Der steirische Arbeitsmarkt: Oktober 2026

38.166 Menschen waren Ende Oktober 2026 in der Steiermark arbeitslos gemeldet. Das sind um 2114 Personen bzw. fast 6 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Eine Trendwende am steirischen Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht in Sicht. Besonders besorgniserregend: Auch wichtige Frühindikatoren entwickeln sich wieder deutlich schlechter.


  • Veröffentlicht 02.11.2026
  • Bundesland Steiermark

Die Situation am steirischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Ende Oktober waren 38.166 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 2114 Personen gegenüber dem Vorjahr. Bei den Frauen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um rund 1200, bei den Männern um rund 900 Personen. Gleichzeitig liegt auch die geschätzte Zahl der unselbstständig Beschäftigten mit 546.000 Personen weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Im Bundesländervergleich verzeichnet die Steiermark nach Niederösterreich den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht erkennbar.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei jungen Menschen und Zeitarbeitskräften. Beide Gruppen gelten als wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Dass sich die Zahlen hier wieder deutlich verschlechtern, ist ein Warnsignal für die kommenden Monate. Auch die Industrie entwickelt sich wieder schwächer als in den vergangenen Monaten. In der Warenproduktion liegt die Arbeitslosigkeit bereits um 7,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit bleibt die erhoffte Erholung der steirischen Industrie weiterhin aus.

„Das Jahr 2026 müssen wir aus Sicht des steirischen Arbeitsmarktes leider abschreiben. Ich hatte gehofft, dass die Steiermark eine ähnliche Entwicklung wie Oberösterreich nimmt und von einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland profitiert. Diese Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt. Die steirische Wirtschaft entwickelt sich derzeit schwächer als erhofft“, lautet die ernüchternde Bilanz des steirischen AMS-Landesgeschäftsführers Karl-Heinz Snobe.

Wenig Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung

Auch die Stimmung in der Wirtschaft bleibt gedrückt. Die steirischen Betriebe zeigen wenig Vertrauen in eine rasche Erholung, die Menschen halten ihr Geld zusammen und sparen. Die Zuversicht fehlt – eine Stimmungsaufhellung ist weiterhin nicht in Sicht. „Wir halten im AMS dagegen: Wir fördern, qualifizieren und schulen, um Menschen neue Perspektiven und Chancen am Arbeitsmarkt zu eröffnen. Wir setzen alles daran, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Beschäftigung zu sichern. Für eine nachhaltige Trendwende braucht es aber auch wieder mehr Vertrauen, Investitionen und Zuversicht in den Wirtschaftsstandort Steiermark“, so die abschließende Einschätzung.

 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. November 2026