Elternkarenz und Kinderbetreuungsgeld

Nach der Geburt Ihres Kindes haben Sie Anspruch auf eine Freistellung von der Arbeit: die Karenz. Statt des Lohnes oder Gehaltes erhalten Sie in dieser Zeit Kinderbetreuungsgeld.

Hinweis:

Beachten Sie, dass sich die arbeitsrechtliche Dauer der Karenzzeit nicht mit der möglichen Dauer des Kinderbetreuungsgeldbezuges decken muss.

Nach der Geburt Ihres Kindes haben Sie Anspruch auf bis zu 2 Jahre Arbeitsfreistellung. Die genaue Karenzdauer müssen Sie mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber vereinbaren.

Für die Kinderbetreuung erhalten Sie vom Staat finanzielle Unterstützung, je nach gewähltem Modell unterschiedlich lange. Wählen Sie z. B. das einkommensabhängige Modell, beziehen Sie maximal ein Jahr Kinderbetreuungsgeld.

Was ist die Elternkarenz?

  • Die Elternkarenz ist eine Freistellung von der Arbeit, die Sie mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber vereinbaren müssen. Beachten Sie die gesetzlichen Meldefristen.
  • Die Karenz beginnt in der Regel 8 Wochen nach der Geburt und dauert maximal bis zum Tag vor dem 2. Geburtstag des Kindes. Sie schließt an den Mutterschutz an, der in der Regel 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt des Kindes besteht.
  • Wollen Sie über den 2. Geburtstag des Kindes hinaus in Karenz gehen, ist eine schriftliche Vereinbarung mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber unbedingt erforderlich.
  • Während der Karenz besteht für Sie Kündigungs- und Entlassungsschutz.
  • Die Karenzzeit können Sie maximal zweimal zwischen beiden Elternteilen aufteilen, wobei ein Teil mindestens 2 Monate dauern muss.
     
Tipp:

Informieren Sie sich rechtzeitig vor der Geburt bei der Arbeiterkammer. Diese berät Sie über alle aktuellen Karenz-Regelungen. Sie bietet Informationen und persönliche Beratung, z. B. zu Meldefristen, zum Mutterschutz, zur Wahl des Kinderbetreuungsgeldmodells, zur Karenzteilung oder zum Zuverdienst.

Was ist das Kinderbetreuungsgeld?

Das Kinderbetreuungsgeld ist eine finanzielle Unterstützung für jenen Elternteil, der das Kind hauptsächlich betreut und in dieser Zeit nicht berufstätig ist.

Das Kinderbetreuungsgeld beantragen Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger. Nähere Informationen zum Kinderbetreuungsgeld und zu den Anspruchsvoraussetzungen finden Sie auf der Webseite des Bundeskanzleramtes – Frauen, Familie und Jugend. Die kostenfreie Infoline Kinderbetreuungsgeld beantwortet Ihre Fragen unter 0800 240 014.

Für Geburten ab dem 1. März 2017 stehen 2 Modelle zur Auswahl:

Das Kinderbetreuungsgeld-Konto (KBG-Konto)

  • können Sie 365 Tage bis 851 Tage ab dem Tag der Geburt Ihres Kindes beziehen bzw. bis 1063 Tage, wenn Sie sich als Eltern abwechseln.
  • ist unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt Ihres Kindes erwerbstätig waren.
  • In der kürzesten Variante beträgt das Kinderbetreuungsgeld 33,88 Euro täglich und in der längsten Variante 14,53 Euro (Stand 2021).

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld (ea KBG)

  • können Sie maximal bis zum 365. Tag ab der Geburt Ihres Kindes beziehen bzw. bis zum 426. Tag, wenn Sie sich als Eltern abwechseln.
  • ist ein Einkommensersatz für Sie als erwerbstätige Eltern, wenn Sie sich für kürzere Zeit der Kinderbetreuung widmen.
  • kann bis zu 2.000 Euro pro Monat betragen, abhängig von Ihrem Einkommen.

Entscheidungshilfe gesucht? Der Kinderbetreuungsgeld-Online-Rechner hilft Ihnen bei der Wahl des passenden Modells.

Eine Aufteilung der Kinderbetreuungszeit zu etwa gleichen Teilen wird mit dem Partnerschaftsbonus belohnt (1.000 Euro).

Der Familienzeitbonus ist eine Leistung an erwerbstätige Väter, Adoptiv- und Dauerpflegeväter bzw. gleichgeschlechtliche Adoptiv- und Dauerpflegemütter, die im Anschluss an die Geburt ihres Kindes für mindestens 28 und höchstens 31 Tage Familienzeit nehmen möchten (700 Euro).

Wichtig: Die Familienzeit wird von den zur Verfügung stehenden Karenztagen abgezogen. Auf die Familienzeit besteht kein Rechtsanspruch. Das heißt, Sie brauchen das Einverständnis Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers, um Familienzeit in Anspruch nehmen zu können.

Dürfen Sie während der Karenz arbeiten?

Ja, Sie dürfen

  • bei Ihrer bisherigen Arbeitgeberin oder Ihrem bisherigen Arbeitgeber geringfügig dazuverdienen.
  • bei einer anderen Arbeitgeberin oder einem anderen Arbeitgeber geringfügig dazuverdienen. Sie müssen dies dem Unternehmen, bei dem Sie karenziert sind, melden.
  • für bis zu 13 Wochen eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze mit Ihrer bisherigen Arbeitgeberin oder Ihrem bisherigen Arbeitgeber vereinbaren.

Ihr Kündigungs- und Entlassungsschutz bleibt während der Karenz aufrecht, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Wieviel dürfen Sie zum Kinderbetreuungsgeld dazuverdienen?

Informationen wie viel Sie zum Kinderbetreuungsgeld dazuverdienen dürfen, finden Sie bei der Österreichischen Gesundheitskasse.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 12. Februar 2021