Tiroler Arbeitsmarkt bleibt auf stabilem Kurs

Leichter Anstieg bei offenen Stellen, Langzeitbeschäftigungslosigkeit steigt weiter.


  • Veröffentlicht 01.07.2026
  • Bundesland Tirol

Mit Stichtag 30.06.2026 waren in Tirol 13.991 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +221 Menschen mehr (+1,6 %). Sechs von zehn arbeitslos vorgemerkten Personen (57,5 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. 14,3 % haben aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb und 20,9 % waren zuletzt in der Beherbergungund Gastronomie beschäftigt.
Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +2,4 % gestiegen und aktuell sind in Österreich 295.457 Menschen arbeitslos vorgemerkt. Mit einem Zuwachs von +1,6 % entwickelte sich Tirol damit günstiger als der bundesweite Durchschnitt. [Arbeitslose im Juni 2022: 10.806 | 2023: 10.796 | 2024: 12.558 | 2025: 13.770 | 2026: 13.991]

„Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine erfreuliche Stabilität. Die Beschäftigung wächst, die Arbeitslosenquote bleibt auf niedrigem Niveau und bei den offenen Stellen sind wieder leichte Zuwächse erkennbar. Das sind positive Signale für die kommenden Monate.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Bei 13.991 Arbeitslosen und geschätzten 362.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Juni 2026 in Tirol 3,7 %. Im Bundesländervergleich ist das der niedrigste Wert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote in Tirol auf dem gleichen Niveau geblieben. [Arbeitslosenquote im Juni 2022: 3,0 % | 2023: 2,9 % | 2024: 3,4 % | 2025: 3,7 % | 2026: 3,7 %]

2.742 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +322 Personen oder +13,3 % mehr. [Schulungsteilnehmer_innen im Juni 2022: 2.389 | 2023: 2.120 | 2024: 2.148 | 2025: 2.420 | 2026: 2.742]

Ältere Arbeitskräfte im Fokus: Beschäftigung steigt,Herausforderungen bleiben
Mit dem demografischen Wandel rückt die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen immer stärker in den Fokus der Tiroler Arbeitsmarktpolitik. Ende Mai 2026 standen in Tirol bereits 61.877 Personen dieser Altersgruppe in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich von 11,1 Prozent auf 17,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig zeigt sich, dass ältere Arbeitskräfte stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

„Wer im höheren Alter arbeitslos wird, braucht rasche und wirksame Unterstützung. Mit der Aktion 55+ bieten wir bereits über 500 Menschen eine gezielte Förderung, um eine Verfestigung von Arbeitslosigkeit zu verhindern. Angesichts des demografischen Wandels sind ältere Arbeitskräfte mit ihrer Erfahrung für die Tiroler Betriebe wichtiger denn je.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Im ersten Halbjahr 2026 meldeten sich 5.605 Personen im Alter von 55 bis 64 Jahren beim AMS Tirol arbeitslos. Im selben Zeitraum konnten 4.373 Personen dieser Altersgruppe wieder in Arbeit vermittelt werden und knapp 2.000 Menschen haben sich wegen Krankenstand abgemeldet oder sind in die Pension übergetreten. Insgesamt waren 820 der 3.435 vorgemerkten arbeitslosen Personen in diesem Alter von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen. Das entspricht einem Anteil von 23,9 % (gesamt: 13,2 %).

  • Arbeitslosigkeit gestiegen ↑ +221 | +1,6 % auf 13.991 Personen
  • Beschäftigung gestiegen ↑ +1.000 | +0,2 % auf 362.000 unselbständig Beschäftigte
  • Arbeitslosenquote stabil ↔ +/-0,0 %-Punkte auf 3,7 %

___________

ÜBERBLICK - Der Tiroler Arbeitsmarktim JUNI 2026
Tiroler Arbeitsmarkt bleibt auf stabilem Kurs

Arbeitslosigkeit bei Frauen leicht gestiegen, bei Männern stabil
Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 3,7 % leicht unter jener der Frauen (3,8 %). Bei den Frauen ist die Arbeitslosenquote um +0,1 %-Punkte gestiegen, bei den Männern liegt sie stabil auf dem Vorjahresniveau. Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Männer ist im Vergleich zum Vorjahr um +0,3 % marginal auf 7.195 gestiegen. Bei den Frauen konnte ein Anstieg um +3,0 % auf 6.796 beobachtet werden.

Weiterhin stärkerer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Arbeitsmarktbezirk
Innsbruck
Im größten Arbeitsmarktbezirk Innsbruck (inklusive Innsbruck Land) sind +339 Menschen (+4,9 %) mehr arbeitslos als im Vorjahr. Einen geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnen Reutte, Schwaz, Kitzbühel und Imst. In den Bezirken Lienz, Kufstein und Landeck sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt.

Langzeitbeschäftigungslosigkeit steigt weiter
Aktuell sind in Tirol 2.405 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +14,9 % bzw. +312 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (55,3 %) lebt mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Behinderung, die eine Arbeitsaufnahme erschweren. Fast jede zweite betroffene Person verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss (49,9 %) und fast ebenso viele sind älter als 50 Jahre (47,6 %).

Arbeitslosigkeit in der Industrie spürbar unter Vorjahresniveau
In der Warenherstellung (-112 bzw. -8,2 %) liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Leicht gesunken ist sie auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-6 bzw. - 0,4 %). Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit hingegen bei den sonstigen Dienstleistungen (+74 bzw. +26,0 %) bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+68 bzw. +16,9 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+68 bzw. +2,4 %) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+32 bzw. +2,8 %). In der Baubranche (+0,3 %) und im Handel (+1,2 %) ist die Arbeitslosigkeit relativ stabil.

Leichter Anstieg bei offenen Stellen
Erstmals seit Oktober 2025 liegt die Zahl der beim AMS Tirol gemeldeten offenen Stellen wieder über dem Vorjahresniveau. Ende Juni waren beim AMS Tirol 7.306 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Anstieg von +1,3 % oder +93 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht. Besonders deutlich ist der Anstieg in der Arbeitskräfteüberlassung (+214 bzw. +31,3 %) und in der Beherbergung und Gastronomie (+105 bzw. +7,5 %) ausgefallen. Auch in der Baubranche (+49 bzw. +6,3 %), bei den technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen (+48 bzw. +28,6 %) und in der Warenherstellung (+44 bzw. +4,9 %) kann ein Anstieg der gemeldeten offenen Stellen beobachtet werden. Im Gesundheits- und Sozialwesen (-138 bzw. -28,7 %), im Handel (-130 bzw. -9,0 %), und im Bereich Verkehr und Lagerei (-92 bzw. -19,8 %) sind hingegen weniger offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im Juni 2022: 11.880 | 2023: 9.200 | 2024: 8.013 | 2025: 7.213 | 2026: 7.303]

Beschäftigtendaten Mai 2026 (Vormonat)
Ende Mai 2026 waren in Tirol 351.565 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Das sind um +2.279 bzw. +0,7 % mehr als im Vorjahr. Im Bundesländervergleich konnte Tirol hinter Wien (+0,8 %) das zweitstärkste Beschäftigungswachstum verzeichnen. Bei den Frauen (+1.487 bzw. +0,9 %) ist die unselbständige Beschäftigung stärker gestiegen als bei den Männern (+792 bzw. +0,4 %). In der Beherbergung und Gastronomie (+1.403 bzw. +4,3 %), im Gesundheits- und Sozialwesen (+981 bzw. +2,4 %), im Erziehungs- und Unterrichtswesen (+307 bzw. +3,4 %) und im Handel (+253 bzw. +0,5 %) ist die unselbständige Beschäftigung im Vorjahresvergleich in absoluten Zahlen besonders spürbar gestiegen. In der Warenherstellung (-499 bzw. -0,9 %) ging die Anzahl der Jobs hingegen deutlich zurück. Die unselbständige Beschäftigung von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich um +2.945 bzw. +3,1 % gestiegen. Bei den österreichischen Staatsangehörigen konnte ein Rückgang um -666 bzw. -0,3 % beobachtet werden. [Beschäftigung im Mai 2022: 341.185 | 2023: 346.239 | 2024: 349.130 | 2025: 349.286 | 2026: 351.565] 

Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. Juli 2026