Arbeitslosenversicherung im EWR-Raum und der Schweiz

Stand: 01.01.2018

Die EU Verordnung 883/2004 wird auf Personen angewendet, die in einem EU Raum beschäftigt waren und danach Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung beziehen oder die in einem anderen EU Mitgliedsstaat Arbeit suchen wollen, als in dem, von dem Sie Ihre Geldleistung während der Arbeitslosigkeit erhalten.   Sie ist also anzuwenden in Bezug auf Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien sowie Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn, Zypern, Bulgarien und Rumänien. Gleiches gilt inzwischen ebenso für die EWR-Länder Norwegen, Island und Liechtenstein sowie die Schweiz und seit 1.7.2013 für Kroatien.

Bezug von österreichischem Arbeitslosengeld während
der Arbeitsuche im EWR Raum und der Schweiz
Während eines österreichischen Leistungsbezuges haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, im EWR Raum oder der Schweiz Arbeit zu suchen und in dieser Zeit die österreichische Leistung weiter zu beziehen. Dies muss immer im Vorfeld Ihrer Arbeitsuche im Ausland mit Ihrer regionalen Geschäftsstelle abgesprochen werden, die Ihnen auch die notwendigen Dokumente für die ausländische Arbeitsmarktverwaltung ausstellt.

Voraussetzung für den Leistungsexport ist jedenfalls, dass Sie zuvor der Arbeitsvermittlung in Österreich für 4 Wochen zur Verfügung gestanden haben und sich innerhalb einer Woche ab dem vereinbarten Zeitpunkt bei der Arbeitsmarktverwaltung im Land der Arbeitsuche zur Vermittlung vormerken lassen. Sobald das AMS von der ausländischen Arbeitsmarktverwaltung die Mitteilung erhält, dass die Vormerkung vorgenommen wurde, kann Ihre Leistung angewiesen werden. Möglich ist dies für einen Maximalzeitraum von 3 Monaten. Sollte jedoch Ihre Bezugsdauer zu einem früheren Zeitpunkt enden (Erreichen des „Höchstausmaßes“) jedoch nur bis zu diesem Zeitpunkt.

Beispiel:
Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld wurde für 20 Wochen zuerkannt. Nachdem Sie 12 Wochen das Arbeitslosengeld in Österreich bezogen haben beschließen Sie nach Deutschland zu gehen, um Ihre Arbeitsuche dort fortzusetzen. In diesem Fall kann der Leistungsexport für die Arbeitsuche im Ausland maximal für 8 Wochen zuerkannt werden.

Finden Sie im Land der Arbeitsuche keine Beschäftigung, müssen Sie unbedingt vor Ablauf der Dreimonatsfrist (oder des „Höchstausmaßes“) nach Österreich zurückkehren - sonst verlieren Sie alle weiteren Ansprüche. Erst nach Ihrer Rückkehr kann eine weitere Verlängerung der Arbeitsuche geprüft werden.   
Die Auszahlung der Leistung erfolgt auch während der Arbeitsuche im Ausland weiterhin durch das österreichische AMS – Grundlage dafür ist, dass die Arbeitsmarktverwaltung im Land der Arbeitsuche das AMS rechtzeitig über die Vormerkung zur Arbeitsuche verständigt.

Achtung: Ein solcher Export eines österreichischen Anspruchs ins Ausland muss unbedingt persönlich bei Ihrer zuständigen regionalen Geschäftsstelle noch vor Ihrer Abreise beantragt werden.     

Für weitere Informationen nutzen Sie auch die auf "Häufig gestellte Fragen" gegebenen Antworten und unseren hierfür erstellten "Online-Ratgeber".

Bezug von Arbeitslosengeld aus dem EWR Raum oder der Schweiz während der Arbeitsuche in Österreich
Wenn Sie während der Arbeitsuche in Österreich einen Arbeitslosengeldanspruch aus dem EWR Raum oder der Schweiz weiter konsumieren wollen, ist es der einfachste und sicherste Weg, wenn Sie bei Ihrer Vorsprache bei der zuständigen regionalen Geschäftsstelle in Österreich das vom ausländischen Träger ausgefüllte und bestätigte so genannte „Portable Document“ U2 vorlegen können. Dieses beinhaltet die Daten für die Vormerkung zur Arbeitsuche für die Dauer des Leistungsimports nach Österreich sowie die Frist für die Meldung bei der regionalen Geschäftsstelle. Die erfolgte Vormerkung zur Arbeitsuche wird dem ausländischen Träger vom AMS unverzüglich mitgeteilt, was dazu führt, dass dieser Auszahlungen an Sie vornehmen kann.      

Zusammenrechnung von Versicherungszeiten aus Beschäftigungen im EWR Raum oder der Schweiz Die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld richten sich immer nach nationalem Recht. Die in den EWR Staaten oder der Schweiz zurückgelegten Versicherungszeiten werden für die Erfüllung der Anwartschaft und bei der Festsetzung der Bezugsdauer mit österreichischen Zeiten zusammengerechnet, sofern Sie vor der Antragstellung auf die Leistung mindestens einen Tag in Österreich arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt waren.
Wenn Sie vor Ihrer Leistungsbeantragung als GrenzgängerIn beschäftigt waren, ist keine Mindestbeschäftigungszeit im Wohnsitzstaat erforderlich, damit es zu einer Zusammenrechnung der Versicherungszeiten aus den verschiedenen EWR-Staaten und der Schweiz kommt. Zeiten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, die der Arbeitslosenversicherung unterlegen sind, werden bei der Anspruchsbeurteilung in Österreich ebenfalls berücksichtigt.
Wenn Sie sich in den EWR Raum oder die Schweiz begeben wollen und eine Bestätigung Ihrer in Österreich erworbenen Versicherungszeiten benötigen, können Sie diese elektronisch anfordern. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass Ansprüche nach den jeweiligen nationalen Regelungen der EWR Staaten oder der Schweiz beurteilt werden.

Hinweis:
Falls Sie jedoch einen Export eines österreichischen Anspruchs während der Arbeitsuche in einem anderen EWR Land oder der Schweiz beantragen wollen, müssen Sie unbedingt noch vor Ihrer Abreise bei Ihrer zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS vorsprechen.