Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Salzburg über dem bundesweiten Schnitt gestiegen. Bei Jungen und Langzeitarbeitslosen blieben die Zuwächse gering.
Ende Mai waren im Bundesland Salzburg 12.717 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Das ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Plus von 10,2 Prozent oder 1.182 Personen. Bundesweit ist die Arbeitslosigkeit um 9,0 Prozent gestiegen.
Die Zahl der Schulungsteilnahmen ist in Salzburg um minus 1,7 Prozent auf 2.977 gesunken. In allen anderen Bundesländern gab es Zuwächse (+11,0% im Bundesschnitt). Unter Einrechnung der Schulungsteilnahmen (Nettoveränderung) fällt der Arbeitslosenanstieg in Salzburg mit einem Plus von 7,8 Prozent geringer aus als im österreichweiten Schnitt (+9,5%).
Bei der Arbeitslosenquote liegt Salzburg mit 5,0 Prozent hinter Oberösterreich auf dem zweiten Platz.
Der Arbeitslosenzuwachs bei Frauen war mit plus 5,0 Prozent (auf 6.221 Personen) deutlich geringer als bei Männern mit einem Plus von 15,8 Prozent (auf 6.496 Personen).
Während bei jüngeren Arbeitskräften bis 24 Jahre die Arbeitslosigkeit mit plus 2,5 Prozent nur geringfügig zugenommen hat, war die Altersgruppe ab 50 Jahre mit einem Plus von 15,5 Prozent überproportional betroffen.
Als erfreulich wertet man beim Arbeitsmarktservice Salzburg den Umstand, dass die Langzeitarbeitslosigkeit lediglich um 2,6 Prozent gestiegen ist. Somit befindet sich die Zahl der seit mehr als einem Jahr Arbeit Suchenden mit 234 Personen im gesamten Bundesland weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
Bei den Wirtschaftszweigen weist die Arbeitslosigkeit in der Warenherstellung mit plus 5,8 Prozent wie schon in den Vormonaten nur mehr gedämpfte Zuwächse auf. Bei den Personalverleihern gibt es mit minus 3,2 Prozent den zweiten Monat in Folge Arbeitslosenrückgänge.
Unterdurchschnittliche Zuwächse verzeichnete auch das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe mit einem Plus von 7,1 Prozent, wobei die Arbeitslosigkeit in der Hotellerie nur um 1,6 Prozent gestiegen ist, während die Gastronomie ein Plus von 17,4 Prozent zu registrieren hatte.
Deutlicher gestiegen sind die Arbeitslosenzahlen in der Sparte Verkehr mit plus 16,9 Prozent sowie im Handel mit einem Plus von 15,0 Prozent. Während sich die Zuwächse im Einzelhandel im Rahmen des Gesamtarbeitslosenanstiegs bewegen, verzeichnen der Großhandel (+23,7%) und der Kfz-Handel (+28,3%) eine ausgeprägte Zunahme.
Eine breite Streuung weist die Bezirksstatistik auf: Innergebirg blieben die Zuwächse im Pinzgau (+2,0%), im Lungau (+3,2%) und im Pongau (+5,1%) unter dem Landesschnitt. Über dem Schnitt stieg die Arbeitslosigkeit im Tennengau (+11,8%), im Flachgau (+15,3%) und in der Landeshauptstadt (+19,2%).
Die Zwischensaison im Tourismus sorgt im April für ein deutliches Plus an Arbeitslosen, dafür meldet sich das Bauwesen mit sinkender Arbeitslosigkeit aus der Winterpause zurück.
Das Ende der Winterfremdenverkehrssaison sorgt im Bundesland Salzburg für die übliche Frühjahrsspitze bei der Arbeitslosigkeit. Diesmal wurde der Zwischensaison-Effekt noch verstärkt: „Die Spitzenbeschäftigung im Wintertourismus beschert uns nun eine erhöhte Arbeitslosigkeit“, beschreibt Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, die aktuelle Arbeitsmarktlage. „Von 1.700 zusätzlichen Beschäftigten geht jetzt etwa die Hälfte in Saisonarbeitslosigkeit“, so Salzburgs AMS-Chef. Damit ist die Arbeitslosigkeit insgesamt um 12,1 Prozent oder 1.645 Personen auf den Spitzenwert von 15.192 Arbeitslosen gestiegen. Fast sechstausend oder vierzig Prozent davon entfallen allein auf das Hotel- und Gastgewerbe.
Liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit über dem bundesweiten Schnitt von plus 8,5 Prozent, so gibt es bei den Schulungsteilnahmen mit plus 4,2 Prozent auf 2.983 den niedrigsten Zuwachs.
Die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent. Damit liegt Salzburg jetzt im Bundesländervergleich auf dem zweiten Platz hinter Oberösterreich.
Bei den arbeitsmarktpolitisch sensiblen Personengruppen der Langzeitarbeitslosen (+11,0%), der Älteren ab 50 Jahre (+11,8%) und der Jungen bis 24 Jahre (+6,6%) konnte das AMS Zuwächse unter dem Durchschnitt der Gesamtarbeitslosigkeit registrieren.
Der Branchenvergleich zeigt neben dem absolut höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr (+824 Personen oder +16,2%), deutliche Zuwächse im Handel (+308 Personen oder +17,7%) sowie in der Sparte Verkehr (+249 Personen oder +28,2%), wo der starke Anstieg vom AMS nicht nur auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Effekte zurückgeführt wird, da auch die Seilbahnwirtschaft hier zugerechnet wird.
Deutlich gebremst zeigen sich die Zuwächse in der Warenherstellung mit einem Plus von 60 Personen oder 5,6 Prozent, sowie bei den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wo nur ein geringfügiges Plus von 25 Personen bzw. 1,6 Prozent zu verzeichnen war. Verantwortlich dafür war das Minus bei den hier erfassten Personalverleihern, wo es um 6,3 Prozent weniger Arbeitslose gab. Dagegen zählte der Bereich Gebäudebetreuung einen Zuwachs um 18,3 Prozent. Erfreulich positiv meldete sich aber das Bauwesen aus der Wintersaison mit um 2,7 Prozent gesunkenen Arbeitslosenzahlen zurück und liegt damit entgegen dem bundesweiten Trend, wo der Bau ein Plus von 14,4 Prozent verzeichnete.
Ebenfalls als erfreulich bezeichnet das AMS Salzburg die Lage bei den Lehrstellensuchenden, deren Zahl um 8,8 Prozent auf 206 Personen rückläufig war. Das gleichzeitig um 7,8 Prozent auf 732 gestiegene Angebot an offenen Lehrstellen bietet Jugendlichen bei der Lehrstellensuche sehr gute Aussichten.
Die Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit erstreckt sich quer über alle Bezirke, wobei der Lungau mit einem Plus von 0,8 Prozent (oder sechs Personen) nur minimal betroffen war. Den stärksten Anstieg verzeichnete der Tennengau (+16,3%), gefolgt vom Pongau (+14,4%), dem Flachgau mit der Landeshauptstadt (+11,9% - Bezirk Salzburg-Stadt: +13,7%, Bezirk Salzburg-Umgebung: +8,6%), sowie dem Pinzgau (+11,8%).
Salzburger Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2013 mit bundesweit niedrigster Arbeitslosenquote. AMS startet Kampagne zur Stellenakquisition.
Die im Vergleich zu anderen Bundesländern stärker vom Dienstleistungssektor geprägte Salzburger Wirtschaft hat auch im ersten Quartal 2013 dazu beigetragen, dass trotz schwacher Konjunktur die Arbeitslosigkeit weniger, die Beschäftigung dafür stärker gestiegen ist als im übrigen Österreich.
Seit Beginn der Wintersaison im Dezember hält Salzburg monatlich bundesweit die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote: im Schnitt des ersten Quartals 5,2 Prozent.
Die unselbständige Beschäftigung ist um ein Prozent - vier Zehntel Prozentpunkte über dem Österreichschnitt – gestiegen, allerdings in erster Linie durch ein ausgeweitetes Arbeitskräfteangebot bzw. durch Teilzeitstellen und reicht nicht aus, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu stoppen. Diese ist um 4,9 Prozent auf 13.616 Vorgemerkte angewachsen.
„Im bundes- und europaweiten Vergleich kann der Salzburger Arbeitsmarkt auf eine relativ günstige Entwicklung verweisen, auch wenn der Konjunkturverlauf für das AMS und die Arbeitsmarktpartner eine zunehmende Herausforderung darstellt“, so Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, zur aktuellen Situation. Im Fokus der Anstrengungen stehe besonders die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.
Das Arbeitsmarktservice, das in Salzburg an jeder zweiten Stellenbesetzung beteiligt ist, führt derzeit eine Schwerpunktkampagne, um seine Präsenz auf dem Arbeitsmarkt weiter zu stärken. Im April und Mai werden rund siebenhundert Betriebe besucht um über die Förderangebote des AMS zu informieren und Stellen für Arbeitsuchende zu akquirieren. Unter anderem möchte das AMS Salzburg bis Ende 2013 auch mehr als 14.000 Fachkräftestellen werben.
Die Salzburger Arbeitsmarktdaten im 1. Quartal 2013 im Detail.