Gleichbehandlung bei der Personalsuche

Sie haben Fragen zur diskriminierungsfreien Personalsuche oder zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen? Dann sind Sie hier richtig.


  • Betriebliche Situation Neueinstellung

Was sagt das Gesetz?

Die rechtlichen Bestimmungen sind im Bundesgesetz über die Gleichbehandlung festgelegt (BGBl. I Nr.66/2004 in der geltenden Fassung).

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Stellenwerberinnen und Stellenwerber dürfen nicht benachteiligt werden aufgrund

  • ihres Geschlechts,
  • ihrer ethnischen Zugehörigkeit,
  • ihrer Religion oder Weltanschauung
  • ihres Alters oder
  • ihrer sexuellen Orientierung.

Das Gleichbehandlungsgebot gilt für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse aller Art. Es umfasst unter anderem:

  • die Stellenausschreibung,
  • die Begründung von Arbeitsverhältnissen – inkl. Bewerbung und Personalauswahl,
  • das Entgelt,
  • die betriebliche Aus- und Weiterbildung,
  • den beruflichen Aufstieg und
  • die Beendigung von Arbeitsverhältnissen.

Für wen gilt das Gleichbehandlungsgebot?

  • Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber,
  • für private Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler und
  • für das AMS.

Welche Konsequenzen drohen bei Nichtbeachtung?

  • Verwaltungsstrafe bis zu 360 Euro bei Verstößen gegen die geschlechtsneutrale und diskriminierungsfreie Stellenausschreibung.
  • Schadenersatzanspruch, wenn Bewerberinnen und Bewerber bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses benachteiligt werden.

Typische Beispiele:

  • Bei einer Bewerbung ist nicht die Qualifikation, sondern gesetzlich geschützte Merkmale  für die Anstellung ausschlaggebend.
  • Eine Bewerbung wird von vornherein aus diskriminierenden Gründen nicht behandelt oder abgelehnt.  

Was müssen Sie bei Stellenausschreibungen beachten?

So räumen Sie allen Arbeitskräften die gleichen Chancen ein: Richten Sie Ihre Stellenausschreibung an objektiven beruflichen Kriterien aus.

Formulieren Sie Anforderungen so, dass sich alle für die Stelle qualifizierten Arbeitskräfte angesprochen fühlen.  

Ihre Stellenausschreibung enthält keine Einschränkungen hinsichtlich Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion,Weltanschauung, sexuelle Orientierung, Ehe- oder Familienstand.

Ausnahme: Diese Merkmale sind als Auswahlkriterien zulässig, wenn sie eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung sind oder ein bestimmtes Geschlecht unverzichtbare Voraussetzung für die Arbeit ist.  

Vermeiden Sie Diskriminierung in Form verdeckter Hinweise – etwa die Umschreibung von Merkmalen.

Beispiele:

  • Das Muss-Kriterium „Berufseinsteiger/innen” ist ein Hinweis auf das gewünschte Alter.
  • Das Muss-Kriterium „EU/EWR-Staatsbürgerschaft“ ist ein Hinweis auf die erwünschte Herkunft der Bewerber/innen.
  • Das Muss-Kriterium „Perfekte Deutschkenntnisse“ ist ebenfalls ein Hinweis auf die erwünschte Herkunft der Bewerber/innen.

Ihre Stellenausschreibung enthält das für die Stelle geltende kollektivvertragliche oder das durch Gesetz oder andere Normen der kollektiven Rechtsgestaltung geltende Mindestentgelt – inklusive Ihrer Bereitschaft zur Überzahlung, wenn eine solche besteht.

Was müssen Sie bei der Personalauswahl beachten?

Gehen Sie nach objektiven Kriterien vor.

Beispiele:

  • Analysieren Sie den Arbeitsplatz.
  • Beschreiben Sie die Aufgaben konkret und bildhaft.
  • Definieren Sie die erforderlichen Qualifikationen.
  • Stellen Sie bei Vorstellungsgesprächen nur Fragen, die sich auf Arbeitsplatz, Qualifikationen und beruflichen Werdegang beziehen.

Wie profitieren Sie durch die Gleichbehandlung?

  • Der Pool an Arbeitsuchenden ist größer.
  • Sie erhalten mehr passende Bewerbungen.
  • Sie besetzen die Stelle mit der bestqualifizierten Bewerberin, dem bestqualifizierten Bewerber.

Was wir für Sie tun?

Gerne unterstützen Sie unsere Expertinnen und Experten bei der geschlechtsneutralen und diskriminierungsfreien Stellenausschreibung und Personalsuche.  

Wenden Sie sich an Ihre AMS Geschäftsstelle, wir informieren und beraten Sie gerne.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 09. September 2020