Hybrid, überregional, zukunftsfit: AMS startet neue Ausbildungskooperation Kärnten – Tirol


  • Veröffentlicht 12.03.2026
  • Bundesland Tirol

Wenn sich Arbeitsmarkt und Rahmenbedingungen verändern, sind auch seitens des AMS neue Lösungen gefragt – wie die Fachausbildung im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung für die Bezirke Spittal/Drau
und Lienz. Eine bundeslandübergreifende Kooperation zurStärkung des regionalen Fachkräftepotenzials und der Randregionen. 

„Ausbildung zum_zur Rechnungswesen-Assistent_in. Modul 1 bis 3“ – was nach einer klassischen AMS-Ausbildung klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als neues Ausbildungskonzept: hybrid, überregional – und dadurch zukunftsfit.

„Dank digitaler Möglichkeiten können wir AMS-Fachausbildungen nun kosteneffizienter und zeitgleich auch in entlegene Gebiete bringen und so Arbeitsuchenden in Randregionen neue Perspektiven eröffnen. Zugleich unterstützen wir Unternehmen im Fachkräftebedarf, stärken die regionale Wirtschaft und die Bezirke“, sagen AMS-Österreich-Vorstandsmitglied Petra Draxl, AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig und AMS-Tirol-Chefin Sabine Platzer-Werlberger im Rahmen eines gemeinsamen Pressegespräches in Lienz.

Und so funktioniert das neue Konzept: Wenn im Bildungshaus in Lienz der Unterricht in Präsenz erfolgt, wird der Kurs live nach Spittal/Drau gestreamt; beim nächsten Mal umgekehrt. An beiden Orten werden den
Kursteilnehmenden Schulungsräume samt technischem Equipment zur Verfügung gestellt. Präsenztage sind verpflichtend; es besteht aber die Möglichkeit, einige Teile der Ausbildung digital – bei eingeschalteter Kamera – von anderswo zu absolvieren, etwa von zuhause aus.

Hinter dem Konzept steckt eine Kooperation von AMS Kärnten und AMS Tirol. Mit der Kursumsetzung vor Ort ist das bfi – Berufsförderungsinstitut betraut; auch hier in Form einer bundeslandübergreifenden Zusammenarbeit.

Die Fachausbildung gliedert sich in 3 aufbauende Module. Ziel ist es, Arbeitsuchende mit geringen oder keinen Vorkenntnissen hin zu einem fachlichen Abschluss mit gesetzlicher Anerkennung im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung zu qualifizieren. Durch das Zusammenfassen zweier Regionen ist das Interesse groß: Geplant für 12 Teilnehmende, besuchen nun 17 Personen das derzeit laufende zweite Modul „Ausbildung zum_zur Rechnungswesenassistent_in Personalverrechnung“, das Anfang Juni mit der Personalverrechner_innen-Prüfung abschließt. Die Kosten über rund 200.000 Euro für alle drei Module übernimmt die AMS-Bundesgeschäftsstelle.

„Der Arbeitsmarkt ist im Umbruch: Die demographische Entwicklung, die Verschiebung des Arbeitskräftepotenzials, aber auch veränderte Budgets – das alles birgt große Herausforderungen, für die wir österreichweit im AMS neue, zukunftsweisende Lösungen finden müssen. Die hybride Ausbildung für die Bezirke Lienz und Spittal stellt so eine Lösung dar. Getragen von Digitalisierung und technischen Möglichkeiten können wir Bildungsräume neu denken, besser und kosteneffizienter nutzen; wir bündeln Kräfte, kooperieren überregional und schaffen zugleich regional Chancen“, sagt Petra Draxl, Vorstandsmitglied des AMS Österreich.

Für Peter Wedenig, Chef des AMS Kärnten, besteht eine zentrale Herausforderung darin, Arbeitskräfte in den Bezirken zu halten. „Der Schlüssel dafür ist Qualifizierung entsprechend der Nachfrage der Wirtschaft. Mit anziehender Konjunktur wird sich der Bedarf nach Arbeits- und Fachkräften weiter erhöhen. Damit rücken solch neue Perspektiven für Fachausbildungen besonders in den Fokus. Mehr denn je kommt es darauf an, das regionale Arbeitskräftepotenzial zu stärken, um Betriebe vor Ort mit qualifizierten Mitarbeitenden zu unterstützen. Daraus ergibt sich ein mehrfacher Nutzen: Wenn Unternehmen Personal finden, sichert das den Standort und das ist ein wesentlicher Schritt gegen Abwanderung.“ Für Kärnten ist das überregionale Ausbildungskonzept auch beispielgebend für Kooperationen mit dem AMS Steiermark im Zuge der Koralmbahn.

„Das neue Ausbildungskonzept bietet mehr Flexibilität. Wir können dadurch auch Menschen erreichen, die wir sonst schwer oder gar nicht erreichen; zum Beispiel aufgrund von Betreuungspflichten, langen Anfahrtswegen oder eingeschränkter Mobilität“, sagt Sabine Platzer-Werlberger, Geschäftsführerin des AMS Tirol. „Damit setzt das AMS einen weiteren Akzent, um Chancengleichheit in Regionen voranzutreiben. Außerdem entspricht die Art der Kursumsetzung mittlerweile auch den Arbeitsrealitäten in vielen Unternehmen: Gerade im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung gibt es hybride Arbeitsmöglichkeiten.“

Hybrid, überregional, zukunftsfit: AMS startet neue Ausbildungskooperation Kärnten – Tirol
Am Bild v.l.n.r.: BFI Kärnten Geschäftsführer Ing. Gottfried Pototschnig, AMS-Tirol-Chefin Sabine Platzer-Werlberger, AMS-Österreich-Vorstandsmitglied Petra Draxl, AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig, BFI Tirol Geschäftsführer Othmar Tamerl.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 12. März 2026