AMS-Arbeitsprogramm 2026: Klare Schwerpunkte für einen stabilen und zukunftsorientierten Arbeitsmarkt
Seit Mitte 2025 wurde daran gefeilt und im Februar beschloss das Landesdirektorium das steirische Arbeitsprogramm 2026. Damit legen wir einen ambitionierten und gleichzeitig fokussierten Plan vor, um den steirischen Arbeitsmarkt im Jahr 2026 wirksam zu unterstützen. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – von globalen Unsicherheiten bis hin zur angespannten Lage in Teilen der Industrie sind wir zuversichtlich, dass 2026 die Chancen für arbeitslose Personen besser werden und die steirische Wirtschaft wird wieder mehr Personal nachfragen wird. Als AMS wollen wir den zarten Aufschwung tatkräftig unterstützen. Heinz Snobe und Yvonne Popper-Pieber
Stabilität nutzen – Chancen schaffen
Die steirische Wirtschaft steht weiterhin vor strukturellen Herausforderungen, gleichzeitig wird eine moderate konjunkturelle Erholung erwartet. Prognosen gehen von einem leichten Wirtschaftswachstum aus. Für die Steiermark bedeutet das: stabile Beschäftigung auf dem Niveau von 2024 (+2.600), aber ein moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Für 2026 wird mit rund 547.000 unselbstständig Beschäftigten gerechnet. Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen steigt voraussichtlich auf rund 39.300 (+500), die Arbeitslosenquote von 6,6% auf 6,7 %.
Die wichtigsten Ziele 2026 auf einen Blick
1. Mehr Arbeitsaufnahmen
Frühzeitige Betreuung, realistische Berufsorientierung, engmaschige Vermittlung und passgenaues Matching stehen im Mittelpunkt. Unser MeinAMS wird dabei unterstützen, Jobbörsen und Jobmeetings werden verstärkt stattfinden.
2. Starke Unterstützung für Jugendliche
Jugendliche bleiben ein arbeitsmarktpolitischer Fokus.
Das AMS setzt auf:
- intensive Vermittlungsarbeit in den ersten sechs Monaten – kein Jugendlicher bleibt ohne Angebot
- mehr Praktika und betriebsnahe Ausbildungsformen
- Ausbau von Berufsorientierung in Kooperation mit Partnern
- Weiterentwicklung der ÜBA und Neuausschreibung
3. Offensive gegen Fachkräftemangel
Zukunftsbranchen wie Pflege, Soziales, Kinderbetreuung, Handwerk und Technik, Digitalisierung sowie Green Jobs werden weiter gestärkt.
Zentrale Maßnahmen:
- verstärkte Nutzung Arbeitsplatznaher Ausbildungen (AQUA, Implacementstiftungen)
- Fokus auf Ältere, Frauen und Wiedereinsteiger_innen sowie Arbeitsuchende mit Migrationshintergrund
4. Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit
Bei diesem wohl herausforderndsten Ziel des Jahres werden arbeitslose Personen ab dem siebenten Monat der Arbeitslosigkeit mittels einer klaren Struktur gezielt in drei Segmente eingeteilt und differenziert betreut:
- individuelle, wirkungsvolle Betreuung mit einem engen Controlling
- konsequente Nutzung arbeitsmarktpolitischer Instrumente (z.B. Eingliederungsbeihilfe und Beschäftigungsprojekte speziell für Ältere 55+)
- enger Schulterschluss zwischen SfA und SfU in den RGS
- Vermeidung von Verfestigung der Arbeitslosigkeit
5. Frauen überproportional fördern
Das Frauenförderziel bleibt ein zentraler Bestandteil der AMS‑Strategie, zumal die Frauen von Arbeitslosigkeit aktuell stärker betroffen sind. Um die strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt auszugleichen, gibt es einen Förderschwerpunkt für:
- Frauen mit Aus- und Weiterbildungserfordernis
- Teilnehmerinnen an FiT‑Ausbildungen
- Wiedereinsteigerinnen nach einer Kinderbetreuungspause
- Kundinnen mit besonderem Unterstützungsbedarf
6. Mehr Einschaltungen der Betriebe
Die Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft bleibt intensiv. Wir setzen auf:
- intensive Betriebsakquise für viele offene Stellen
- mehr Jobbörsen und Vorauswahlen für steirische Unternehmen
- breite Informationen über AMS-Förderangebote und spezielle Projekte inkl. EURES
Servicequalität und Kund_innenorientierung im Fokus
Wir wollen bei arbeitsuchenden Frauen und Männern gleichermaßen hohe Zufriedenheitswerte erreichen. 2026 werden daher:
- Erwartungshaltungen klarer adressiert
- Beratungsangebote verständlicher gestaltet
- externe Bildungswünsche (freie Kursanbieter) nach Möglichkeit stärker berücksichtigt
- zusätzliche Informations- und Netzwerkformate umgesetzt
Auch für Unternehmen wird das Beratungs- und Informationsangebot weiter professionalisiert, die SfU-Berater_innen werden, u.a. durch die SfU‑Academy, speziell geschult. Unternehmens-Workshops, digitale Tools und regionale Wirtschaftsveranstaltungen runden das Angebot ab.
Investition in die Zukunft: 171 Mio. Euro Förderbudget
Das AMS Steiermark plant für 2026 ein Förderbudget von rund 171 Millionen Euro.Die Schwerpunkte sind:
- Fachausbildungen in Zukunftsbranchen
- Arbeitsplatznahe Ausbildungsmodelle in Kooperation mit dem Land Steiermark
- Unterstützung von Jugendlichen
- Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, ua. höhere EB und GBP
- Förderungen für Unternehmen (z.B. Höherqualifizierung von Beschäftigten)
Zusätzlich unterstützt das Land Steiermark über das Kooperative Programm mit rund sieben Millionen Euro die Förderschwerpunkte des AMS.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 07. April 2026