AMS Wien setzt 2026 die Schwerpunkte auf Integration, Fachkräfte und Bekämpfung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit

„Gemeinsam Zukunft gestalten – Chancen schaffen, Potenziale entfalten“: unter diesem Leitmotiv steht das Arbeitsprogramm 2026 des AMS Wien, das am 18. Februar 2026 vom Wiener AMS-Landesdirektorium beschlossen wurde.


  • Veröffentlicht 25.02.2026
  • Bundesland Wien

Vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage und des dritten Rezessionsjahres in Folge setzt das AMS Wien gezielte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, um die Beschäftigungschancen zu erhöhen und den Wiener Arbeitsmarkt zu stärken.

Trotz konjunktureller Herausforderungen zeigt sich Wien zwar weiterhin widerstandsfähig: Für 2026 wird eine stabile Beschäftigungsentwicklung bei leicht rückläufiger Arbeitslosenquote prognostiziert. Zugleich bleibt die Arbeitslosigkeit bei einigen Zielgruppen aber auf hohem Niveau. Das AMS Wien reagiert darauf mit vier zentralen Schwerpunkten.

1. Unterstützung von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung

Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung bilden einen bedeutenden Anteil der beim AMS Wien vorgemerkten Personen. Ihre nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt bleibt daher ein zentrales Ziel. 2026 setzt das AMS Wien verstärkt auf qualifizierende Maßnahmen mit integrierter Sprachförderung, mehrsprachige Beratungsangebote sowie auf praxisnahe Vermittlungsformate wie zielgruppenspezifische Jobbörsen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen, dem Ausbau von Basisbildungsangeboten (z.B. Jugendcollege) sowie der Unterstützung überregionaler Vermittlung. Ziel ist es, rasche und nachhaltige Arbeitsaufnahmen zu ermöglichen und die Beschäftigungschancen geflüchteter Menschen weiter zu erhöhen.

2. Verhinderung und Bekämpfung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit

Langzeitbeschäftigungslosigkeit bleibt eine der größten Herausforderungen am Wiener Arbeitsmarkt. Das AMS Wien intensiviert 2026 die individuelle Betreuung durch strukturierte Bilanzgespräche, verstärkte Fallbesprechungen und spezifische Vermittlungsschwerpunkte – insbesondere für Personen über 55 Jahre.

Erfolgreiche Pilotprojekte wie „Schritt für Schritt“ werden in den Regelbetrieb überführt. Zusätzlich werden psychosoziale Unterstützungsangebote gestärkt und Beschäftigungsprojekte des zweiten Arbeitsmarktes gezielt eingesetzt. Ziel ist es, nachhaltige Arbeitsaufnahmen zu fördern und die Netto-Langzeitarbeitslosigkeit spürbar zu senken.

3. Management des Fachkräftebedarfs

Angesichts steigender Engpässe in Schlüsselberufen – etwa in Pflege, Elementarpädagogik, Technik und Handwerk – setzt das AMS Wien 2026 konsequent auf Qualifizierung und passgenaue Vermittlung. Geplant sind umfassende Fachkräfteausbildungen, Implacementstiftungen, das Pflegestipendium sowie modulare Lehrausbildungen für Erwachsene.

Die verstärkte Nutzung von Kompetenzmatching, eine intensivere Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie überregionale Vermittlungsformate sollen dazu beitragen, offene Stellen rascher zu besetzen. Gleichzeitig wird die Erfolgsquote bei Lehrabschlussprüfungen in AMS-Maßnahmen auf hohem Niveau gehalten.

4. Weiterentwicklung von Personal und Organisation

Um den steigenden Anforderungen eines dynamischen Arbeitsmarktes gerecht zu werden, investiert das AMS Wien weiterhin in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter_innen, die Stärkung von Führungskompetenzen sowie die Weiterentwicklung interner Prozesse. Digitalisierung, Qualitätsmanagement nach EFQM-Logik und Diversitätsmanagement bleiben zentrale Elemente der Organisationsentwicklung.

Darüber hinaus wird der Frauenanteil in Führungspositionen aktiv gesichert und weiterentwickelt. Das AMS Wien versteht sich als moderne, lernende Organisation, die ihre Dienstleistungen kontinuierlich optimiert.

Budget und Zielsetzungen

Für 2026 sind Fördermittel in Höhe von rund 550 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt sollen mehr als 217.000 Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ermöglicht werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der überproportionalen Förderung von Frauen sowie auf nachhaltigen Arbeitsaufnahmen innerhalb von sechs Monaten.

Mit dem Arbeitsprogramm 2026 setzt das AMS Wien klare strategische Akzente: die Integration stärken, Qualifikationen sichern, die Langzeitbeschäftigungslosigkeit reduzieren und sich selbst als Organisation weiterzuentwickeln. Ziel bleibt es, möglichst vielen Menschen in Wien neue berufliche Perspektiven zu eröffnen und Unternehmen bestmöglich bei der Besetzung offener Stellen zu unterstützen.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 25. Februar 2026