älteren Arbeitsuchenden


  • Veröffentlicht 02.07.2026
  • Bundesland Salzburg

Der Arbeitsmarkt im Bezirk Salzburg-Umgebung zeigt sich trotz wirtschaftlicher Eintrübung weiterhin robust. Ende Juni 2026 waren 2.290 Personen arbeitslos vorgemerkt – ein Anstieg um 52 Personen bzw. 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einer Arbeitslosenquote von rund 3,2 Prozent liegt der Flachgau jedoch weiterhin  unter dem Salzburger Landesdurchschnitt von 3,9 Prozent.

Frauen stärker betroffen

Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit entfällt vor allem auf Frauen. Ende Juni waren 1.093 Frauen arbeitslos gemeldet – ein Plus von 4,6 Prozent. Bei den Männern stieg die Zahl mit 1.197 Arbeitslosen lediglich um 0,3 Prozent.„Die konjunkturelle Abschwächung wirkt sich zunehmend auf das Einstellungsverhalten vieler Betriebe aus. Umso wichtiger ist es, Menschen gezielt zu qualifizieren und Unternehmen bei der Personalsuche bestmöglich zu unterstützen“, erklärt AMS-Geschäftsstellenleiterin Manuela Seidl.

Deutliches Plus für junge Menschen

Erfreulich entwickelt sich weiterhin die Situation junger Arbeitsuchender. Die Zahl der unter 24-jährigen Arbeitslosen sank im Jahresvergleich um 10,1 Prozent.Besonders positiv ist die Entwicklung bei jungen Frauen: Mit 105 vorgemerkten Arbeitslosen liegt ihre Zahl um 22,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei den jungen Männern wurden 154 Arbeitslose registriert – ein leichter Anstieg von 1,3 Prozent.

Lehrstellenmarkt bietet ausgezeichnete Chancen

Der Lehrstellenmarkt bleibt eine Stärke des Flachgaus. Aktuell stehen 146 offene Lehrstellen lediglich 74 Lehrstellensuchenden gegenüber.„Junge Menschen finden derzeit hervorragende Einstiegsmöglichkeiten. Wer bei der Lehrstellensuche regional flexibel ist, verbessert seine Chancen zusätzlich“, so Seidl. Das AMS Salzburg-Umgebung unterstützt Jugendliche mit individueller Berufsberatung, Berufsorientierung und gezielter Vermittlung.

Ältere Arbeitsuchende im Fokus

Handlungsbedarf besteht weiterhin bei älteren Arbeitsuchenden. Derzeit sind 754 Personen über 50 Jahre arbeitslos gemeldet. Besonders Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen benötigen intensive Unterstützung bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt.„Sollte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern, steigt insbesondere in dieser Altersgruppe das Risiko einer längeren Arbeitslosigkeit“, warnt Seidl.Das AMS setzt daher auf individuelle Beratung, Qualifizierungsangebote und gezielte Förderprogramme, um die Beschäftigungschancen nachhaltig zu verbessern.

Weniger offene Stellen

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist leicht rückläufig. Ende Juni waren 1.779 offene Stellen gemeldet – 26 weniger als im Vorjahr (-1,4 Prozent).

„Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind Investitionen in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung entscheidend. Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen und Arbeitsmarktservice können wir Fachkräfte langfristig sichern“, betont Seidl.

Gemeinsam den Arbeitsmarkt stärken

Trotz der konjunkturellen Herausforderungen präsentiert sich der Arbeitsmarkt im Flachgau weiterhin stabil. Während der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit und die rückläufige Zahl offener Stellen den wirtschaftlichen Gegenwind widerspiegeln, zeigen die sinkende Jugendarbeitslosigkeit und der starke Lehrstellenmarkt, dass gezielte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wirken.

Qualifizierung, Ausbildung und die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Arbeitsmarktservice und Arbeitsuchenden bleiben die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um Beschäftigung zu sichern, Fachkräfte zu gewinnen und den Wirtschaftsstandort Flachgau nachhaltig zu stärken.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. Juli 2026