Equal Pension Day 2026: Lohnunterschied wirkt sich auch in der Pension aus
Der Equal Pension Day markiert symbolisch jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende beziehen werden. In Salzburg fällt der Equal Pension Day heuer auf den 5. August, österreichweit auf den 9. August.
Die Zahlen zeigen, wie stark sich Unterschiede im Erwerbsleben auf die finanzielle Situation im Alter auswirken: Frauen erhalten in Salzburg durchschnittlich eine Bruttopension in Höhe von 1.613 Euro. Das sind 40,5 Prozent beziehungsweise 1.096 Euro weniger Pension pro Monat als Männer (durchschnittliche Bruttopension in Salzburg: 2.709 Euro). „Es ist dringend notwendig, diese Pensionslücke zu schließen, um Altersarmut bei Frauen zu verhindern“, betont AMS-Landesgeschäftsführerin Julia Kröll.
Die Ursachen für die niedrigeren Pensionen von Frauen liegen vor allem in den unterschiedlichen Erwerbsverläufen. Frauen arbeiten häufiger in Branchen und Berufen mit geringerem Einkommen und übernehmen nach wie vor den Großteil der Betreuungs- und Pflegearbeit. Damit verbunden sind häufig Teilzeitbeschäftigungen und Erwerbsunterbrechungen – nicht immer freiwillig. Unterschiede bei Aufstiegs- und Karrierechancen verstärken diese Entwicklung zusätzlich.
Die Folgen werden insbesondere im Alter sichtbar. Niedrigere Pensionen erhöhen das Risiko von finanzieller Abhängigkeit und Altersarmut. Frauen sind daher deutlich häufiger von wirtschaftlicher Unsicherheit im Ruhestand betroffen als Männer. „Um Altersarmut bei Frauen frühzeitig zu verhindern, muss ihre finanzielle Unabhängigkeit bereits bei der Berufswahl und im Erwerbsleben gefördert werden. Eine existenzsichernde Beschäftigung und möglichst durchgängige Erwerbsverläufe sind wichtige Voraussetzungen für eine höhere Alterspension“, weiß die Arbeitsmarktexpertin.
Die Pensionshöhe hängt nicht nur von der Höhe des Erwerbseinkommens, sondern auch von der Anzahl der Beitragsjahre ab. Die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters in Österreich (von 60 auf 65 Jahre bis zum Jahr 2033) führt zu einer erhöhten Erwerbsbeteiligung älterer Frauen am Arbeitsmarkt. Aktuell gehen in Salzburg etwa 80 Prozent der Frauen aus der Erwerbstätigkeit in Pension (Quelle: PVA, 2024). Das bedeutet umgekehrt, dass etwa ein Fünftel der Frauen die Pension aus Arbeitslosigkeit, Krankengeld oder Erwerbslosigkeit antritt. „Das AMS stärkt die Arbeitsmarktchancen älterer Arbeitssuchender durch Qualifizierung, persönliche Beratung und gezielte Fördermaßnahmen. Gleichzeitig werden Unternehmen dabei unterstützt, das Potenzial erfahrener Arbeitnehmer_innen besser zu nutzen", so Julia Kröll.
Das AMS Salzburg unterstützt Frauen mit umfassenden Beratungs- und Qualifizierungsangeboten. In den BerufsInfoZentren erhalten arbeits- und lehrstellensuchende Menschen sowie Personen, die bereits aktiv im Arbeitsleben stehen und sich neu orientieren wollen, Unterstützung bei der Berufsorientierung und beruflichen Neuorientierung. Die FrauenBerufsZentren begleiten Frauen bei Fragen zu Ausbildung, Weiterbildung, Jobsuche und Kinderbetreuung und unterstützen sie dabei, langfristige berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Darüber hinaus fördert das AMS Salzburg den Einstieg von Frauen in zukunftsorientierte und höher entlohnte Berufsfelder. Ein Beispiel dafür ist das FiT-Programm (Frauen in Handwerk und Technik), das Frauen bei der Ausbildung in technischen und handwerklichen Berufen unterstützt und damit die Grundlage für höhere Einkommen und bessere Pensionsansprüche schafft. „Wer heute weniger verdient, hat morgen oft auch weniger Pension. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit unseren Sozialpartner_innen, Kooperationspartner_innen und allen Akteur_innen am Arbeitsmarkt an Rahmenbedingungen, damit Frauen über ihr gesamtes Berufsleben hinweg wirtschaftlich unabhängig sein können“, so Julia Kröll.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 04. August 2026