Salzburg erzielt zweitbeste Arbeitslosenquote bundesweit
Der kontinuierliche Abbau der Arbeitslosigkeit in Salzburg seit Anfang 2010 kam im Juli 2011 zum Erliegen. Allerdings liegt die Arbeitslosenquote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt auf Platz zwei. 2012 wird die Arbeitslosigkeit ansteigen.
„Das Jahr 2011 war ein weiteres Jahr der Bewältigung von Krisenfolgen am Salzburger Arbeitsmarkt. Besonders guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im 1. Halbjahr stand ein Konjunkturabschwung im 2. Halbjahr gegenüber, der aber bisher nicht das Bild eines Krisenszenarios zeigt“ kommentiert Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des AMS Salzburg. Als besonders erfreulich bewertet Steinlechner den weiteren Rückbau von Langzeitarbeitslosigkeit.
Im Jahresdurchschnitt 2011 wurden 11.242 Arbeitslose registriert, im Vorjahresvergleich ein Minus von 2,1 Prozent oder 238 Personen (Österreich: -1,6%). Gleichzeitig ist die unselbständige Beschäftigung um 1,6 Prozent (Österreich: +1,8%) auf 238.600 Dienstverhältnisse gestiegen. Daraus ergibt sich für Salzburg eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent (Österreich: 6,7%, jeweils nach nationaler Berechnungsmethode). Damit erzielte Salzburg im Jahresschnitt 2011 den zweitbesten Wert (nach Oberösterreich) im Ranking der Bundesländer.
Die Arbeitslosigkeit ging im Durchschnitt des Jahres 2011 in allen Wirtschaftsklassen zurück, außer im Bereich Wirtschaftsdienstleistungen, wo sich in der Sparte der Arbeitskräfteüberlasser mit einem Plus von 1,9 Prozent ein Ende des Aufschwungs ankündigte. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Warenherstellung mit minus 10,8 Prozent.
Die Erholung der Sachgüterproduktion bescherte dem Tennengau mit 5,9 Prozent den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit unter den Salzburger Bezirken, gefolgt vom Pongau (-3,7 %), vom Flachgau mit der Landeshauptstadt (-1,7 %) und vom Lungau (-1,3 %). Im Pinzgau stagnierte die Arbeitslosigkeit.
Die Zahl der Schulungsteilnahmen ging mit Ausschöpfung der Fördermittel zur Bekämpfung der Krisenfolgen des Jahres 2009 bis Jahresende kontinuierlich zurück, lag im Dezember bei minus 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresschnitt betrug der Rückgang 5,6 Prozent.
Für das Jahr 2012 ist nur ein geringes Beschäftigungswachstum zu erwarten, was bei gleichzeitiger Zunahme des Arbeitskräfteangebots einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um bis zu 6% nach sich ziehen wird. Somit rechnet man für das Bundesland Salzburg mit einer Arbeitslosenquote von etwa 4,7%, die somit weiterhin deutlich unter der erwarteten Quote für Österreich von 7% liegen wird.
Mild wie das Wetter präsentierte sich der Salzburger Arbeitsmarkt im Dezember. Die nur geringfügig steigende Arbeitslosigkeit sorgte in Verbindung mit der guten Beschäftigungslage für die niedrigste Arbeitslosenquote in Österreich.
Genau 11.639 Personen waren am letzten Tag des Jahres 2011 arbeitslos gemeldet. Das sind um 1,6 Prozent oder 180 Arbeitsuchende mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Wären nicht die Schulungsteilnahmen im hohen Ausmaß von fast 18 Prozent oder 490 Personen (auf 2.269) rückläufig gewesen, hätte es sogar ein Minus bei der Arbeitslosigkeit gegeben, merkt man beim Arbeitsmarktservice Salzburg an.
Damit hält Salzburg zu Beginn der Winter-Tourismussaison mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent wieder den österreichischen Bestwert.
Für den Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, Siegfried Steinlechner, „zeigen sich zum Jahresende weiterhin Signale eines Konjunkturabschwungs, aber keine Anzeichen einer markanten Verschlechterung“. Die Vermittlungstätigkeit laufe weiterhin auf hohem Niveau, sei allerdings durch eine zunehmende Zahl von Arbeitskräften mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen erschwert, so AMS-Chef Steinlechner. Innerhalb des letzten Jahres habe die Anzahl von Arbeitsuchenden mit Vermittlungseinschränkungen um fünfzig Prozent auf 1.700 Personen zugenommen, stellt Steinlechner fest.
Während bei Arbeitskräften bis 24 Jahre die Arbeitslosigkeit um 1,1 Prozent gesunken ist, bekamen Ältere ab 50 Jahre (+8%) und Langzeitarbeitslose (+13%) den raueren Wind am Arbeitsmarkt zu spüren. Bei Männer und Frauen zeigten sich keine Unterschiede beim Arbeitslosenzuwachs.
Bei der Branchenstatistik fällt vor allem das Bauwesen mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 8,6 Prozent positiv auf. Ebenso das Gesundheitswesen mit minus 8,7 Prozent. Auch die Sparte Verkehr verzeichnet einen Rückgang von 2,2 Prozent. Einen Zuwachs gibt es dagegen im Gastronomie- und Hotelgewerbe sowie in der Warenherstellung mit je 7,8 Prozent. Relativ moderat ist mit 5,6 Prozent der Anstieg bei der Arbeitskräfteüberlassung, deutlich höher jener im Sozialwesen mit plus 21,6 Prozent.
Die Bezirksstatistik weist rückläufige Arbeitslosenzahlen innergebirg auf: Den stärksten Rückgang gab es im Lungau (-8,4%), gefolgt vom Pongau (-5,7%) und dem Pinzgau (-0,7%). Anstiege verzeichneten der Flachgau mit der Stadt Salzburg (+4,7%) und der Tennengau (+2,4%).
Hohe Saisonarbeitslosigkeit, vorsichtiges Einstellverhalten im Fremdenverkehr und die Konjunkturschwäche prägen derzeit die Situation auf dem Salzburger Arbeitsmarkt.
Der November ist in Salzburg traditionell der Monat mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Am Höhepunkt der Saisonarbeitslosigkeit waren Ende November 14.168 Personen arbeitslos gemeldet. Das ist im Vorjahresvergleich ein Plus von 6,6 Prozent und ein Wert der über dem bundesweiten Zuwachs von 3,7 Prozent liegt. Relativiert werden diese hohen Zahlen durch den Umstand, dass fast sechstausend der Arbeitslosen aus der Tourismuswirtschaft kommen und mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen eine Einstellzusage in der Tasche hat.
Trotzdem sind bei Hotel- und Gastgewerbeberufen weniger offene Stellen beim AMS gemeldet als im Vorjahr und die Arbeitslosigkeit ist dort um vier Prozent gestiegen. Für Siegfried Steinlechner, den Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarkservice Salzburg, „ist der Schneemangel derzeit einer der Hauptverursacher der zunehmenden Arbeitslosigkeit, gemeinsam mit dem Konjunkturabschwung, der in einem überproportionalen Zuwachs der Arbeitslosenzahlen in der Warenproduktion seinen Niederschlag findet“. Im Vormonat habe überhaupt erstmals seit zwei Jahren die Arbeitslosigkeit in der Güterherstellung wieder zu steigen begonnen, so AMS-Chef Steinlechner, der als weiteren Grund für den Arbeitslosenzuwachs auch die in Salzburg am stärksten rückläufige Zahl von Schulungsteilnahmen im Ausmaß von minus 13,4 Prozent nennt.
Neben der Warenherstellung (+13,4%) ist auch im Handel (+11,9%) und in der Arbeitskräfteüberlassung (+14,7%) die Arbeitslosigkeit deutlich über dem Gesamtschnitt gewachsen. Moderater waren die Zuwächse im Bauwesen (+4,7%) und im Verkehr (+3,7%).
Uneinheitlich zeigt sich die Entwicklung in den Bezirken. Während es im Pongau sogar ein geringfügiges Minus von 0,8 Prozent und im Tennengau einen leichten Zuwachs von 3,8 Prozent gab, sind die Arbeitslosenzahlen im Pinzgau (+8,7%) sowie im Lungau und im Flachgau mit der Landeshauptstadt (jeweils +10%) deutlich gestiegen.
Frauen (+3,8%) waren vom Arbeitslosenzuwachs in geringerem Ausmaß betroffen als Männer (+10,1%), bei älteren Arbeitslosen ab 50 Jahren (+11%) war ein stärkerer Zuwachs als bei Arbeitslosen bis 24 Jahre (+5,2%) zu verzeichnen. Erstmals seit längerem ist auch Zahl jener, die über ein Jahr ohne Arbeit sind, wieder gestiegen (+4,6%).
Die Arbeitslosenquote ist um 0,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent (nach nationaler Berechnungsmethode) gestiegen. Das ist – nach Oberösterreich – der zweitbeste Wert in Österreich.