Jobwechsel: Ja oder nein?
Sie sind mit Ihrem aktuellen Job bereits lange nicht mehr zufrieden und denken immer wieder über einen Jobwechsel nach? Eines ist klar: Eine Kündigung sollte gut durchdacht und geplant sein. Wann der Job gewechselt werden sollte, wie das gut gelingt und welche Gründe es für eine berufliche Veränderung geben kann, erklären wir Ihnen im Detail.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeitpunkt für Jobwechsel: Eine berufliche Veränderung ist heute normal – Branche und Lebensphase sind für einen Jobwechsel entscheidender als eine bestimmte Verweildauer oder das Alter.
- Vielfältige Gründe: Gehalt, Betriebsklima, fehlende Anerkennung, Karriereperspektiven und Work-Life-Balance zählen zu den häufigsten Gründen für einen neuen Job.
- Chancen und Risiken abwägen: Ein Wechsel bietet Potenzial für mehr Gehalt und neue Kompetenzen, erfordert aber auch gute Planung und sollte nie überstürzt erfolgen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel?
Der richtige Zeitpunkt für einen neuen Job ist erreicht, wenn die eigene Entwicklung stagniert, die Motivation fehlt oder Gehalt und Perspektiven nicht mehr den eigenen Ansprüchen entsprechen. Neben den persönlichen Beweggründen beeinflussen auch äußere Rahmenbedingungen die Entscheidung für einen Jobwechsel. Besonders relevant sind dabei folgende Faktoren:
- Verweildauer im Unternehmen: Die weitverbreitete Annahme, mindestens zwei bis drei Jahre in einem Job bleiben zu müssen, weil ein früherer Wechsel dem Lebenslauf schadet, gilt heute nur noch eingeschränkt. Entscheidend ist weniger die Dauer des Arbeitsverhältnisses als die Frage, ob die Position weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten bietet und den eigenen Erwartungen entspricht.
- Branche und Berufsfeld: Wie häufig Jobwechsel stattfinden, hängt stark von der jeweiligen Branche ab. In dynamischen Bereichen wie IT oder Marketing sind häufigere Wechsel üblich und werden oft als Zeichen von Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und vielfältiger Erfahrung gewertet. In anderen Berufsfeldern werden längere Beschäftigungszeiten hingegen stärker geschätzt.
- Lebensphase und Alter: Auch die persönliche Lebenssituation spielt eine Rolle. Jüngere Arbeitnehmer_innen wechseln häufiger den Job, um Erfahrungen zu sammeln und Karrierewege auszuloten. Mit zunehmendem Alter werden berufliche Entscheidungen oft stärker unter Gesichtspunkten wie Sicherheit, Vereinbarkeit oder langfristiger Perspektive getroffen. Ein Jobwechsel ist jedoch in jeder Lebensphase möglich und kann neue Entwicklungschancen eröffnen.
- Karriereziele und Entwicklungsperspektiven: Letztlich sollte ein Jobwechsel nicht nach starren Regeln erfolgen, sondern dann, wenn er die persönlichen und beruflichen Ziele unterstützt. Der Erwerb neuer Kompetenzen, bessere Aufstiegsmöglichkeiten oder ein passenderes Arbeitsumfeld können gute Gründe sein, den nächsten Karriereschritt zu setzen.
Die 7 Phasen eines Arbeitsverhältnisses
Wie lässt sich der ideale Zeitpunkt für einen Jobwechsel bestimmen? Dafür kann ein Blick auf die typischen Phasen eines Arbeitsverhältnisses helfen. Finden Sie heraus, in welcher der folgenden 7 Phasen Sie sich gerade befinden:
- Freude und Begeisterung:
Zu Beginn eines neuen Jobs sind die meisten Menschen voller Begeisterung und Vorfreude. Auch in einem neuen Team zu arbeiten und neue Kolleg_innen kennenzulernen, empfinden viele Menschen als positiv. In dieser ersten Phase begegnen Sie Ihrer neuen beruflichen Herausforderung mit großer Motivation und haben viele Erwartungen an Ihre neu gewonnene Arbeitsstelle. - Zurück zur Realität:
Nach einigen Monaten haben Sie das neue Unternehmen bereits gut kennengelernt, Ihre Kolleg_innen, Ihre_n Vorgesetzte_n, Ihre neuen Tätigkeiten, Ihren neuen Arbeitsplatz und auch die neue Unternehmenskultur und den Führungsstil. Mit diesem gewonnenen Einblick in das Unternehmen erkennen viele Arbeitskräfte, dass im neuen Job nicht alles perfekt ist. Sie vermissen sogar einige Dinge ihres vorhergehenden Arbeitsverhältnisses. Sie erkennen, den neuen Job durch die sogenannte „rosarote Brille“ gesehen zu haben, und kehren auf den Boden der Realität zurück. - Ankommen und Einleben:
Jetzt, wo Sie das Unternehmen und Ihre Tätigkeiten bereits sehr gut kennen, können Sie sich ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren. Endlich sind Sie ganz im neuen Job angekommen. Sie beginnen, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, und entwickeln ein „Wir-Gefühl“. - Stabilität:
Auch wenn Sie erst rund ein Jahr für das Unternehmen arbeiten, kennen Sie bereits alle Abläufe sehr gut. Sie haben das Gefühl, der jetzige Job passt ideal zu Ihnen und die Arbeit macht Ihnen Spaß. - Höchstleistung:
Sie sind bereits circa zwei Jahre an Ihrem neuen Arbeitsplatz und ein vollwertiges Mitglied des Unternehmens geworden. Ihre Leistung läuft auf Hochtouren und bringt Ihnen im Idealfall auch die Anerkennung Ihres Arbeitgebers_Ihrer Arbeitgeberin. In dieser Job-Phase freuen Sie sich auf Ihre tägliche Arbeit und den Kontakt mit Ihren Kolleginnen und Kollegen. - Wendepunkt:
Der berufliche Höhenflug nimmt auch irgendwann einmal sein Ende und es treten Zweifel auf, ob die aktuelle Stelle die ideale ist. Gründe dafür können Konflikte mit Vorgesetzten oder Kolleg_innen, nicht erreichte Gehaltsentwicklungen oder Positionen sowie auch fehlende neue berufliche Herausforderungen sein. - Abwärtsspirale:
Sie fühlen sich immer unwohler in Ihrem Job und vielleicht auch im Kontakt mit Ihrer_Ihrem Vorgesetzten. Sie sehnen sich nach einer neuen Arbeitsstelle und sind der Ansicht, dass nur ein Jobwechsel diese Abwärtsspirale abwenden kann.
Jetzt den Job finden, der zu Ihnen passt. Ganz einfach und schnell mit der AMS-Stellensuche alle jobs.
Die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel
Im Laufe einer beruflichen Karriere hin und wieder den Job zu wechseln, ist heutzutage ganz normal und wird von Personalverantwortlichen sogar gerne gesehen. Lediglich ein zu häufiges Wechseln von einem zum nächsten Job kann negativ bewertet werden, da es Unbeständigkeit suggeriert. Aber weshalb entscheiden sich Mitarbeiter_innen dafür, sich beruflich zu verändern?
Die acht häufigsten Gründe für einen Jobwechsel:
- Gehalt
Mit einem Jobwechsel geht für viele Beschäftigte auch der Wunsch nach einem höheren Gehalt einher. Starke Gehaltssteigerungen werden zumeist nur dann erzielt, wenn mit dem neuen Job auch mehr Verantwortung übernommen oder eine Führungsrolle eingenommen wird. - Betriebsklima oder Führungsstil
Ein schlechtes Betriebsklima ist ein weiterer häufiger Grund, für den Wunsch nach einem neuen Arbeitsverhältnis. Da Arbeitskräfte viel Zeit im Unternehmen verbringen, ist es ihnen meist sehr wichtig, sich im Unternehmen und in der Abteilung wohlzufühlen. Gibt es mit Kolleg_innen oder Führungskräften anhaltende Konflikte, erwägen viele einen Jobwechsel. - Fehlende Anerkennung und Wertschätzung
Arbeitskräfte erbringen für ihr Unternehmen Leistungen, die sie nicht nur materiell abgegolten haben möchten. Für viele Menschen sind fehlende Anerkennung und Wertschätzung der Grund, sich für einen anderen Job zu bewerben. - Umstrukturierungen im Unternehmen
Unternehmen nehmen zur Kostenreduktion und Effizienz-Optimierung immer wieder Umstrukturierungen vor, die auch zu Kündigungen führen können. In solchen Fällen entschließen sich viele Mitarbeiter_innen dazu, aktiv nach anderen Jobmöglichkeiten Ausschau zu halten. - Work-Life-Balance
Ein Jobwechsel kann notwendig werden, wenn berufliche Anforderungen dauerhaft zu wenig Raum für Privates lassen. Eine gute Work-Life-Balance bedeutet, dass berufliche und private Lebensbereiche in einem gesunden Verhältnis stehen. Hier sind vor allem flexible Arbeitszeiten und angemessene Pendelzeiten wichtig, um die Vereinbarkeit mit dem Familienleben zu ermöglichen. - Karriereperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten
Viele möchten sich in ihrem Beruf weiterentwickeln. Wenn der aktuelle Job jedoch keine neuen Herausforderungen mehr bietet und die Aufgaben langweilig werden, dann entscheiden sich manche dafür, nach neuen beruflichen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Dies kann sowohl unternehmensintern als auch bei einem neuen Unternehmen erfolgen. - Gesundheit
Auch gesundheitliche Probleme können Auslöser für eine berufliche Neuorientierung sein. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Sie leiden unter starken Rückenschmerzen und können Ihre bisherigen Tätigkeiten nicht mehr ausüben? Oder Sie müssen aufgrund der starken Belastung Ihrer Gelenke in Ihrem bisherigen Beruf auf einen sitzenden Beruf wechseln? Oder Sie leiden aufgrund von lang andauernder Überlastung unter einem Burnout? Dann kann ein Jobwechsel eine Verbesserung Ihrer Lebensqualität darstellen. - Veränderte Lebensumstände
Oft ist es nicht unbedingt der Job an sich, sondern die Umstände des privaten Lebens, die Menschen zu einem Jobwechsel motivieren. Dies kann beispielsweise aufgrund eines Umzugs sein oder aufgrund von Familiennachwuchs, weshalb beispielsweise eine Teilzeitstelle angestrebt wird.
Egal, welcher Grund in Ihrem Fall zutrifft, es ist immer wichtig, den Jobwechsel gut und schlüssig begründen zu können. Beim Vorstellungsgespräch fragen Personalverantwortliche gerne nach dem Grund des Jobwechsels. Sie sollten sich somit vorab damit auseinandersetzen, wie Sie den Jobwechsel nachvollziehbar begründen.
Entscheidungsfindung: Job wechseln oder nicht?
Die Gründe für einen Jobwechsel lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:
- Push-Faktoren, die Sie von Ihrem aktuellen Job wegtreiben. Dazu zählen Unzufriedenheit, Stress oder ein schlechtes Betriebsklima.
- Pull-Faktoren, die Sie zu etwas Neuem hinziehen, wie bessere Karrierechancen, ein höheres Gehalt oder spannendere Aufgaben.
Oft spielen beide Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Dennoch zögern viele Menschen die Jobsuche hinaus, selbst wenn schon länger triftige Gründe für eine berufliche Veränderung vorliegen. Wichtig ist dabei: Weder die Jobsuche noch eine mögliche Kündigung sollten überstürzt erfolgen.
Sie sind sich selbst nicht sicher, ob Sie Ihren aktuellen Job kündigen sollen? Anhand der folgenden Punkte können Sie das für sich herausfinden:
- Die Tätigkeiten, die Sie hauptsächlich verrichten, sind für Sie nicht mehr interessant oder sogar langweilig?
- Ihr Beruf ist sehr stressig, Sie fühlen sich häufig überfordert und sehnen sich deshalb oft nach einem anderen Job?
- Sie haben Angst, Ihren aktuellen Job zu verlieren?
- Sie gehen jeden Tag mit einem schlechten Gefühl in die Arbeit?
- Sie haben das Gefühl, dass Ihr aktueller Job Sie krank macht?
- In Ihrem Leben hat sich einiges verändert, und diese Veränderungen sind nicht mit Ihrem aktuellen Job vereinbar?
- Das schlechte Betriebsklima macht Ihnen zu schaffen? Sie fühlen sich in Ihrem Team nicht mehr wohl und gehen nur ungern in die Arbeit?
- Ihnen fehlt bereits lange die Anerkennung und Wertschätzung? Auch ein Gespräch mit Ihrer_Ihrem Vorgesetzten hat nicht die gewünschte Veränderung gebracht?
- Sie sehen in Ihrem Unternehmen keine Möglichkeiten zur Work-Life-Balance?
- Sie sind bereit, sich für einen neuen Job weiterzubilden?
Sollten Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Jobangebote – vielleicht ist es Zeit für einen Jobwechsel.
Jobwechsel mit 50+: Was gilt es zu beachten?
Eine berufliche Veränderung mit 50+ ist heute deutlich üblicher als früher, und oft eine Chance, die eigene Erfahrung gezielt einzusetzen. Zwar sind umfangreiche Erfahrung und Fachwissen vorteilhaft für Arbeitnehmer_innen ab 50, gleichzeitig kann die Jobsuche etwas länger dauern und erfordert oft mehr Geduld – auch weil sich der Arbeitsmarkt und die Anforderungen in vielen Branchen laufend verändern. Für ältere Jobsuchende ist es besonders wichtig, sich der eigenen Stärken bewusst zu sein und diese im Bewerbungsprozess gezielt hervorzuheben.
Für Arbeitsuchende ab 50 bietet das AMS mit der Aktion 55+ gezielte Unterstützung – von der Qualifizierung bis zur geförderten Beschäftigung.
Jobwechsel: Chancen und Risiken
Jeder Jobwechsel birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Umso wichtiger ist es, nicht voreilig zu kündigen, sondern die eigene Situation vorab realistisch einzuschätzen.
Chancen eines Jobwechsels
- Gehaltssteigerung: Ein Jobwechsel gilt in Österreich häufig als effizientester Weg zu einer spürbaren Gehaltserhöhung – oft mehr, als eine Anpassung im bestehenden Job bringen würde.
- Neue Kompetenzen und Qualifikationen: Neue Aufgaben, Tools und Arbeitsweisen fördern Ihre fachliche Weiterentwicklung und machen Sie langfristig attraktiver am Arbeitsmarkt.
- Erweiterung des beruflichen Netzwerks: Neue Kolleg_innen, Vorgesetzte und Branchenkontakte erweitern Ihr Netzwerk und können für künftige Karriereschritte wertvoll sein.
- Mehr Verantwortung und Karriereentwicklung: Ein Wechsel ermöglicht oft die nächste Karrierestufe – etwa durch eine Führungsposition oder ein neues Fachgebiet.
- Bessere Work-Life-Balance: Ein neues Unternehmen kann flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bieten.
Risiken eines Jobwechsels
- Veränderte Bedingungen am Arbeitsmarkt: Bei einer schwachen Wirtschaftsentwicklung kann die Suche nach einer neuen Beschäftigung länger dauern, selbst wenn Erfahrung und Fachwissen vorhanden sind. Auch technologische Entwicklungen wie KI können dazu beitragen, dass in manchen Berufsfeldern weniger Stellen ausgeschrieben werden. Daher sollten die eigenen Arbeitsmarktchancen vor einer Kündigung sorgfältig geprüft werden.
- Ähnliche Probleme im neuen Job: Nicht jeder Wechsel löst die Ursache der Unzufriedenheit. Vorab lohnt sich ehrliche Selbstreflexion, ob das Problem wirklich am Arbeitsplatz liegt.
- Neue Einarbeitungsphase: Ein neuer Job bringt meist eine Probezeit ohne vollen Kündigungsschutz sowie neue Strukturen und ein neues Team, in das Sie sich erst einfinden müssen.
- Auswirkungen auf soziale Absicherung: Offene Urlaubs- und mögliche Abfertigungsansprüche beim bisherigen Job sollten rechtzeitig geprüft und geklärt werden.
So gelingt der Wechsel ohne unnötiges Risiko
Planen Sie den Wechsel gut und kündigen Sie nie überstürzt! Sichern Sie sich nach Möglichkeit zuerst den neuen Job, bevor Sie das bestehende Arbeitsverhältnis auflösen. So bleiben Sie finanziell abgesichert und minimieren Risiken.
Branchenwechsel und Quereinstieg
Sie denken darüber nach, nicht nur Ihren Job, sondern auch die Branche zu wechseln? Im Laufe eines Erwerbslebens die Branche zu wechseln, ist in Österreich nicht ungewöhnlich – ganz im Gegenteil. Von der Ausbildung bis zur Pension durchgehend in derselben Branche tätig zu sein, ist heute eher die Ausnahme als die Regel.
Ein Branchenwechsel bedeutet allerdings auch, sich auf ein völlig neues Arbeitsumfeld einzustellen: Vieles ist anders und muss erst erlernt werden, und Sie können nicht in vollem Umfang auf Ihr bisheriges branchenspezifisches Wissen zurückgreifen. Gerade beim Quereinstieg – also dem Wechsel in ein Berufsfeld ohne einschlägige Vorerfahrung – lohnt es sich daher, den Fokus auf Ihre übertragbaren Kompetenzen zu legen: Fähigkeiten wie Projektmanagement, Kommunikationsstärke, Organisationstalent oder IT-Kenntnisse sind oft branchenübergreifend gefragt und erleichtern den Einstieg erheblich.
Für einen erfolgreichen Branchenwechsel sollten Sie gut überlegen, was Sie zu der Entscheidung bewegt hat. Dadurch können Sie Ihre Beweggründe auch im Vorstellungsgespräch überzeugend argumentieren.
Jobwechsel: Beratung und Unterstützung vom AMS
Wenn Sie sich noch unsicher sind, welche Branche oder welcher Beruf zu Ihnen passt, bietet Ihnen das AMS kostenlose Hilfe und Beratung bei Ihrem Jobwechsel:
- In den BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS erhalten Sie persönliche Beratung sowie umfassende Informationen zu Berufen, Ausbildungswegen und den Anforderungen unterschiedlicher Branchen.
- Der Berufskompass hilft Ihnen dabei, anhand Ihrer Interessen und Stärken passende Berufsfelder zu entdecken.
- Im AMS-Berufsinformationssystem (BIS) finden Sie detaillierte Informationen zu rund 500 Berufsprofilen sowie eine Kompetenzsuche, mit der Sie herausfinden können, welche Ihrer Fähigkeiten auch in anderen Branchen gefragt sind.
Tipps für einen guten Jobwechsel
Die Entscheidung ist getroffen, Sie möchten Ihr aktuelles Arbeitsverhältnis beenden? Damit der Jobwechsel gut gelingt, haben wir einige Tipps für Sie:
- Stellenmarkt beobachten
Gibt es offene Stellenangebote, die Ihren Erwartungen entsprechen? Beobachten Sie den Stellenmarkt regelmäßig und über eine längere Zeit, um einen guten Überblick zu erhalten. Offen Stellen finden Sie schnell und einfach auf der AMS-Stellensuche alle jobs. - Bewerbungsunterlagen aktualisieren
Achten Sie darauf, Ihre Bewerbungsunterlagen auf den aktuellen Stand zu bringen. Eventuell muss auch ein neues Bewerbungsfoto organisiert werden. - Berufliche Zukunftswünsche besprechen
Holen Sie sich Unterstützung zur Konkretisierung Ihrer beruflichen Zukunftspläne. Oft hilft bereits der Austausch mit Freunden und Familie. Um diesen Schritt professionell zu begleiten, eignet sich die Inanspruchnahme von Coachings. Gemeinsam mit Ihrem Coach_Ihrer Coachin erarbeiten Sie Ihre beruflichen Ziele. - Nach der Bewerbung nachfassen
Haben Sie sich beworben, aber schon länger nichts vom Unternehmen gehört? Ein freundliches Nachfassen zeigt Interesse und Eigeninitiative. Wie Sie bei Ihrer Bewerbung richtig nachfragen, erfahren Sie in unserem separaten Beitrag. - Korrekt kündigen
Sie haben sich bereits entschieden, Ihren Job zu kündigen? Dann können Sie entweder selbst kündigen (beachten Sie bitte Kündigungstermine und -fristen) oder Sie einigen sich mit Ihrem Arbeitgeber_Ihrer Arbeitgeberin auf eine einvernehmliche Auflösung. - Kündigungsgespräch mit Ihrer Vorgesetzten_Ihrem Vorgesetzten führen
Neben der formellen Kündigung mittels des Kündigungsschreibens eignet sich ein Kündigungsgespräch, um zu schildern, weshalb Sie sich dazu entschieden haben, das Unternehmen zu verlassen. Dieses Gespräch bietet Ihnen zudem Gelegenheit, ein abschließendes Feedback einzuholen. - Kolleg_innen informieren
Bevor Ihre Kolleg_innen über Umwege von Ihrer Kündigung erfahren, überlegen Sie sich bereits vorab, wann und wie Sie die Ihnen wichtigsten Kolleg_innen über Ihre Kündigung informieren möchten. - Arbeitszeugnis einholen
Auch wenn Ihnen der neue Job bereits sicher sein sollte, ein Arbeitszeugnis zu verlangen, kann für spätere Bewerbungen hilfreich sein, denn es gilt als wichtiger Bestandteil Ihrer Bewerbungsunterlagen. - Übergabe Ihrer Agenden und Räumen des Arbeitsplatzes
Bevor Sie sich auf zum neuen Job machen, sollten Sie Ihre Nachfolge einschulen und ihr alle Agenden übergeben. Vergessen Sie nicht, auch Ihren Arbeitsplatz rechtzeitig zu leeren. Das gilt nicht nur für den Schreibtisch, sondern auch für den PC. Haben Sie alle wichtigen Unterlagen korrekt abgelegt, sodass Ihrer Nachfolge die Suche vereinfacht wird? - Vorbereitung auf den neuen Job
Vor Ihrem ersten Arbeitstag lohnt es sich, sich noch einmal mit dem neuen Unternehmen auseinanderzusetzen. Gibt es Neuerungen, die auf der Website oder den Social-Media-Kanälen des Unternehmens veröffentlicht wurden? Diese Informationen können beim Einstieg hilfreich sein.
Warum ein professioneller Abschied wichtig ist und worauf es am letzten Arbeitstag ankommt.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte man den Job wechseln?
Wie oft ein Jobwechsel sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend für einen Jobwechsel sind persönliche Ziele und die aktuelle Lebenssituation. Wenn sich Aufgaben, Entwicklung oder Arbeitsumfeld nicht mehr passend anfühlen, kann ein Jobwechsel sinnvoll sein. Wichtig ist, dass ein Wechsel gut überlegt ist und zu den eigenen beruflichen Zielen passt.
Was sind die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel in Österreich?
Häufige Gründe für einen Jobwechsel in Österreich sind fehlende Entwicklungsmöglichkeiten, ein unpassendes Arbeitsumfeld, geringe Bezahlung, Überlastung, ein Karrierewechsel oder der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Auch Unternehmensveränderungen oder neue Lebensphasen spielen häufig eine Rolle.
Soll ich kündigen, bevor ich einen neuen Job habe?
Grundsätzlich sollte erst gekündigt werden, wenn ein neuer Job verbindlich zugesagt wurde. Wer ohne Jobzusage kündigt, setzt sich vermeidbaren finanziellen Risiken und zusätzlichem Druck bei der Arbeitssuche aus. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei einer erheblichen gesundheitlichen Belastung oder unzumutbaren Arbeitsbedingungen, kann eine Kündigung ohne neue Jobzusage dennoch erforderlich sein.
Wie erkläre ich einen Jobwechsel im Vorstellungsgespräch?
Im Vorstellungsgespräch erklären Sie einen Jobwechsel am besten sachlich und zukunftsorientiert. Betonen Sie, dass Sie sich weiterentwickeln möchten, welche Erfahrungen Sie mitnehmen und warum die neue Stelle besser zu Ihren Zielen passt. Vermeiden Sie negative Aussagen über frühere Arbeitgeber_innen und fokussieren Sie eher auf den Mehrwert für das neue Unternehmen.
Diese Seite wurde aktualisiert am: 04. September 2026