Arbeitslosigkeit sinkt in Tirol

Arbeitslosigkeit im Tourismus deutlich unter Vorjahresniveau, jeder Achte von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen.


  • Veröffentlicht 01.06.2026
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 31.05.2026 waren in Tirol 17.882 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um -476 Menschen weniger (-2,6 %). Zwei Drittel der arbeitslos vorgemerkten Personen (66,8 %) sind kürzer als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. Drei von Zehn haben aktuell eine Einstellzusage (31,2 %) von einem Betrieb und fast ebenso viele warenzuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt (31,4 %).
Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +1,9 % gestiegen und aktuell sind in Österreich 301.676 Menschen arbeitslos vorgemerkt. [Arbeitslose im Mai 2022: 15.579 | 2023: 15.690 | 2024: 16.704 | 2025: 18.358 | 2026: 17.882]

„Der Tiroler Arbeitsmarkt ist gut in die Sommersaison gestartet. Besonders der Tourismus sorgt für eine spürbare Belebung und hat die Arbeitslosigkeit sinken lassen. Aber auch in anderen Branchen können wir aktuell erfreuliche Entwicklungen beobachten.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Bei 17.882 Arbeitslosen und geschätzten 349.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Monat 2026 in Tirol 4,9 %. Im Bundesländervergleich ist das hinter Salzburg der zweitniedrigste Wert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote in Tirol um -0,1- Prozentpunkte gesunken. [Arbeitslosenquote im Mai 2022: 4,4 % | 2023: 4,3 % | 2024: 4,6 % | 2025: 5,0 % | 2026: 4,9 %]

Gesundheit und Pflege als Jobmotor, Industriebaut weiterhin Stellen ab
Das mit Abstand stärkste Beschäftigungswachstum ist derzeit im  Gesundheits- und Sozialwesen zu verzeichnen. Ende April 2026 waren hier um +1.371 bzw. +3,3 % mehr unselbstständige Dienstverhältnisse gemeldet als im Vorjahr. Während sich die Beschäftigtenzahlen im Sozialwesen nahezu stabil entwickelten (-32 bzw. -0,3 %), kam es insbesondere im Gesundheitswesen (+1.034 bzw. +4,2 %) sowie in Pflege- und Seniorenheimen (+369 bzw. +5,3 %) zu einem deutlichen Personalaufbau. Von dieser Dynamik im Gesundheits- und Sozialbereich profitierten Frauen (+1.053 bzw. +3,4 %) etwas stärker als Männer (+318 bzw. +3,1 %).

„Der Tiroler Arbeitsmarkt befindet sich mitten im strukturellen Wandel, der auch unterschiedliche Beschäftigungschancen für Frauen und Männer und bestehende Segregationsmuster sichtbar macht.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Den stärksten Beschäftigungsrückgang gab es hingegen in der Warenherstellung. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Ende April 2026 um -428 bzw. -0,8 % weniger unselbstständige Dienstverhältnisse gezählt. Dabei waren Männer (-373 bzw. -1,0 %) deutlich stärker vom Stellenabbau betroffen als Frauen (-55 bzw. -0,4 %). Im Handel hingegen konnte der Abwärtstrend vorerst gestoppt werden (+159 bzw. +0,3 %). Von dieser Entwicklung profitierten Männer (+195 bzw. +0,9 %) stärker, während
bei Frauen (-36 bzw. -0,1 %) weiterhin ein leichter Rückgang zu beobachten war.

  • Arbeitslosigkeit gesunken ↓ -476 | -2,6 % auf 17.882 Personen
  • Beschäftigung stabil ↔ +0 | +0,0 % auf 349.000 unselbständig Beschäftigte
  • Arbeitslosenquote gesunken ↓ -0,1 %-Punkte auf 4,9 %

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ÜBERBLICK: DER TIROLER ARBEITSMARKT IM MAI 2026
Arbeitslosigkeit sinkt in Tirol

Arbeitslosigkeit bei Männern und Frauen gesunken
Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Männer ist im Vergleich zum Vorjahr um -1,9 % auf 8.853 gesunken. Bei den Frauen konnte ein Rückgang um -3,3 % auf 9.029 beobachtet werden. Die Arbeitslosenquote der Frauen liegt mit 5,2 % deutlich über jener der Männer (4,6 %). Bei beiden den Frauen um - 0,2 %- Punkte und bei den Männern um -0,1 %-Punkte.

Arbeitslosigkeit nur im Arbeitsmarktbezirk Innsbruck gestiegen
Mit Ausnahme vom Arbeitsmarktbezirk Innsbruck Stadt/Land (+3,9 % bzw. +285) ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr in allen Tiroler Bezirken gesunken. Am stärksten fiel der Rückgang in den Bezirken Kitzbühel (-12,6 %), Lienz (-11,2 %) und Imst (-10,4 %) aus. Aber auch in den Bezirken Kufstein (-6,7 %), Landeck (-4,3 %), Schwaz (-3,2 %) und Reutte (-2,2 %) sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr.

Anstieg bei Drittstaatsangehörigen und Menschen mit Behinderung
Bei den Älteren (50 Jahre und älter) ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um -4,3 % bzw. -252 überdurchschnittlich stark gesunken. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren fiel der Rückgang hingegen nur marginal aus (-0,2 %).
Die Arbeitslosigkeit von Menschen aus sonstigen Drittstaaten ist im Vorjahresvergleich um +3,3 % gestiegen. Bei Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft (-3,7 %) und bei den EU-Bürger_innen (-3,8%) konnte hingegen ein Rückgang beobachtet werden. Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit einer anerkannten Behinderung (+3,9 %).

Jede achte arbeitslose Person von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen
Aktuell sind in Tirol 2.396 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +15,5 % bzw. +321 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (54,2 %) hat gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Fast ebenso viele verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss (50,2 %) und fast jede zweite betroffene Person ist älter als 50 Jahre (47,9 %).

Arbeitslosigkeit im Tourismus deutlich unter Vorjahresniveau
In der Beherbergung und Gastronomie (-483 bzw. -7,9 %) und in der Warenherstellung (-130 bzw. - 8,9 %) liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Gesunken ist sie auch im Bereich Verkehr und Lagerei (-88 bzw. -5,2 %) und bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-58 bzw. -3,4 %). In der Baubranche (+10 bzw. +1,3 %) und im Handel (+23 bzw. +0,9 %) kann eine stabile Entwicklung beobachtet werden. Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit hingegen bei den sonstigen Dienstleistungen (+57 bzw. +18,2 %) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+41 bzw. +3,8 %).

Nur noch leichter Rückgang bei offenen Stellen
Die Anzahl der beim AMS Tirol zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen liegt weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Ende Mai waren beim AMS Tirol 7.122 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Rückgang von -0,3 % oder -25 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind das Gesundheits- und Sozialwesen (-130 bzw. -27,5 %), im Handel (-98 bzw. -7,1 %) und im Bereich Verkehr und Lagerei (-41 bzw. -10,1 %). In der Arbeitskräfteüberlassung (+287 bzw. +38,6 %) sind hingegen deutlich mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. Ein leichter Zuwachs konnte auch in der Beherbergung und Gastronomie (+88 bzw. +6,9 %) und in der Baubranche (+36 bzw. +4,3 %) beobachtet werden. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im Mai 2022: 11.592 | 2023: 8.790 | 2024: 7.986 | 2025: 7.147 | 2026: 7.122]

Deutlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende
In Tirol ist der Bestand an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr um +8,7 % auf insgesamt 1.184 gestiegen. Damit unterscheidet sich der Lehrstellenmarkt in Tirol von allen anderen Bundesländern, in denen die Anzahl offener Lehrstellen rückläufig ist. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist im Vorjahresvergleich um +0,3 % auf 380 minimal gestiegen. Die Zahl der offenen Lehrstellen übersteigt damit deutlich die Zahl der Lehrstellensuchenden. Diese Diskrepanz unterstreicht den fortbestehenden Bedarf an jungen Fachkräften, quer durch verschiedene Branchen. [Offene Lehrstellen (sofort verfügbar) im Mai 2022: 1.396 | 2023: 1.138 | 2024: 1.283 | 2025: 1.089 | 2026: 1.184] [Lehrstellensuchende (sofort verf., ohne Einstellzusage) im Mai 2022: 323 | 2023: 288 | 2024: 341 | 2025: 379 | 2026: 380] 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. Juni 2026