Vorstellungsgespräch

Zunächst mal herzlichen Glückwunsch! Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist ein Teilerfolg: Sie haben mit Ihrer Bewerbung das Unternehmen neugierig gemacht. Nutzen Sie die Zeit bis zum Gespräch, um sich gut darauf vorzubereiten. Denn auch im Gespräch machen scheinbar kleine Dinge oft den Unterschied.

TIPP

Wenn Sie in einer finanziellen Notlage sind, erhalten Sie vielleicht eine Vorstellungsbeihilfe.

Was sind Ziele des Vorstellungsgespräches?

Ihre Ziele:

  • Den ersten positiven Eindruck bestätigen.
  • Informationen über Unternehmen, Stelle und Arbeitsbedingungen erhalten.
  • Ihre Vorstellungen vom Unternehmen und der Stelle prüfen.
  • Gehaltsvorstellungen abgleichen.
  • Feedback zur Bewerbung erhalten.
     

Ziele des Unternehmens:

  • Informationen und Eindrücke über Sie vertiefen und prüfen.
  • Die Stelle klar beschreiben, um Fehlbesetzungen zu vermeiden.
  • Herausfinden, ob Sie ins Team passen.
  • Gehaltsvorstellungen abgleichen.
     

Wie bereiten Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vor?

  • Arbeiten Sie nochmals Ihre Bewerbungsunterlagen sorgfältig durch. Warum? Anhand dieser Unterlagen hat das Unternehmen sich ein Bild von Ihnen gemacht und Sie eingeladen. Das Unternehmen will sich nun im Gespräch von Ihren Qualifikationen und Stärken überzeugen.
  • Informieren Sie sich genau über das Unternehmen – z. B. bei Freunden und Bekannten, auf der Website des Unternehmens, auf www.watchado.com oder auf Bewertungsplattformen wie www.kununu.com.
  • Überlegen Sie sich gute Antworten auf mögliche Fragen – so bleiben Sie im Gespräch gelassen und souverän. Und Sie verlieren Ihre Strategie nicht aus den Augen.
  • Spielen Sie das Gespräch mit einer Freundin oder einem Freund durch.
  • Erstellen Sie eine Liste mit Fragen, die Sie an das Unternehmen haben.
     
Tipp

In der  Praxismappe finden Sie typische Fragen mit den passenden und unpassenden Antworten darauf.

Was erwartet Sie beim Vorstellungsgespräch?

Im Bewerbungsgespräch geht es für beide Seiten darum,

  • sich selbst zu zeigen,
  • wechselseitig mehr Informationen und Eindrücke zu gewinnen und
  • wechselseitige Erwartungen abzugleichen.

Wichtig: Bleiben Sie authentisch. Nur so finden Sie heraus, ob Sie wirklich ins Unternehmen passen.

Wie läuft ein Vorstellungsgespräch normalerweise ab?

Begrüßung und Einleitung

Bedanken Sie sich für die Einladung.

Selbstvorstellung

  • Ihre Motive
  • Ihre Ausbildung
  • Ihre berufliche Entwicklung
  • Ihre aktuelle persönliche Situation.
     

Unternehmensvorstellung und Stellenbeschreibung

Sie erhalten Informationen zu Unternehmen und Arbeitsplatz.

Ihre Fragen ans Unternehmen

Sie stellen Fragen, die Sie vorbereitet haben

Abschluss und weiteres Vorgehen

      

Wie verhalten Sie sich bei Fragen zum Gehalt?

Manche Unternehmen wollen schon in Ihrer Bewerbung eine konkrete Zahl. In diesem Fall recherchieren Sie genau und geben Sie ein Brutto-Jahresgehalt an. Ist die Frage nach den Gehaltsvorstellungen allgemein gehalten, antworten Sie ebenfalls allgemein, z. B. „Gerne nenne ich Ihnen meine Gehaltsforderungen im persönlichen Gespräch.“ Wird nicht nach Gehaltsvorstellungen gefragt, erwähnen Sie diese nicht in Ihren Bewerbungsunterlagen.

Die Erfahrung zeigt: Das Thema wird selbst im Erstgespräch oft nur vage besprochen, erst im Folgegespräch konkret verhandelt – inkl. „fringe benefits“ wie Arbeitszeiten, Dienstwagen usw.

Entscheidend ist, dass Sie recherchieren und sich gut darauf vorbereiten:

  • Versetzen Sie sich in die Position des Unternehmens und überlegen Sie sich Gegenargumente.
  • Finden Sie überzeugende Argumente auf die typischen Fragen.
  • Recherchieren Sie branchenübliche Bruttoeinkommen.
  • Finden Sie heraus, wie viele Monatsgehälter gezahlt werden.
  • Erfragen Sie, welche „fringe benefits“ in Frage kommen.
     

Informationsquellen:

  • Familie, Bekannte, Freundinnen und Freunde
  • Statistiken im Internet und in Wirtschaftsmagazinen
  • Service-Unternehmen, die Ihren persönlichen Marktwert berechnen.
     

Wie verhalten Sie sich bei Stress-Interviews?

Vielleicht haben Sie davon gehört – oder Sie haben es selbst schon erlebt: Unangenehme oder unangemessene Fragen, unfreundliche Interviewerinnen und Interviewer. Provokante Fragen oder persönliche Untergriffe sind oft Teil der Strategie – und nicht persönlich gemeint: Man will Ihr Selbstvertrauen prüfen und herausfinden, wie Sie auf Druck reagieren.

Was also tun?

Weder eine aggressive Selbstverteidigung noch ein beleidigter Rückzug wird Sie Ihrem Ziel näher bringen. Bleiben Sie sachlich, auch wenn Ihr Gegenüber Sie provoziert und zeigen Sie - wenn notwendig - auch klar, dass Sie nicht gewillt sind, auf gewisse Fragen oder Aussagen näher einzugehen. Diese Art der Interviewführung wird allerdings stark verurteilt - überlegen Sie sich, ob Sie in einem Unternehmen, das solche Mittel verwendet, arbeiten möchten!

  • Bleiben Sie immer sachlich – auch wenn Sie provoziert werden.
  • Lassen Sie Ihr Gegenüber immer ausreden – auch bei Provokation.
  • Lassen Sie sich Zeit mit Ihren Antworten – überlegen Sie genau.
  • Bleiben Sie gelassen und körperlich entspannt. Wenn Sie merken, dass Sie etwas verspannt sind, kehren Sie wie der in Ihre Entspannungshaltung zurück.
  • Setzen Sie freundlich und bestimmt Grenzen, wenn Sie auf Fragen nicht antworten wollen oder auf Aussagen nicht näher eingehen wollen.

Wo erfahren Sie mehr über das Vorstellungsgespräch?

Bewerbung an einer Fachhochschule (FH):

Diese Seite wurde aktualisiert am: 11. März 2020