Mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent setzt sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Pongau auch im Juli fort

„Tourismus- und Bauhochsaison sorgen dafür, dass die Arbeitslosigkeit sinkt (und der Rückgang der unselbständigen Beschäftigung eingebremst wird), das wäre die einfache Antwort für eine Region, die von einer Vielzahl an Arbeitsplätzen in der Dienstleistungsbranche geprägt ist. Trotz der wirtschaftlich instabilen Situation und Auftragsrückgängen sind in Branchen, die davon stark betroffen sind – wie die ‚Herstellung von Waren‘ (-4,4 Prozent auf 109 Vorgemerkte), ‚Verkehr und Lagerei‘ (-10,0 Prozent auf 99 arbeitslose Menschen) und die Arbeitskräfteüberlassung (-12,5 Prozent auf 42 arbeitssuchende Personen) – Rückgänge in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen“, fasst Thomas Burgstaller die aktuelle Situation zusammen.


  • Veröffentlicht 05.08.2026
  • Bundesland Salzburg

Die vorläufig geschätzte Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent (-0,1 Prozent) im Bezirk signalisiert aus arbeitsmarktpolitischer Sicht eine sehr positive Entwicklung. AMS-Leiter Thomas Burgstaller verzichtet jedoch bewusst auf die Bezeichnung „Vollbeschäftigung“, da die aktuelle Situation angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin als volatil einzustufen ist. Sowohl ein verstärkter Zugang von Arbeitskräften in die Arbeitslosigkeit als auch eine rasche Belebung der Arbeitskräftenachfrage können das Bild kurzfristig verändern.

Ein Hinweis auf die bestehende Dynamik am Arbeitsmarkt ist der Rückgang der beim AMS Bischofshofen gemeldeten sofort verfügbaren, offenen Stellen. Im Vergleich zum Juli 2025 sank die Zahl der Stellenmeldungen um 18,3 Prozent beziehungsweise 191 Stellen auf aktuell 850 gemeldete Jobangebote.

Trotz der insgesamt günstigen Arbeitsmarktlage appelliert Burgstaller weiterhin an die regionale Wirtschaft, verstärkt auch Menschen im erfahrenen Alter sowie Personen mit Vermittlungseinschränkungen bei der Personalplanung zu berücksichtigen. Durch entsprechende Anpassungen von Arbeitsplätzen und Aufgabenprofilen könnten Betriebe auf ein Potenzial an qualifizierten Fachkräften zugreifen. „Wir sprechen hier von vielen Menschen, die in ihrer beruflichen Laufbahn als ausgebildete Fachkraft tätig waren“, betont Burgstaller und verweist darauf, dass beispielweise in der Beherbergung- und Gastronomie noch 217 Stellen zur Besetzung beim AMS Bischofshofen gemeldet sind. 

Personenbezogene Arbeitslosigkeitsdaten

1.143 Personen sind Ende Juli beim AMS Bischofshofen arbeitslos vorgemerkt, das sind um 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr (-25 Personen). Deutlicher ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Frauen (bedingt durch die vielen Dienstleistungsarbeitsplätze) zum Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent auf 564 Frauen als bei den Männern* mit einem Rückgang von 0,2 Prozent auf 579 arbeitssuchende Männer.

Unter 25-jährige Personen reduzieren die Arbeitslosigkeit um 8,3 Prozent auf 165 Personen, Menschen im Alter von 50 Jahren und älter um 4,9 Prozent auf 352 Betroffene. Steigend ist im Juli 2026 die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen um 1,3 Prozent auf 382 Menschen, darunter behinderte Menschen - 115 sind betroffen, um 33 mehr als noch im Juli des Vorjahres.202 Männer und Frauen sind langzeitbeschäftigungslos und somit länger als ein Jahr ohne Job. „Zwar etwas eingebremster als in den Vorjahren aber dennoch ein Wachstum zum Juli des Vorjahres um 4,1 Prozent“, berichtet Thomas Burgstaller.

Die Branche, in der aktuell die meisten arbeitslosen Personen gemeldet sind, ist die „Beherbergung- und Gastronomie“ mit 119 Personen (-7,8 Prozent). Den höchsten Zuwachs an Arbeitslosigkeit verzeichnet im Juli der Handel mit 76 (+8,6 Prozent) Arbeitslosmeldungen. 

Stellenmarkt

Wie bereits erwähnt, sind Ende Juli beim AMS Bischofshofen 850 sofort verfügbare, offene Stellen gemeldet - ein Rückgang um 191 Stellenangeboten im Vergleich zum Vorjahr. „Wir sehen auch im Juli kein gesteigertes Nachfragevolumen“, sagt Thomas Burgstaller, die größte Anzahl an Stellenrückgängen finden sich in der „Herstellung von Waren“ (- 40 bzw. 30,3 Prozent auf 92 Stellen) und im Handel mit -14,1 Prozent auf 140 gemeldete Stellen, darunter der Einzelhandel mit einem Minus von 17,4 Prozent.

Ende Juli sind 30 sofort verfügbare Lehrstellensuchende beim AMS vorgemerkt, das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 3,4 Prozent. Ihnen gegenüber stehen 131 sofort verfügbare, offene Lehrstellen (-29,9 Prozent bzw. -56).  

Diese Seite wurde aktualisiert am: 28. August 2026