Arbeitslosigkeit steigt nur noch leicht in Tirol

Arbeitslosenquote erstmals seit über 2 Jahren stabil.


  • Veröffentlicht 02.02.2026
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 31.01.2026 waren in Tirol 19.418 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +1,8 % bzw. +342 Menschen mehr. Sieben von zehn arbeitslos vorgemerkten Personen (67,6 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. Ein Drittel hat aktuell eine Einstellzusage (36,0 %) von einem Betrieb und fast ebenso viele warenzuletzt in der Baubranche beschäftigt (29,0 %). Österreichweit liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei +3,8 % und aktuell gibt es in Österreich 379.771 Arbeitslose. [Arbeitslose im Jänner 2022: 18.463 | 2023: 17.233 | 2024: 17.879 | 2025: 19.076 | 2026: 19.418]

„Die Rekordbeschäftigung ist auch ein starkes Zeichen für unseren Standort. Auch wenn die Arbeitslosigkeit noch immer leicht ansteigt, erkennen wir klare Signale einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung stimmt uns optimistisch für die kommenden Monate.“  Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Bei 19.418 Arbeitslosen und geschätzten 373.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Jänner 2026 in Tirol 4,9 %. Im Bundesländervergleich ist das der niedrigste Wert. Die (geschätzte) Arbeitslosenquote lag somit genau auf dem Niveau des Vorjahres und ist erstmals seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gestiegen. [Arbeitslosenquote im Jänner 2022: 5,0 % | 2023: 4,5 % | 2024: 4,6 % | 2025: 4,9 % | 2026: 4,9 %]

2.684 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +146 Personen oder +5,8 % mehr. [Schulungsteilnehmer_innen im Jänner 2022: 2.528 | 2023: 2.132 | 2024: 2.338 | 2025: 2.538 | 2026: 2.684]

Tirol profitiert vom Tourismushoch undeiner robusten Bauwirtschaft
Die unselbstständige Beschäftigung in der Baubranche ist in den letzten zehn Jahren in den Wintermonaten besonders stark gestiegen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Hochbau betrug das Beschäftigungswachstum im Vorjahresvergleich zuletzt +2,6 %. Die Arbeitslosigkeit liegt in der Baubranche aktuell um -87 bzw. -1,5 % unter dem Niveau des Vorjahres.

„Die zunehmend milderen Winterbedingungen ermöglichen es vielen Baubetrieben, ihre Arbeitskräfte durchgehend zu beschäftigen – die saisonale Arbeitslosigkeit am Bau geht dadurch zurück. Gleichzeitig sorgt der starke Tourismus, unterstützt durch höhere Saisonkontingente, für ein kräftiges Beschäftigungsplus.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

In der Tourismuswirtschaft haben die erweiterten Saisonkontingente für Arbeitskräfte aus Drittstaaten maßgeblich zu einem Beschäftigungswachstum von zuletzt +2,8 % beigetragen. Die Arbeitslosigkeit ist in der Beherbergung und Gastronomie hingegen, trotz der starken, jüngst gemeldeten Nächtigungszahlen um +7,8 % höher als im Vorjahr.

  • Arbeitslosigkeit gestiegen ↑ +342 | +1,8 % auf 19.418 Personen 
  • Beschäftigung gestiegen ↑ +3.000 | +0,9 % auf 373.000 unselbständig 
  • Beschäftigte Arbeitslosenquote stabil ↔ +0,0 %-Punkte auf 4,9 %

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ÜBERBLICK - Der TirolerArbeitsmarkt im Jänner 2026
Arbeitslosigkeit nur noch leicht gestiegen in Tirol

Arbeitslosigkeit bei Männern gesunken
Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen ist bei den Männern im Vergleich zum Vorjahr um - 0,5 % auf 13.245 gesunken und bei den Frauen um +7,2 % auf 6.173 gestiegen. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mitten in der Wintersaison mit 6,5 % dennoch deutlich über jener der Frauen (3,3 %). Bei den Männern (-0,1 %-Punkte) ist die Arbeitslosenquote leicht gesunken, bei den Frauen (+0,2 %-Punkte) liegt sie weiterhin über dem Vorjahresniveau.

Weiterhin spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Innsbruck
In den Bezirken Landeck (-17,0 %), Kitzbühel (-7,6 %), Schwaz (-4,8 %) und Imst (-2,4 %) sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit kann hingegen in den Bezirken Reutte (+10,6 %), Innsbruck Stadt/Land (+6,2 %), Kufstein (+4,5 %) und Lienz (+1,2 %) beobachtet werden. Allein im Arbeitsmarktbezirk Innsbruck sind +540 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr (Tirol gesamt: +342).

Sinkende Arbeitslosigkeit in Bau und Warenherstellung
In der Warenherstellung (-88 bzw. -4,8 %) und in der Baubranche (-87 bzw. -1,5 %) liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Niveau des Vorjahres. Gestiegen ist sie hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen (+184 bzw. +17,9 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+123 bzw. +7,8 %), im Handel (+71 bzw. +2,9 %), in der öffentlichen Verwaltung (+68 bzw. +11,7 %) und in der Arbeitskräfteüberlassung (+74 bzw. +10,4 %).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit um fast 16 Prozent gestiegen
Aktuell sind in Tirol 2.249 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +15,8 % bzw. +307 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (54,2 %) haben gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Fast ebenso viele verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss (50,6 %) oder sind älter als 50 Jahre (48,8 %).

Weiterhin Rückgang bei offenen Stellen, Anstieg in Bau und Warenherstellung
Die Anzahl der beim AMS Tirol zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen liegt spürbar unter dem Vorjahresniveau. Ende Jänner waren beim AMS Tirol 6.166 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Rückgang von -7,5 % oder -502 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht. 
Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind die Beherbergung und Gastronomie (-205 bzw. -15,4 %), das Gesundheits- und Sozialwesen (-200 bzw. -38,8 %), der Handel (-130 bzw. -9,3 %) und der Bereich Verkehr und Lagerei (-119 bzw. -25,4 %). In der Baubranche (+58 bzw. +11,2 %), in der Warenherstellung (+56 bzw. +7,3 %) und bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+55 bzw. +33,5 %) sind hingegen mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im Jänner 2022: 9.312 | 2023: 7.910 | 2024: 6.748 | 2025: 6.668 | 2026: 6.166]

Beschäftigtendaten Dezember 2025 (Vormonat)
Ende Dezember 2025 waren in Tirol 375.053 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse registriert. Das sind um +2.587 bzw. +0,7 % mehr als im Vorjahr. Im Bundesländervergleich hatte Tirol gemeinsam mit Wien (+0,7 %) das stärkste Beschäftigungswachstum. Österreichweit ist die Beschäftigung nur marginal um +0,1 % gewachsen. Bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1.561 bzw. +10,4 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+1.432 bzw. +2,8 %), im Gesundheits- und Sozialwesen (+829 bzw. +2,0 %) und in der Baubranche (+641 bzw. +2,6 %) ist die unselbständige Beschäftigung im Vorjahresvergleich in absoluten Zahlen besonders spürbar gestiegen. In der Warenherstellung (-1.829 bzw. -3,4 %) und im Handel (-722 bzw. -1,5 %) ging die Anzahl der Jobs hingegen deutlich zurück. Bei den Frauen (+1.779 bzw. +1,0 %) ist die unselbständige Beschäftigung stärker gestiegen als bei den Männern (+808 bzw. +0,4 %). Die unselbständige Beschäftigung von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich um +4.064 bzw. +3,6 % gestiegen. Bei den österreichischen Staatsangehörigen konnte ein Rückgang um -1.477 bzw. -0,6 % beobachtet werden. [unselbständige Beschäftigung im Dezember 2022: 364.141 | 2023: 369.128 | 2024: 372.466 | 2025: 375.053] 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 02. Februar 2026