Arbeitsmarkt Salzburg-Stadt im Juli: Hohe Dynamik trotz verhaltener Gesamtlage

Ende Juli sind in der Stadt Salzburg 5.030 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt – ein Zuwachs von 3,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Inklusive Personen in Schulungen beträgt der Anstieg lediglich 1,4 Prozent und liegt die Zahl bei 5.775 Personen. Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt bei 6,9 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).


  • Veröffentlicht 10.08.2026
  • Bundesland Salzburg

Frauen besonders betroffen, gegensätzliche Branchentrends

Die Entwicklung nach Geschlecht und Alter verläuft unterschiedlich: Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern* mit 2.724 Personen exakt auf Vorjahresniveau bleibt, steigt sie bei Frauen spürbar um 8,4 Prozent auf 2.306 Personen. Besonders deutlich zeigt sich die Kluft bei jungen Frauen unter 25 Jahren (+14,0 Prozent; Männer: +4,5 Prozent) und Frauen ab 50 Jahren (+20,6 Prozent; Männer: -0,1 Prozent). „Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Dienstleistungsbereichen wie dem Handel oder im Tourismus. Während die Arbeitslosigkeit bei Männern stagniert oder langsamer steigt, treffen Konsumflaute und strukturelle Umbrüche im Dienstleistungssektor aktuell Frauen besonders stark“, erklärt Franz Huber, Leiter des AMS Salzburg-Stadt. So sind beispielsweise in der Beherbergung und Gastronomie im Juli 643 Personen arbeitslos (+13,4 Prozent), während es in den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen einen Rückgang um 11,7 Prozent auf 248 Personen oder im Bereich Verkehr und Lagerei um 6,7 Prozent auf 293 Personen gibt.

Längere Arbeitslosigkeit bliebt Herausforderung

1.348 Personen sind aktuell ein Jahr oder länger ohne Job (+8,1 Prozent zum Vorjahr). Der Anstieg verlangsamt sich zwar, allerdings erschweren bei 55 Prozent der Betroffenen gesundheitliche Einschränkungen die Vermittlung. Der Anteil an Arbeitsaufnahmen langzeitbeschäftigungsloser Personen steigt im Juli dennoch auf knapp 10 Prozent (Vorjahresmonat: 9,1 Prozent).  

Größeres Arbeitskräfteangebot, verhaltene Nachfrage aber hohe Dynamik

„Im Schnitt werden offene Stellen schneller besetzt. Deshalb ist der Bestand an sofort verfügbaren Stellen kleiner als in Hochkonjunkturphasen“, so Arbeitsmarktexperte Franz Huber. Ende Juli sind beim AMS Salzburg-Stadt 1.848 Stellen sofort verfügbar gemeldet (-9,3 Prozent). „Dass im Juli 1.367 Personen neu arbeitslos geworden sind, gleichzeitig aber 1.475 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet haben, unterstreicht die hohe Dynamik. Dasselbe sehen wir bei den Unternehmen: Uns wurden im Juli 1.098 neue Stellen gemeldet und exakt 1.000 Stellen konnten im selben Zeitraum mit unserer Hilfe besetzt werden, knapp drei Viertel innerhalb von zwei Monaten. Der Unterschied zum Vorjahr wird geringer, die Herausforderungen bleiben aber hoch“, fasst Huber zusammen.

*Männer und Personen mit alternativem Geschlechtseintrag

Diese Seite wurde aktualisiert am: 10. August 2026