Fachkräfteausbildung bleibt Schlüssel zur Sicherung des regionalen Arbeitskräftebedarfs
Die Sicherung ausreichend qualifizierter Fachkräfte zählt weiterhin zu den zentralen Herausforderungen des Vorarlberger Arbeitsmarkts. Aktuell (Stand Ende März 2026) waren beim AMS Vorarlberg 5.383 Personen mit max. Pflichtschulabschluss arbeitslos vorgemerkt.
„Die Arbeitsmarktdaten zeigen klar auf, dass Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind“, informiert AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter über die Notwendigkeit einer Fachkräfteausbildung. Die Arbeitslosenquote von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss lag im Februar bei 16,1 Prozent, während die allgemeine Arbeitslosenquote über alle Ausbildungsniveaus hinweg bei 6,1 Prozent lag. Von insgesamt 3.128 sofort verfügbaren offenen Stellen wiesen nur 961 als Mindestanforderung einen Pflichtschulabschluss auf. „Rund 68 Prozent der Stellen verlangen mindestens einen Lehrabschluss oder eine höhere Qualifikation. Diese Zahlen machen deutlich, dass Ausbildung der wichtigste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist und dass für Menschen ohne formalen Abschluss eine strukturelle Lücke zwischen vorhandenen Kompetenzen und betrieblichen Anforderungen besteht“, betontBernhard Bereuter.
11,2 Millionen Euro und 2690 Plätze für Ausbildung im Jahr 2026
Vor diesem Hintergrund verstärkt das AMS Vorarlberg seine Investitionen in Aus‑ und Weiterbildungsangebote, die Menschen ohne formalen Berufsabschluss gezielt unterstützen und zugleich Unternehmen entlasten sollen. Für das Jahr 2026 stehen insgesamt 11,2 Millionen Euro für Programme der Fachkräfteausbildung zur Verfügung; das AMS stellt 2.690 Plätze zur Fachkräfteausbildung bereit. Allein für das Programm FiT (Frauen in die Technik) sind rund 1 Million Euro und 483 Plätze vorgesehen.
Die Programmschwerpunkte des AMS Vorarlberg umfassen:
* Stiftungs- und arbeitsplatznahe Qualifizierungsmodelle (z. B. in Kooperation mit Unternehmen zur Nachqualifizierung auf Lehrabschlussniveau)
* Lehrstellenförderung zur Unterstützung von Betrieben bei der Ausbildung von ausgewählten Lehrlingen beispielsweise junge und erwachsene Frauen in Lehrberufen mit geringem Frauenanteil oder für über 18-jährige Personen ohne Ausbildungsabschluss
* FiT– Frauen in die Technik zur gezielten Qualifizierung von Frauen für technische Berufe * spezielle Angebote wie die connexia Implacementstiftung für Ausbildung in Betreuung und Pflege
AMS‑Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter betont die strategische Bedeutung der Angebote: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Qualifizierung ist dabei das wirksamste Mittel, um Menschen nachhaltig in Beschäftigung zu bringen und Betriebe zu unterstützen. Wir investieren gezielt in Ausbildungen, die sowohl den arbeitsuchenden Menschen neue Perspektiven eröffnen, als auch die regionale Wirtschaft stärken.“
Gute Rahmenbedingungen für Ausbildungen schaffen
Eine gemeinsame Studie von AK und AMS Vorarlberg mit JOANNEUM RESEARCH, vorgestellt bei der Pressekonferenz im März 2026, zeigt, dass erfolgreiche Qualifizierungswege dort entstehen, wo mehrere passende Bedingungen zusammentreffen wie stabile Lebenslagen, flexible und lebensnahe Lernformate, finanzielle Unterstützung während der Ausbildung, intensive Berufs‑ und Bildungsberatung sowie eine starke Einbindung der Betriebe. Auf dieser Basis empfiehlt die Studie zielgruppenspezifische Maßnahmen und eine engere Verzahnung von Qualifizierung und Arbeitsplatz. „Nur durch koordinierte Anstrengungen, wie von der Nachqualifizierung über Lehrstellenförderung bis hin zu betrieblichen Ausbildungsangeboten, lassen sich die Potenziale der Arbeitsuchenden heben und der Fachkräftebedarf der Region langfristig sichern“, betont Bernhard Bereuter.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 08. April 2026