Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 31 Jahren

Geringste Arbeitslosenquote im Bundesländervergleich. Starke Zuwanderung am Tiroler Arbeitsmarkt. Langzeitarbeitslosigkeit gesunken. Anzahl der offenen Stellen erneut rückläufig.


  • Veröffentlicht 01.03.2023
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 28.02.2023 sind in Tirol 14.824 Personen arbeitslos. Das ist der niedrigste Stand zu dieser Jahreszeit seit 1992. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um -850 Menschen weniger (-5,4 %). Bei 14.824 Arbeitslosen und geschätzten 367.000 unselbständig Beschäftigten (+11.000 Beschäftigte im Vorjahresvergleich) betrug die Arbeitslosenquote im Februar 2023 in
Tirol 3,9 %. [Arbeitslose im Februar 2020: 15.307 | 2021: 38.471 | 2022: 15.674 | 2023: 14.824]

Österreichweit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei -2,8 % und aktuell gibt es in Österreich 294.071 Arbeitslose.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol: „Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin sehr robust. Wir gehen für die kommenden Monate allenfalls von einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit aus.“

Beschäftigtendaten Jänner 2023 
Mit 363.284 aufrechten Dienstverhältnissen haben Ende Jänner 2023 so viele Menschen wie nie zuvor in Tirol gearbeitet. Das sind um +11.378 Personen mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Beschäftigten mit österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich nur geringfügig um +31 Personen gestiegen, wobei die Beschäftigung der Frauen um +99 Personen gestiegen und die Beschäftigung der Männer um -68 gesunken ist. Die Anzahl der ausländischen Arbeitskräfte stieg im Vergleich zum Vorjahr um +11.347. Besonders stark zugenommen hat die Zuwanderung von Menschen aus Ungarn (+2.178), Deutschland (+1.377), der Ukraine (+1.092), Rumänien (+811), Kroatien (+723), und der Slowakei (+682). [unselbständige Beschäftigung im Jänner 2020: 355.453 | 2021: 309.724 | 2022: 351.906 | 2023: 363.284]

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol: „Der Tiroler Arbeitsmarkt ist attraktiv und zieht immer mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland an. Ohne diese Menschen, die häufig auch unter ihrem formalen Ausbildungsniveau als Hilfskräfte in Mangelberufen tätig sind, wäre der Personalmangel noch weitaus größer.“

Ende Jänner 2023 waren 1.383 Ukrainer_innen in Tirol unselbständig beschäftigt, mehr als drei Viertel davon sind Frauen (76,6%). Auch schon vor der Invasion Russlands im Februar 2022 haben mit saisonalen Schwankungen stets zwischen 200 und 400 Ukrainer_innen in Tirol gearbeitet. Die Ukrainer_innen sind primär in der Beherbergung und Gastronomie (37,2%), im Handel (12,9%), in der Warenherstellung (9,3%), im Gesundheits- und Sozialwesen (8,8%), in sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungsberufen (7,7%), wie bspw. in der Gebäudereinigung, und in der Landwirtschaft (4,6%) beschäftigt.

  • Arbeitslosigkeit gesunken ↓ -850 | -5,4 % auf 14.824 Personen
  • Beschäftigung gestiegen ↑ +11.000 | +3,0 % auf 367.000 unselbständig Beschäftigte
  • Arbeitslosenquote gesunken ↓ -0,3 %-Punkte auf 3,9 %

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ZUSAMMENFASSUNG: Der Tiroler Arbeitsmarkt im FEBRUAR 2023
Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 31 Jahren
Arbeitslosenquote: 3,9 %

Langzeitarbeitslosigkeit auf das Niveau von 2013 gesunken
Bei den länger als 1 Jahr arbeitslos vorgemerkten Menschen ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um -44,1 % auf 827 Personen zu verzeichnen. Seit dem Höchststand Ende April 2021 (3.397) sinkt die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich und liegt mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2013 (807). 69,0 % sind älter als 50 Jahre, 62,8 % haben gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen und 47,4 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss. [Langzeitarbeitslosigkeit im Februar 2020: 943 | 2021: 2.250 | 2022: 1.480 | 2023: 827]                                                       

Anzahl der offenen Stellen erneut gesunken
Ende Februar waren beim AMS Tirol insgesamt 7.851 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Im langjährigen Vergleich befinden wir uns damit weiter auf einem hohen Niveau. Im Vorjahresvergleich ist die Anzahl der offenen Stellen um -19,5 % bzw. -1.907 gesunken. Der Anteil der gemeldeten offenen Stellen in Teilzeit beträgt 14,6 %. Am höchsten ist der Anteil der Teilzeitstellen im Gesundheits- und Sozialwesen (30,1 %), in der öffentlichen Verwaltung (26,1%) und im Handel (25,9 %). In der Beherbergung und Gastronomie betrug der Anteil der Teilzeitstellen 13,4 %.

Die Dynamik am Stellenmarkt nimmt im Vorjahresvergleich leicht ab. Im Februar wurden um -7,3 % weniger offene Stellen zur sofortigen Vermittlung gemeldet als im Vorjahr und auch die erfolgreichen Stellenbesetzungen gingen um -1,2 % leicht zurück. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im Februar 2020: 5.451 | 2021: 3.558 | 2022: 9.758 | 2023: 7.851]

Anzahl der offenen Lehrstellen rückläufig
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um -20,2 % auf 1.065 gesunken. Die meisten Lehrlinge werden im Handel, im Tourismus und im Bau- und Baunebengewerbe gesucht. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist um +9,5 % gestiegen. Das sind 333 sofort einsatzbereite Lehrstellensuchende gegenüber 1.065 sofort verfügbaren Lehrstellen. [Offene Lehrstellen (sofort verfügbar) im Februar 2020: 851 | 2021: 465 | 2022: 1.335 | 2023: 1.065 Lehrstellensuchende (ohne Einstellzusage, sofort verfügbar) im Februar 2020:315 | 2021: 433 | 2022: 304 | 2023: 333]

Männer stärker von (saisonaler) Arbeitslosigkeit betroffen
Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit bei den Frauen um -10,4 % und bei den Männern um -3,0 % zurück. Mit Ende Februar sind 4.636 Frauen und 10.188 Männer in Tirol arbeitslos. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt zu dieser Jahreszeit aufgrund der Zwischensaison in der Baubranche mit 5,1 % deutlich über jener der Frauen (2,6 %).

Höherqualifizierung schützt nachhaltig vor Arbeitslosigkeit
39,9 % der Ende Februar vorgemerkten Arbeitslosen haben maximal Pflichtschulabschluss. Diese Menschen waren hauptsächlich in Hilfsberufen tätig und haben weder einen Lehrabschluss noch höhere Schulausbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulausbildung lag im Jänner 2023 zuletzt bei 13,2 %. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung liegt dieser Wert mit 5,2 % und bei Akademiker_innen mit 1,3 % deutlich darunter.

Mit Stichtag 28.02.2023 befinden sich 2.289 Personen in Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol. Das sind im Vorjahresvergleich um -356 Personen oder -13,5 % weniger. [Schulungsteilnehmer_innen im Februar 2020: 2.166 | 2021: 2.484 | 2022: 2.645 | 2023: 2.289]

Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. März 2023