Der steirische Arbeitsmarkt: Halbjahresbilanz und Juli 2026
Ein moderater Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit bei stagnierender Beschäftigung und weniger offenen Stellen – im 1. Halbjahr 2026 zeigt sich der steirische Arbeitsmarkt wie erwartet noch verhalten. Im Schnitt waren 40.871 Menschen als arbeitslos beim AMS gemeldet, im Vorjahresvergleich ein Plus von 1440 Personen oder 3,7 Prozent.
„Jüngste Konjunkturumfragen der Arbeitgeberverbände zeichnen weiter ein pessimistisches Bild der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Einschätzung teile ich in dieser Form nicht“, betont AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe anlässlich der Halbjahresbilanz 2026 zur Situation am steirischen Arbeitsmarkt. Unbestritten sei, dass die österreichische Wirtschaft weiterhin vor erheblichen Herausforderungen steht. Die Exportwirtschaft leidet unter einem schwierigen internationalen Umfeld, die Energiekosten bleiben hoch, die Konsumnachfrage entwickelt sich nur verhalten und auch die Lohnkosten stellen heimische Unternehmen im europäischen Wettbewerb vor große Aufgaben.
Gleichzeitig zeigt sich aber, dass sich die wirtschaftliche Lage Österreichs und in der Steiermark in den vergangenen vier Quartalen schrittweise stabilisiert hat. Viele Betriebe haben ihre Strukturen angepasst, Kosten optimiert und notwendige Veränderungen umgesetzt. Auch die öffentliche Hand hat mit Maßnahmen zur Entlastung bei den Lohnnebenkosten und im Energiebereich wichtige Beiträge geleistet. Der steirische Arbeitsmarkt entwickelt sich – langsam aber doch – in die richtige Richtung. Zwar ist die Zahl der arbeitslosen Menschen aktuell noch 1386 Personen höher als im Vorjahresvergleich, diese Differenz betrug vor 13 Monaten aber noch plus 3600.
„Jetzt ist der passende Zeitpunkt, den Blick nach vorne zu richten. Die erfolgreichen österreichischen Unternehmen haben in der Vergangenheit vielfach bewiesen, dass sie Innovationskraft, Anpassungsfähigkeit und unternehmerischen Mut besitzen. Diese Stärken gilt es nun zu nutzen – durch Investitionen, neue Projekte und neue Partnerschaften“, erklärt Snobe. Eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung gelänge nur, wenn Politik, Sozialpartner und Unternehmen gemeinsam Verantwortung übernehmen. „Pauschale Schuldzuweisungen helfen ebenso wenig wie einseitige Krisenerzählungen. Der Standort Steiermark braucht jetzt Zuversicht, Investitionsbereitschaft und den gemeinsamen Willen, den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken!“
Arbeitslosigkeit stieg im 1. Halbjahr um 3,7 Prozent
Ein moderater Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit bei stagnierender Beschäftigung und weniger offenen Stellen – im 1. Halbjahr 2026 zeigt sich der steirische Arbeitsmarkt wie erwartet noch verhalten. Im Schnitt waren 40.871 Menschen als arbeitslos beim AMS gemeldet, im Vorjahresvergleich ein Plus von 1440 Personen oder 3,7 Prozent. Einschließlich der 8539 Schulungsteilnehmenden waren im Durchschnitt 49.410 Personen ohne Job (+1702 Personen oder +6,8 Prozent). Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von 3,7 Prozent lag die Steiermark in den ersten sechs Monaten des Jahres leicht über dem Österreich-Wert von 2,7 Prozent. Vorarlberg verzeichnete mit 5,8 Prozent die höchste Steigerung, einzig in Kärnten und Oberösterreich gab es weniger Arbeitslose.
Mit einem Plus von 7,3 Prozent stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen im Schnitt stärker als bei Männern mit 1,2 Prozent, auch eine Auswirkung der schwierigen wirtschaftlichen Situation in frauendominierten Branchen wie dem Handel (+5,7 Prozent). In regionaler Hinsicht verzeichnete Liezen die deutlichste Abnahme (-3,1 Prozent), den markantesten Anstieg Mürzzuschlag mit 9,5 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte aller arbeitslosen Personen kam im Schnitt aus den Bezirken Graz sowie Graz und Umgebung (20.924 Betroffene).
Bei der unselbständigen Beschäftigung in unserem Bundesland wurde ein minimaler Rückgang von 805 Personen oder 0,1 Prozent auf im Schnitt 541.119 Personen beobachtet. Die Arbeitslosenquote betrug in der ersten Jahreshälfte 7,0 Prozent (+ 0,2 Prozentpunkte) und lag damit weiterhin unter dem Österreich-Wert von 7,7 Prozent. Die Zurückhaltung heimischer Unternehmen bei Neueinstelllungen ist ablesbar bei der Zahl der dem AMS Steiermark im Durchschnitt pro Monat gemeldeten offenen Stellen von 10.423, ein Minus von 2,9 Prozent.
Ausblick auf 2. Halbjahr 2026: Fragile Erholung
Die Wirtschaft erholt sich leicht (BIP-Wachstum 0,9 Prozent) und das wird den Arbeitsmarkt stützen. Die Arbeitslosigkeit hat ihren Höhepunkt im ersten Halbjahr erreicht, aber die Erholung bleibt fragil. Unsicherheiten durch internationale Konjunktur, Energiepreise und den Welthandel können den Rückgang jederzeit bremsen. Wir glauben weiterhin daran, dass sich der steirische Arbeitsmarkt im Herbst und gegen Jahresende langsam verbessert und die Zahl der arbeitslosen Menschen in kleinen Schritten bis Jahresende sinkt.
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Diese Seite wurde aktualisiert am: 03. August 2026