Dynamik der Vermittlung steigt: Mehr offene Jobs, mehr besetzte Stellen
Wien - Die Summe der beim Arbeitsmarktservice Wien als arbeitslos vorgemerkten oder in Schulung befindlichen Personen ist im Jänner 2012 im Jahresvergleich um 5,1 Prozent angestiegen. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 5,8 Prozent auf 24.787 Personen gewachsen, jene der Arbeitslosen (nicht in Schulung) um 4,9 Prozent auf 91.908.
Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im Gesundheitswesen (+ 12,4 Prozent) und in Hotellerie und Gastronomie (+ 9,4 Prozent) deutlich gestiegen. "In diesen Branchen ist das Angebot an Arbeitskräften im Laufe des vergangenen Jahres stark gewachsen", sagt AMS Wien-Vizechefin Inge Friehs. "Das liegt zum einen an der Arbeitsmarktöffnung, zum anderen an der Aktivierung der stillen Reserve bei den Frauen." Insgesamt hat sich in Wien das Arbeitskräftepotenzial im Lauf des Vorjahrs um 2,1 Prozent vergrößert, die Zahl der aktiv Beschäftigten um 1,9 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit in der Baubranche ist mit einem Anstieg von 1,3 Prozent unter dem saisonal erwartbaren Zuwachs geblieben. Gefallen ist die Zahl der Arbeitlosen im Bereich Information und Kommunikation (- 2,2 Prozent).
Erfreulich stark gestiegen ist im Jahresvergleich die Dynamik der Vermittlung: Die Wiener Betriebe haben dem AMS Wien im Lauf des ersten Monats um 12,1 Prozent mehr offene Jobs gemeldet, das AMS Wien hat um 10,7 Prozent mehr Stellen besetzt.
Weiter angewachsen ist die Arbeitslosigkeit vor allem bei Personen, die keinen höheren Abschluss haben als jenen der Pflichtschule (+ 5,9 Prozent). Deutlich geringer ist hingegen der Zuwachs bei Arbeitsuchenden mit Lehrabschluss (+ 3,7 Prozent). Friehs: "Wir leisten daher bei den Jungen, die die Pflichtschule im Herbst verlassen wollen, mit aller Kraft Überzeugungsarbeit, eine Lehrausbildung anzuschließen." Mit Erfolg: Fast doppelt so viele Jugendliche (+ 94,4 Prozent) sind bereits jetzt zur Lehrstellensuche für September vorgemerkt wie noch vor einem Jahr.
Erfolg des Wiener AMS für Jugendliche: Immer mehr interessieren sich jetzt schon für eine Lehrstelle im Herbst
Die Summe der beim Arbeitsmarktservice Wien als arbeitslos vorgemerkten oder in Schulung befindlichen Personen ist im Dezember 2011 im Jahresvergleich um 2,6 Prozent angestiegen. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 6,2 Prozent auf 20.696 Personen zurückgegangen, jene der Arbeitslosen (nicht in Schulung) um 4,8 Prozent auf 92.541 gestiegen.
Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im Handel (+ 7 Prozent) und in Hotellerie und Gastronomie (+ 9,7 Prozent) durch das stark wachende Arbeitskräfteangebot gestiegen. Gefallen ist die Zahl der Arbeitlosen im Bau (- 4,5 Prozent) und in der Produktion (- 2 Prozent).
"Sehr stark gestiegen ist auch die Zahl der Jungen, die auf den Arbeitsmarkt drängen", sagt AMS-Wien-Chefin Claudia Finster. Derzeit suchen gut Tausend 20- bis 24-Jährige mehr einen Job als noch vor einem Jahr. Das ist ein Zuwachs von 11,1 Prozent in dieser Altersgruppe - im Vergleich zu einem Plus von 2,7 Prozent bei den 25-bis 44-Jährigen. Zugleich ist die Zahl der offenen Stellen, die die Wiener Wirtschaftstreibenden dem AMS Wien im Dezember zur Besetzung gemeldet haben, um 8,2 Prozent gesunken. "Unsere Konzentration gilt derzeit diesen Jungen, damit ihnen der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt", sagt Finster. "Jene, die sich mit unserer Hilfe zu Facharbeitern mit Zusatzqualifikation ausbilden lassen, müssen sich allerdings kaum Sorgen machen."
Das zeigen auch die sehr guten Erfolge des AMS Wien im Bemühen um die 14- und 15-Jährigen im letzten Pflichtschuljahr, bei denen es wichtig ist, dass sie sich möglichst früh um eine Lehrstelle bemühen: Fast viermal so viele Mädchen und Burschen haben sich bereits jetzt beim Wiener AMS für Jugendliche für einen Ausbildungsplatz im kommenden Herbst gemeldet als noch vor einem Jahr.
Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen nahezu konstant
Die Summe der beim Arbeitsmarktservice Wien als arbeitslos oder in Schulung befindlichen Personen ist im November 2011 im Jahresvergleich um 4,2 Prozent gestiegen. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 2,5 Prozent auf 24.250 Personen zurückgegangen, jene der Arbeitslosen (nicht in Schulung) um 6,5 Prozent auf 78.165 gestiegen.
Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit saisonbedingt am Bau (+9,2 Prozent) und im Bereich Hotellerie und Gastronomie (+7,7 Prozent) besonders hoch. Einen ebenfalls starken Anstieg gibt es bei den Arbeitskräfteüberlassern (+9,8 Prozent), die als "Konjunkturbarometer" gelten. Im Bereich Handel und Kfz-Reparatur beträgt das Plus 5,3 Prozent, in der Produktion nur 2,4 Prozent.
"Die Zahlen zeigen, dass es uns gelingt, durch Fördermodelle in der Produktion viele Stellen zu ersetzen, die uns in Bau und Tourismus verloren gegangen sind", sagt AMS Wien-Chefin Claudia Finster. "Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass das Arbeitskräfteangebot in diesen beiden Branchen sehr stark angestiegen ist." Ungelernte Arbeitskräfte sind auch in Bau und Tourismus derzeit kaum vermittelbar. "Mit unseren Schulungsangeboten schaffen wir derzeit mit aller Kraft, was die Unternehmen suchen: Facharbeiterinnen und Facharbeiter mit Zusatzqualifikationen", sagt Finster.
Eine - gemessen am Gesamttrend - erfreuliche Entwicklung gibt es im Bereich der Langzeitbeschäftigungslosen, die arbeitslos, in Schulung oder auf Lehrstellensuche sind: Ihre Zahl ist nahezu konstant (+0,4 Prozent).