Tirols Arbeitsmarkt bleibt auf stabilem Kurs
Beschäftigung wächst, Arbeitslosenquote bleibt niedrig, Nachfrage nach Arbeitskräften zieht an
Mit Stichtag 30.09.2026 waren in Tirol 15.501 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +260 Menschen mehr (+1,7 %). Fast zwei Drittel der arbeitslos gemeldeten Personen (63 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos. Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um +2,5 % gestiegen und aktuell sind in Österreich 306.624 Menschen arbeitslos. [Arbeitslose im September 2022: 12.142 | 2023: 12.065 | 2024: 13.846 | 2025: 15.241 | 2026: 15.501]
„Die Beschäftigung wächst und Tirol weist erneut die niedrigste Arbeitslosenquote österreichweit auf. Trotz einer stabilen Beschäftigungssituation bleibt Tirol mit strukturellen Herausforderungen, z. B. Langzeitbeschäftigungslosigkeit, konfrontiert. “ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol
Bei 15.501 Arbeitslosen und geschätzt 361.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im September 2026 in Tirol 4,1 %. Im Bundesländervergleich ist das erneut der niedrigste Wert. Die Arbeitslosenquote in Tirol blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant. [Arbeitslosenquote im September 2022: 3,3 % | 2023: 3,3 % | 2024: 3,7 % | 2025: 4,1 % | 2026: 4,1 %]
Langzeitbeschäftigungslosigkeit steigt weiter deutlich
Aktuell sind in Tirol 2.538 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +20,7 % bzw. +436 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (55,7 %) hat gesundheitliche Einschränkungen, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Fast jede zweite betroffene Person verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss (49,2 %) oder ist älter als 50 Jahre (47,6 %).
„Der deutliche Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit zeigt, dass nicht alle Menschen gleichermaßen von der stabilen Arbeitsmarktlage profitieren. Gerade Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder längeren Erwerbsunterbrechungen benötigen gezielte Unterstützung und Qualifizierungsangebote.“ Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol
Arbeitslosigkeit nach Branchen
Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen (+52 bzw. +3,9 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+47 bzw. +1,5 %) und im Handel (+38 bzw. +1,4 %). In der Warenherstellung (-80 bzw. -5,4 %), in Verkehr und Lagerei (-70 bzw. -6,2%) und in der Arbeitskräfteüberlassung (-40 bzw. – 6,4 %) liegt die Arbeitslosigkeit hingegen unter dem Niveau des Vorjahres.
- Arbeitslosigkeit gestiegen ↑ +260 | +1,7 % auf 15.501 Personen
- Beschäftigung gestiegen ↑ +2.000 | +0,5 % auf 361.000 unselbständig Beschäftigte
- Arbeitslosenquote konstant → 0,0 % | 4,1 %
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ÜBERBLICK - Der Tiroler Arbeitsmarkt im September 2026
Tirols Arbeitsmarkt bleibt auf stabilem Kurs
Frauen stärker von Saisonalität betroffen
Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Männer ist im Vergleich zum Vorjahr um -0,6 % auf 7.650 gesunken. Bei den Frauen konnte hingegen ein Anstieg um +4,1 % auf 7.851 beobachtet werden. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 3,9 % unter jener der Frauen (4,4 %). Bei den Frauen liegt die Arbeitslosenquote um +0,1 %-Punkte über dem Vorjahresniveau, bei den Männern bleibt sie gleich zum Vorjahr.
Anstieg bei offenen Stellen
Die Anzahl der beim AMS Tirol zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen ist im Vorjahresvergleich gestiegen. Ende September waren beim AMS Tirol 7.339 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Anstieg von +6,5 % oder +448 Stellen entspricht. Besonders stark fiel der Anstieg in der Arbeitskräfteüberlassung (+372 bzw. +44,7 %) und im Handel (+63 bzw. +4,5%) aus. Auch in Verkehr und Lagerei (+55 bzw. +12,9%), in der öffentlichen Verwaltung (+49 bzw. +40,2 %) und in der Baubranche (+24 bzw. +3,3 %) ist die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen gestiegen. Im Gesundheits- und Sozialwesen (-108 bzw. -24,7 %) und in der Beherbergung und Gastronomie (-40 bzw. -3,9 %) sind hingegen weniger offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. [Offene Stellen (sofort verfügbar) im September 2022: 9.259 | 2023: 7.734 | 2024: 6.977 | 2025: 6.891 | 2026: 7.339]
Deutliche Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit nach Bildungsabschluss
Ende September hatten 39,5 % der vorgemerkten Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Personen arbeiteten hauptsächlich in Hilfsberufen und besitzen weder einen Lehrabschluss noch eine höhere Schulbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss betrug zuletzt (Vormonat) 10,5 %. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung lag dieser Wert bei 2,8 % und bei Akademiker_innen bei 2,2 %.
2.725 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +361 Personen oder +15,3 % mehr. [Schulungsteilnehmer_innen im September 2022: 2.102 | 2023: 1.896 | 2024: 2.281 | 2025: 2.364 | 2026: 2.725]
Deutlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende
In Tirol ist der Bestand an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr um +24,5 % auf insgesamt 1.548 gestiegen. Damit unterscheidet sich der Lehrstellenmarkt in Tirol von allen anderen Bundesländern, in denen die Anzahl offener Lehrstellen entweder nur leicht gestiegen ist oder rückläufig ist. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist im Vorjahresvergleich um +8,8 % auf 596 gestiegen. Die Zahl der offenen Lehrstellen übersteigt damit weiterhin deutlich die Zahl der Lehrstellensuchenden. Diese Diskrepanz unterstreicht den fortbestehenden Bedarf an Fachkräften. [Offene Lehrstellen (sofort verfügbar) im September 2022: 2.033 | 2023: 1.976 | 2024: 1.645 | 2025: 1.243 | 2026: 1.548] [Lehrstellensuchende (sofort verf., ohne Einstellzusage) im September 2022: 433 | 2023: 452 | 2024: 538 | 2025: 548 | 2026: 596]
Beschäftigtendaten August 2026 (Vormonat)
Ende August 2026 waren in Tirol 366.693 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Das sind um +2.122 bzw. +0,6 % mehr als im Vorjahr. Im Bundesländervergleich konnte Tirol hinter Wien (+0,7 %) und dicht gefolgt von Salzburg (+0,5%) das zweitstärkste Beschäftigungswachstum verzeichnen. In Tirol fiel bei den Frauen (+1.056 bzw. +0,6 %) in unselbständiger Beschäftigung der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ähnlich aus wie bei den Männern (+1.066 bzw. +0,6 %).
Im Gesundheits- und Sozialwesen (+813 bzw. +2,0 %), im Handel (+698 bzw. +1,5 %) und in der Beherbergung und Gastronomie (+606 bzw. +1,3 %) ist die unselbständige Beschäftigung im Vorjahresvergleich in absoluten Zahlen besonders spürbar gestiegen. In der Warenherstellung (-210 bzw. -0,4 %) und im Bereich Verkehr und Lagerei (-120 bzw. -0,6 %) ging die Beschäftigung hingegen zurück.
Die unselbständige Beschäftigung von Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft ist im Vorjahresvergleich um +2.801 bzw. +2,7 % gestiegen. Bei den österreichischen Staatsangehörigen konnte ein Rückgang um -679 bzw. -0,3 % beobachtet werden. Nach Nationalität betrachtet fiel die Beschäftigung im Tiroler Arbeitsmarkt aus den Herkunftsländern Deutschland (+1.106 bzw. +4,7 %), Syrien (+335 bzw. +13,1 %), der Ukraine (+295 bzw. +14,6 %), Rumänien (+228 bzw. +4,4 %) und Nepal (+194 bzw. +47,1 %) besonders stark aus. [unselbständige Beschäftigung im August 2022: 357.507 | 2023: 362.241 | 2024: 363.207 | 2025: 364.571 | 2026: 366.693]
Diese Seite wurde aktualisiert am: 01. Oktober 2026