Selbstpräsentation

Sie sind zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und überlegen, wie Sie sich am besten selbst vorstellen, um die Personalverantwortlichen von sich zu überzeugen? Der Schlüssel dazu ist eine gut vorbereitete Selbstpräsentation. Wir zeigen Ihnen, was eine ideale Selbstvorstellung beinhalten soll, geben Ihnen Tipps und zeigen Ihnen auch, was Sie vermeiden sollten.

Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Was ist das?

Die Selbstpräsentation ist der klassische Einstieg in ein Bewerbungsgespräch und gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre für die ausgeschriebene Stelle relevanten Berufserfahrungen sowie Kompetenzen zu präsentieren.

Eingeleitet wird die Selbstpräsentation immer von der Person, mit der Sie das Vorstellungsgespräch führen und das beispielsweise mit einem Satz wie „Erzählen Sie uns ein bisschen von sich selbst.“

Warum ist die Selbstpräsentation so wichtig?

Das Unternehmen hat bereits Ihre Bewerbungsunterlagen und Sie fragen sich, weshalb viele Personalverantwortliche dennoch einen so großen Wert auf die Selbstpräsentation in Bewerbungsgesprächen legen? 

Wir geben Ihnen drei Gründe, warum die Selbstpräsentation so ausschlaggebend und aus Vorstellungsgesprächen einfach nicht wegzudenken ist:

  1. Die Selbstpräsentation zeigt, ob und wie Sie sich selbst vermarkten können. Das heißt, sie zeigt, wie gut Sie Ihre Qualifikationen überzeugend darstellen können. 
  2. Außerdem wird bei der Selbstpräsentation nicht nur auf den Inhalt geachtet, auch die Körpersprache und das Auftreten sind wichtig und entgehen keiner bzw. keinem Personalverantwortlichen. 
  3. Personalverantwortliche können sich durch Ihre Selbstpräsentation ein umfangreicheres Bild von Ihnen machen. Es ist eine Gelegenheit, den Menschen kennenzulernen, der hinter dem Motivationsschreiben und dem Lebenslauf steht. Damit können Personalverantwortliche nicht nur abschätzen, ob Ihre Qualifikationen zu der ausgeschriebenen Stelle passen, sondern auch ob Sie als Person mit all Ihren Charakter-Attributen zum Unternehmen bzw. ins Team passen.

Worauf achten Unternehmen bei der Selbstpräsentation

Die Selbstpräsentation gibt Unternehmen die Möglichkeit zu überprüfen: 

  • ob Sie über die Kompetenzen und Fähigkeiten, die Sie in Ihrer Bewerbung angeführt haben, tatsächlich verfügen
  • ob die Informationen in Ihrem Lebenslauf plausibel sind
  • ob Sie Motivation und Interesse für den Beruf haben 
  • ob und wie Sie etwaige Lücken im Lebenslauf erklären können

Was soll Ihre Selbstpräsentation beinhalten?

Jede Selbstpräsentation ist anders, dennoch können Sie sich an gewissen Anhaltspunkten orientieren. Um Ihnen bei Ihrer Selbstpräsentation zu helfen, möchten wir Ihnen gerne einen Leitfaden für die Inhalte bereitstellen:

1. Geben Sie Informationen zur Ausbildung: 

  • Was ist Ihre höchste abgeschlossene Ausbildung? 
  • Weshalb haben Sie sich genau für diesen Bildungsweg entschieden? 
  • Welche Schwerpunkte gab es bei dieser Ausbildung?

2. Erläutern Sie etwaige Auslandserfahrungen:

  • Wo konnten Sie Auslandserfahrungen sammeln?
  • Um welche Art von Auslandsaufenthalt handelt es sich (zum Beispiel um ein Praktikum, einen Sprachkurs oder ein Auslandssemester im Rahmen eines Studiums)?
  • Welche Erfahrungen konnten Sie hier sammeln?

3. Geben Sie einen guten Überblick über Ihre Praxis- und / oder Berufserfahrungen:

  • Welche Praxiserfahrungen konnten Sie bereits sammeln (Praktikum, Arbeitstraining, etc.)?
  • Was haben Sie in Ihren bisherigen Jobs gelernt?

4. Erklären Sie, weshalb Sie sich für dieses Unternehmen und diese Stellenausschreibung entschieden haben: 

  • Weshalb möchten Sie gerne für dieses Unternehmen arbeiten?
  • Weshalb haben Sie sich genau auf diese Stellenausschreibung beworben?
  • Was hat Sie an der Stellenausschreibung angesprochen?

Als Einleitung Ihrer Selbstpräsentation können Sie ein paar Sätze über sich selbst sagen, beispielsweise woher Sie kommen und wie alt Sie sind. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, um sich von Mitbewerberinnen und Mitbewerbern abzuheben und den Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern im Gedächtnis zu bleiben.

No-Gos bei Ihrer Selbstpräsentation

Wir möchten, dass Ihre Selbstvorstellung Personalverantwortliche und mögliche zukünftige Arbeitgeber überzeugt. Deshalb verraten wir Ihnen auch die 3 größten Fehler, die bei Selbstpräsentation immer wieder vorkommen:

  1. Auswendig lernen: 
    Sie haben die Selbstpräsentation fleißig geübt? Passen Sie aber auf, dass Sie nicht auswendig gelernt klingt, damit können Sie nur schwer überzeugen.
  2. Lebenslauf wiederholen: 
    Alle Stationen Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn sowie alle Ausbildungswege wiederzugeben ist nicht Sinn der Selbstvorstellung. Wichtig ist, einen Fokus zu legen und die eine oder andere Berufserfahrung genauer zu erklären und vor allem mit Beispielen zu untermauern.
  3. Auf die Stellenausschreibung und das Unternehmen nicht eingehen: 
    Eine reine Selbstpräsentation Ihrer ganzen Berufserfahrungen und Kompetenzen, ohne auf die Anforderungen der Stellenausschreibung einzugehen, gibt Ihrem möglichen zukünftigen Arbeitgeber das Gefühl, dass es Ihnen nicht wichtig ist, genau in diesem Unternehmen zu arbeiten.

Ihre Selbstpräsentation vorbereiten

Damit Ihre Selbstpräsentation perfekt wird, ist es wichtig 3 Bereiche vorab ganz genau zu analysieren: 

  1. Die Stellenausschreibung
    In jeder Stellenausschreibung werden Anforderungen und Tätigkeiten, die Sie in dem Beruf erwarten, gelistet. Für die Selbstpräsentation, aber auch für das gesamte Bewerbungsgespräch ist es essentiell, die Stellenausschreibung genau zu kennen. Welche Tätigkeiten, die in der Stellenausschreibung erwähnt werden, haben Sie bereits in vorherigen Jobs verrichtet? Sie können hier beispielsweise auch das Ampel-System anwenden: Jene Tätigkeiten, die sie bereits öfters gemacht haben, können Sie grün markieren, jene die Sie noch kaum oder noch nie durchgeführt haben, markieren Sie rot und jene, mit denen Sie bereits etwas Erfahrung haben, gelb. Damit können Sie rasch und einfach den Fokus für Ihre Selbstpräsentation finden.
  2. Das Unternehmen hinter der Stellenausschreibung: 
    Schauen Sie sich den Webauftritt des Unternehmens genau an. Auf der Homepage erfahren Sie vielleicht etwas zur Gründung und zur Geschichte des Unternehmens, oder bekommen Infos zu kürzlich erfolgten Neuerungen. Viele Unternehmen präsentieren auf ihrer Homepage auch die Unternehmenskultur und listen die Werte, die ihnen wichtig sind. Wer sind die Partner des Unternehmens, agiert das Unternehmen vielleicht auch außerhalb Österreichs? Und verfolgt es eine Nachhaltigkeitsstrategie? Je mehr Sie über das Unternehmen wissen, umso besser können Sie Ihre Selbstpräsentation auf das Unternehmen abstimmen.
  3. Ihre persönlichen Stärken und Erfahrungen:
    Den Mittelpunkt Ihrer Selbstpräsentation bilden Sie selbst und Ihre Kompetenzen und beruflichen Erfahrungen. Wichtig für eine gelungene Selbstpräsentation ist somit, sich selbst gut zu kennen und genau zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen.

Sie wissen bereits, mit wem Sie das Bewerbungsgespräch führen werden, vielleicht sind es auch mehrere Personen? Unser Tipp: Informieren Sie sich über diese Personen! Welche Funktionen haben sie in dem Unternehmen? Gibt es aus deren Bereichen Neuerungen im Unternehmen? Je mehr Sie über den beruflichen Kontext der Personen, die Sie interviewen, wissen, umso besser. 

Sind Hilfsmittel üblich?

Um ja nichts zu vergessen, möchten Sie gerne Handkärtchen für Ihre Selbstpräsentation erstellen? Oder vielleicht eine Powerpoint Präsentation vorbereiten? Oder möchten Sie lieber die wichtigsten Punkte auf einem Flipchart festhalten? 

Hilfsmittel zu verwenden ist bei Selbstpräsentationen nicht notwendig. Der Fokus soll ganz auf Ihnen liegen und dem, was Sie den Personalverantwortlichen erzählen möchten. Falls Sie sich doch für den Einsatz von Hilfsmitteln entscheiden sollten, ist es wichtig, dass diese Ihre Präsentation besser machen und Sie im Umgang mit den Hilfsmitteln sicher sind.

8 Tipps für die perfekte Selbstpräsentation

Wir geben Ihnen wichtige Tipps, damit Sie mit Ihrer Selbstpräsentation zukünftige Arbeitgeber von sich überzeugen können: 

  1. Stellen Sie einen Bezug zwischen Ihren Stärken und der Stellenausschreibung her!
    Wenn Sie diesen Tipp befolgen, haben Sie bereits das Wichtigste für eine ideale Selbstpräsentation geschafft. Denn damit vermitteln Sie nicht nur großes Interesse an und Motivation für die ausgeschriebene Stelle, sondern auch für das Unternehmen. Ihre Selbstpräsentation sollte unbedingt auf die offene Stelle abgestimmt sein, beispielsweise indem Sie jene Joberfahrungen hervorheben, die auch mit den Tätigkeiten der ausgeschriebenen Stelle zusammenpassen.
  2. Untermauern Sie Ihre Stärken mit Beispielen!
    Ihre Kompetenzen und Stärken einfach aufzulisten ist wenig überzeugend, deshalb überlegen Sie sich schon vorab Beispiele zu Ihren wesentlichen Stärken. Beispiele bleiben mehr in Erinnerung, auch das ist wichtig bei Vorstellungsgesprächen.
  3. Legen Sie den Fokus auf die relevantesten Eigenschaften!
    Sie könnten ganz viele Eigenschaften präsentieren? Das ist schön und gut, bringt Ihnen bei einer Selbstpräsentation aber nicht unbedingt einen Vorteil. Viel wichtiger ist, sich auf die wesentlichen Eigenschaften zu fokussieren. Das sind im Normalfall jene, die auch mit den Tätigkeiten und Anforderungen des Jobs einhergehen. Wenn Sie beispielsweise in einem Team arbeiten sollen, ist Teamfähigkeit eine wichtige Eigenschaft.
  4. Halten Sie sich kurz und bleiben Sie beim Wesentlichen!
    Ihre Selbstpräsentation soll nicht in einen langen Monolog ausarten. Halten Sie sich kurz und vermitteln Sie die für Sie wichtigsten Inhalte. Nicht jede Ihrer Berufserfahrungen und Aus- bzw. Weiterbildungen muss für den Job relevant sein. Sparen Sie unwesentliche Erfahrungen aus.
  5. Bringen Sie Ihre Motivation für den ausgeschriebenen Job zum Ausdruck!
    Jede und jeder Vorgesetzte ist auf der Suche nach motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zeigen Sie also, dass Sie die Stelle unbedingt möchten und sich sehr freuen würden, Teil des Unternehmens zu sein.
  6. Bleiben Sie bei der Wahrheit!
    Sie sind verleitet, Ihre Berufserfahrungen oder Ihre Stärken etwas zu verschönern? Ganz egal, ob Sie noch keine Berufserfahrung haben oder bereits mehrere Jobs gehabt haben, es ist immer am besten, bei der Wahrheit zu bleiben. Eventuell erhalten Sie nach der Selbstpräsentation Nachfragen, authentisch und ehrlich zu sein, ist deshalb unumgänglich.
  7. Üben Sie die Selbstpräsentation!
    Sie glauben, Ihre Selbstpräsentation ist fertig und perfekt? Die Selbstpräsentation nur niederzuschreiben, bereitet Sie jedoch noch nicht darauf vor, Sie auch gut zu präsentieren. Probieren Sie sie doch einmal vor Familienmitgliedern oder Freundinnen bzw. Freunden aus. Wenn Ihnen das nicht liegt, können Sie sie auch mit Ihrem Handy aufnehmen oder vor dem Spiegel üben, so bekommen Sie auch gleich einen Eindruck Ihrer Mimik und Gestik.
  8. Halten Sie Augenkontakt und achten Sie auf Ihre Körperhaltung!
    Es ist nicht nur wichtig, was Sie präsentieren, sondern auch wie. Ihre potenzielle Vorgesetzte bzw. Ihr potenzieller Vorgesetzter sieht Sie beim Bewerbungsgespräch wahrscheinlich zum ersten Mal, es ist also wichtig, adäquat aufzutreten. Das heißt, passende Kleidung zu wählen, aber auch mit der Gesprächspartnerin bzw. dem Gesprächspartner Augenkontakt zu halten. Achten Sie auch auf Ihre Gestik sowie Körperhaltung. All dies sind Dinge, auf die Personalverantwortliche sehr genau schauen.

Weiterführende Informationen

Richtig bewerben – AMS
Wie genau soll ein Bewerbungsschreiben aussehen und was kommt alles in den Lebenslauf? Wir geben Ihnen Tipps, damit Ihre Bewerbung überzeugt!

Bewerbungsfragen – AMS
Was sind typische Fragen im Vorstellungsgespräch? Wir bereiten Sie auf Ihr nächstes Bewerbungsgespräch mit zahlreichen Tipps und wichtigen Infos vor.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 17. August 2021