Angespannte Lage auf dem steirischen Lehrstellenmarkt 2025

Der Rückgang des Angebots an Lehrstellen verschärft die Situation für Bewerber_innen.


  • Veröffentlicht 07.01.2026
  • Bundesland Steiermark

Die schwierige wirtschaftliche Situation spiegelt sich in der Lehrstellenstatistik des AMS Steiermark für das Jahr 2025 wider. Von Jänner bis Dezember wurden in der Steiermark 5.088 offene Lehrstellen angeboten. Dies entspricht einem Rückgang von -409 (-7,4%) im Vergleich zum Vorjahr. Dabei verlief die Entwicklung in den Branchen durchaus unterschiedlich. Während zum Beispiel die Warenherstellung 2025 stabil blieb, ging das Lehrstellenangebot im Handel um -6,9% (-112) und in der Beherbergung und Gastronomie um -3,0% zurück (-16). Vergleicht man die Veränderungen zum Jahr 2023, so ergibt sich ein Rückgang von insgesamt -15,2% an gemeldeten offenen Lehrstellen (2023 waren es 6.000). Die Warenherstellung verzeichnet in zwei Jahren ein Minus von -12,3%, das Bauwesen -31,9%, und der Handel -12,2%. Besonders gravierend war der Rückgang des betrieblichen Ausbildungsangebots in der Region Graz, das um -14,4% schrumpfte (-266).

Noch nie seit dem Jahr 2010 ist das Angebot an offenen Lehrstellen - mit Ausnahme des ersten Jahres der Coronapandemie 2020 - so niedrig gewesen wie im Vorjahr. 2022 meldeten die steirischen Unternehmen noch insgesamt 5.828, im Jahr 2023 6.000 offene Lehrstellen, im Jahr 2024 5.497 und im Jahr 2025 waren es nur noch 5.088 offene Lehrstellen. Dem rückläufigen Angebot an offenen Lehrstellen steht eine steigende Nachfrage vonseiten der beim AMS vorgemerkten Lehrstellensuchenden gegenüber (+2,7% bzw. +23 auf 8.477).

"Wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte"

Für Bewerberinnen und Bewerber hat sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt jedenfalls verschärft. Zum Stichtag Ende Dezember 2025 hatten 1.249 junge Menschen noch keine Lehrstelle und hielten ihren Vermittlungswunsch weiterhin aufrecht – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 58,7% und der höchste Wert seit 1996.

Der Chef des steirischen AMS, Karl-Heinz Snobe, betont: „Die negative Entwicklung am Lehrlingsmarkt ist eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage. Viele Betriebe reduzieren ihr Angebot mit spürbaren Folgen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Aber: Wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte. Deshalb appelliere ich an die Unternehmen, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in Ausbildung zu investieren.“

Im Durchschnitt Jänner bis Oktober 2025 ging die Anzahl beschäftigter Lehrlinge um -3,7% auf 12.020 in der Steiermark zurück. Besonders stark war hier der Rückgang im Handel mit -7,0% auf 2.497 Lehrlingen, im Bauwesen mit -5,9% auf 2.226 und in der Warenherstellung mit -2,8% auf 3.680 Lehrlingen.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 07. Januar 2026