Jobchancen am Tiroler Arbeitsmarkt weiterhin gut.

Anzahl der offenen Stellen sinkt leicht. Langzeitarbeitslosigkeit unter 1.000 Personen.


  • Veröffentlicht 03.10.2022
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 30.09.2022 sind in Tirol 12.142 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um -1.426 Menschen weniger (-10,5 %). Österreichweit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei -11,8 % und aktuell gibt es in Österreich 237.409 Arbeitslose.
(Arbeitslose im September 2019: 13.285 | 2020: 19.694 | 2021: 13.568 | 2022: 12.142)

Bei 12.142 Arbeitslosen und geschätzten 352.000 unselbständig Beschäftigten (+5.000 Beschäftigte im Vorjahresvergleich) betrug die Arbeitslosenquote im September 2022 in Tirol 3,3 %.

Mag.a Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol: „Erwerbsarbeit ist für viele Menschen - gerade in Zeiten der Teuerung - der beste Schutz gegen Armut. Wir freuen uns, dass die Jobchancen für Arbeitsuchende weiterhin sehr gut sind und die Langzeitarbeitslosigkeit wieder auf das Niveau von 2019 gesunken ist.“ 

Mit der Fachkräfteoffensive Tirol, individueller Bildungs- und Berufsberatung und einer nachhaltigen und passgenauen Stellenvermittlung verfolgt das Arbeitsmarktservice Tirol das Ziel, die Dauer der Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten.
Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit (Verweildauer) liegt in Tirol mit 80 Tagen noch etwas über dem niedrigen Niveau von 2019. 81,4 % der beim Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkten Menschen nehmen innerhalb von 3 Monaten wieder eine Arbeit auf.
Verweildauer in Arbeitslosigkeit im September 2019: 73 Tage | 2020: 111 Tage | 2021: 111 Tage | 2022: 80 Tage

Der Arbeitskräftemangel stellt aktuell neben hohen Energie- und Rohstoffpreisen die größte Herausforderung für die Tiroler Unternehmen dar.
Mit 9.259 beim AMS Tirol gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen ist die Nachfrage nach Personal am Tiroler Arbeitsmarkt nach wie vor sehr hoch. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 % herrscht in Tirol immer noch Vollbeschäftigung und die Arbeitslosigkeit ist gering. Die Jobchancen haben sich in den vergangenen Monaten auch für jene Menschen verbessert, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Davon profitieren insbesondere Menschen ohne berufliche Ausbildung, mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Ältere und Frauen.
Offene Stellen (sofort verfügbar) im Juni 2022: 11.880 | Juli 2022: 10.877 | August 2022: 9.937 | September 2022: 9.259

  • Arbeitslosigkeit gesunken ↓ -1.426 | -10,5 % auf 12.142 Personen
  • Beschäftigung gestiegen ↑ +5.000 | +1,6 % auf 352.000
  • unselbständig Beschäftigte Arbeitslosenquote gesunken ↓ -0,5 %-Punkte auf 3,3 %

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Der Tiroler Arbeitsmarkt im SEPTEMBER 2022 - Jobchancen am Tiroler Arbeitsmarkt weiterhin gut - Arbeitslosenquote: 3,3%

Langzeitarbeitslosigkeit auf Vorkrisenniveau gesunken
Bei den länger als 1 Jahr arbeitslos vorgemerkten Menschen ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um -54,5 % auf 967 Personen zu verzeichnen. 66,9 % sind älter als 50 Jahre, 45,0 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss und 61,0 % haben gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen. Seit dem Höchststand Ende April 2021 (3.397) sinkt die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich. Das Vorkrisenniveau von ca. 1.000 langzeitarbeitslosen Personen in Tirol ist wieder erreicht. (Langzeitarbeitslosigkeit im April 2021: 3.397 | September 2021: 2.126 | September 2022: 967)

Dynamik am Tiroler Arbeitsmarkt schwächt leicht ab
Im September wurden 2.623 neue Stellen zur sofortigen Vermittlung beim AMS Tirol gemeldet (-13,8 % im Vorjahresvergleich). 3.383 der noch Ende August gemeldeten offenen Stellen konnten im September erfolgreich besetzt werden (-7,4 %). 6.662 Personen haben sich im September beim AMS Tirol arbeitslos vormerken lassen (+10,3 %). Erfolgreich in Arbeit vermittelt wurden im September 3.415 Personen (-3,1 %), wovon 81,4 % kürzer als 3 Monate arbeitslos vorgemerkt waren.

Breites Angebot an Lehrstellen
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um +19,4 % auf 2.033 deutlich gestiegen. Die meisten Lehrlinge werden im Einzelhandel, im Tourismus und im Bau- und Baunebengewerbe gesucht. Zusätzlich sind 102 offene Lehrstellen beim AMS Tirol gemeldet, die nicht sofort angetreten werden können. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist um -8,3 % gesunken. Das sind 433 sofort einsatzbereite Lehrstellensuchende gegenüber 2.033 sofort verfügbaren Lehrstellen.

Höherqualifizierung schützt nachhaltig vor Arbeitslosigkeit
40,0 % der Ende September vorgemerkten Arbeitslosen haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Menschen waren hauptsächlich in Hilfsberufen tätig und haben weder einen Lehrabschluss noch höhere Schulausbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulausbildung lag im August 2022 zuletzt bei 8,7 %. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung liegt dieser Wert mit 2,6 % und bei Akademiker_innen mit 1,5 % deutlich darunter.
Mit Stichtag 30.09.2022 befinden sich 2.102 Personen in Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol. Das sind im Vorjahresvergleich um -406 Personen oder -16,2 % weniger. Im Langzeitvergleich und angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit sind die Schulungsaktivitäten weiterhin auf hohem Niveau. (Schulungsteilnehmer_innen im September 2019: 1.974 | 2020: 1.912 | 2021: 2.508 | 2022: 2.102)

Frauen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen
Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit bei Frauen um -12,5 % und bei Männern um -8,4 % zurück. Mit Ende September sind 6.190 Frauen und 5.952 Männer in Tirol arbeitslos. Die Arbeitslosenquote der Frauen liegt mit 3,6 % deutlich über jener der Männer (3,1 %). Frauen sind zudem seltener erwerbstätig und falls doch, arbeiten sie häufiger in Teilzeit Erwerbstätigenquote in Tirol (2021, 15 bis 63 Jahre): Männer: 78,9 % | Frauen: 69,3 % Teilzeitquote in Tirol (2021): Männer: 11,0 % | Frauen: 54,6 %

Diese Seite wurde aktualisiert am: 03. Oktober 2022