DER TIROLER ARBEITSMARKT – BILANZ 2025 UND AUSBLICK 2026
Arbeitslosigkeit und Beschäftigung stiegen 2025 weiter Fachkräftemangel bleibt zentrale Herausforderung am Tiroler Arbeitsmarkt
Gemischte Bilanz für das Jahr 2025
Im Vergleich zum Vorjahr ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen um +7,1 % auf 17.168 gestiegen. Die Anzahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen ist um -4,9 % auf 6.772 gesunken, blieb im langjährigen Vergleich aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Nie zuvor waren in Tirol so viele Menschen unselbstständig beschäftigt wie im Jahr 2025. Die unselbständige Beschäftigung (über 360.000 Beschäftigungsverhältnisse) ist auf einem Rekordhoch. Die (geschätzte) Arbeitslosenquote lag mit 4,5 % spürbar über dem Niveau der letzten drei Jahre. Im Vergleich mit früheren Jahren bleibt sie jedoch weiterhin niedrig. Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist um +14,9 % auf 2.070 Betroffene gestiegen. 12,1 % aller Arbeitslosen waren in Tirol im Jahresdurchschnitt 2025 langzeitbeschäftigungslos. Das ist der geringste Wert im Bundesländervergleich (Ö: 29,2 %).
„Die Beschäftigung ist auf einem historischen Höchststand – das verdeutlicht auch die Stärke unserer Wirtschaft. Die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt blieb jedoch auch 2025 angespannt. In vielen Betrieben fehlen Fachkräfte, während die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere im Handel und in der Industrie, deutlich zugenommen hat.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol.
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Bestand im Jahresdurchschnitt |
2022 |
2023 |
2024 |
2025 |
Arbeitslosenquote* |
4,0 % |
3,9 % |
4,3 % |
4,5 % |
unselbständige Beschäftigung* |
350.689 |
356.603 |
358.980 |
360.179 |
arbeitslose Personen |
14.724 |
14.664 |
16.027 |
17.168 |
langzeitbeschäftigungslose Personen |
2.186 |
1.610 |
1.801 |
2.070 |
Schulungsteilnehmer_innen |
2.288 |
2.117 |
2.279 |
2.460 |
offene Stellen (sofort verfügbar) |
9.877 |
8.025 |
7.120 |
6.772 |
* Unselbständige Beschäftigung und Arbeitslosenquote für den aktuellen Monat Dezember 2025 sind vorläufige Schätzwerte.
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Ausblick ab Mitte 2026 optimistisch
Nach einem weiteren Jahr mit steigender Arbeitslosigkeit fällt der Ausblick auf 2026 für den Tiroler Arbeitsmarkt verhalten positiv aus. Zwar dürften Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote zunächst noch leicht ansteigen. Gleichzeitig werde aber auch die unselbstständige Beschäftigung aufgrund der steigenden Erwerbsbeteiligung von älteren Personen und Frauen sowie einer anhaltend starken Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland weiter anwachsen. Für Tirol fallen die Prognosen dabei etwas positiver aus als für Gesamtösterreich.
„Die aktuellen Wirtschaftsprognosen sehen bereits etwas Licht am Ende des Tunnels. Am Arbeitsmarkt wird dieser Aufwärtstrend aber wahrscheinlich erst zeitverzögert spürbar sein. Die Arbeitslosigkeit wird 2026 zunächst noch leicht steigen und frühestens ab Jahresmitte wieder sinken. Der Strukturwandel und der Fachkräftebedarf werden uns weiterhin intensiv beschäftigen.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol.
Der Tiroler Arbeitsmarkt im Dezember 2025
Mit Stichtag 31.12.2025 sind in Tirol 17.421 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +3,9 % bzw. +646 Personen mehr. 29,7 % der arbeitslos vorgemerkten Personen haben aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb. 63,8 % sind kürzer als 3 Monate arbeitslos und 42,4 % haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +2,9 % gestiegen und aktuell gibt es in Österreich 363.006 Arbeitslose.
[Arbeitslose im Dezember 2022: 15.245 | 2023: 15.814 | 2024: 16.775 | 2025: 17.421]
Bei 17.421 Arbeitslosen und geschätzten 372.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Dezember 2025 in Tirol 4,5 %. [Arbeitslosenquote im Dezember 2022: 4,0 % | 2023: 4,1 % | 2024: 4,3 % | 2025: 4,5 %]
Zusätzlich zu den arbeitslos Vorgemerkten waren 2.474 Personen am 31.12.2025 in Schulungs-maßnahmen des AMS Tirol. Das sind im Vorjahresvergleich um +4,4 % bzw. +105 Personen mehr.
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Arbeitslosigkeit gestiegen
↑ +646 | +3,9 % auf 17.421 Personen
unselbständige Beschäftigung* gesunken
↓ -0,1 % auf 372.000 unselbständig Beschäftigte
Arbeitslosenquote* gestiegen
↑ +0,2 %-Punkte auf 4,5 %
*Unselbständige Beschäftigung und Arbeitslosenquote sind zu diesem Zeitpunkt immer nur eine vorläufige Schätzung.
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Frauen stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen
Die Arbeitslosigkeit ist bei den Frauen im Vergleich zum Vorjahr um +7,6 % auf 6.100 und bei den Männern um +1,9 % auf 11.321 gestiegen. Die geschätzte Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 5,6 % aufgrund der saisonalen Arbeitslosigkeit in der Baubranche deutlich über jener der Frauen (3,3 %). Sowohl bei den Frauen (+0,2 %-Punkte) als auch bei den Männern (+0,1 %-Punkte) liegt die Arbeitslosenquote über dem Vorjahresniveau.
Arbeitslosigkeit in der Baubranche gesunken, in der Industrie stabil
Besonders deutlich stieg die Arbeitslosigkeit im Handel (+240 bzw. +10,4 %), in der Arbeitskräfteüberlassung (+130 bzw. +17,3 %), im Bereich Verkehr und Lagerei (+104 bzw. +12,0 %) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+103 bzw. +9,6 %). In der Warenherstellung (+5 bzw. +0,3 %) ist die Entwicklung aktuell stabil und in der Baubranche liegt die Arbeitslosigkeit sogar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-221 bzw. -5,5 %). Von den 3.821 Arbeitslosen in der Baubranche haben aktuell 75,0 % eine Einstellzusage von einem Betrieb.
Wieder mehr offenen Stellen am Bau und in der Industrie
Ende Dezember waren beim AMS Tirol insgesamt 5.917 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Im Vorjahresvergleich ist die Anzahl der offenen Stellen um -12,2 % bzw. -826 gesunken. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind die Beherbergung und Gastronomie (-501 bzw. - 26,7 %), der Handel (-177 bzw. -13,1 %), das Gesundheits- und Sozialwesen (-136 bzw. -30,4 %) und der Bereich Verkehr und Lagerei (-133 bzw. -24,2 %). In der Baubranche (+78 bzw. +25,7 %), in Architektur- und Ingenieurbüros (+65 bzw. +216,7 %) und auch in der Warenherstellung (+30 bzw. +5,1 %) sind hingegen mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. Der Personalbedarf ist aktuell mit 995 offenen Stellen in der Beherbergung und im Einzelhandel (909) am stärksten ausgeprägt. Die am stärksten nachgefragten Berufe sind Kellner_innen (509) und Gaststättenköch_innen (382).
[Offene Stellen (sofort verfügbar) im Dezember 2022: 9.794 | 2023: 8.043 | 2024: 6.743 | 2025: 5.917]
Über 2.200 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen
Zum Ende des Jahres sind in Tirol 2.226 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +12,1 % bzw. +241 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (54,9 %) haben gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Jede zweite betroffene Person verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss (50,3 %) und fast ebenso viele sind älter als 50 Jahre (48,8 %). Diese Faktoren verdeutlichen die Herausforderungen bei der Wiedereingliederung dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. Januar 2026