Beschäftigung von Asylwerberinnen und Asylwerbern

Asylwerberinnen und Asylwerber, deren Asylantrag geprüft wird, erhalten eine so genannte „Verfahrenskarte“. In weiterer Folge erhalten sie eine „Aufenthaltsberechtigungskarte“, die ihren legalen Aufenthalt in Österreich dokumentiert. Ab diesem Zeitpunkt gelten sie als „Asylwerber und Asylwerberinnen mit laufendem Verfahren“.


  • Arbeitsgenehmigung für nicht-EWR Bürgerinnen und Bürger Beschäftigungsbewilligung

Wie können Asylwerberinnen und Asylwerber beschäftigt werden?

Asylwerberinnen und Asylwerber brauchen eine Beschäftigungsbewilligung, bevor sie die Arbeit aufnehmen – im Normalfall nur für Saisonarbeit in Gastgewerbe oder Landwirtschaft und nur für die Dauer von 6 Monaten.

Asylwerberinnen und Asylwerber, die einen Anspruch auf Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz erworben haben, können eine reguläre, 1-jährige Beschäftigungsbewilligung beantragen. Wenn wir Asylwerberinnen oder Asylwerber vermitteln, erhalten sie die Beschäftigungsbewilligung von uns – vorausgesetzt, sie sind nach wie vor aufenthaltsberechtigt.

Bitte beachten Sie: Asylwerberinnen und Asylwerber können weder bei uns vorgemerkt noch durch uns vermittelt werden.

Was müssen Sie über Werkverträge mit Asylwerberinnen und Asylwerbern wissen?

Bei Werkverträgen kommt es nicht auf die Bezeichnung es Vertrages an, sondern auf den Inhalt: Ein Werkvertrag unterliegt der Bewilligungspflicht, wenn er

  • nur einfache Tätigkeiten zum Inhalt hat, die in ihrer Gesamtheit kein selbständiges „Werk“ darstellen oder
  • wegen der persönlichen und wirtschaftlichen Abhängigkeit von nur einem Auftraggeber als arbeitnehmer-ähnliches Verhältnis eingestuft wird.  

Was gilt für Arbeiten im Rahmen des Grundversorgungsgesetzes?

Asylwerberinnen und Asylwerber, deren Verfahren zugelassen wurde, können zu folgenden Arbeiten herangezogen werden – vorausgesetzt, sie sind damit einverstanden (GVG-B 2005):

  • Hilfsarbeiten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit ihrer Unterbringung stehen, z. B. Reinigung, Küchenbetrieb, Transporte, Instandhaltung.
  • Gemeinnützige Hilfsarbeiten für Bund, Länder und Gemeinden, z. B. Landschaftspflege und -gestaltung, Betreuung von Park- und Sportanlagen, Administration.

Bitte beachten Sie dabei:

  • Für solche Hilfstätigkeiten erhält die Asylwerberin, der Asylwerber einen Anerkennungsbeitrag, der nicht einkommenssteuerpflichtig ist.
  • Durch diese Tätigkeiten wird kein Dienstverhältnis begründet.
  • Es ist keine Arbeitsbewilligung notwendig.

Was gilt für Dienstleistungen mit Dienstleistungsscheck?

Asylwerberinnen und Asylwerber, die seit mindestens 3 Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind, dürfen in Privathaushalten haushaltstypische Dienstleistungen erbringen. Dafür brauchen sie keine Beschäftigungsbewilligung.

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.dienstleistungsscheck-online.at.

Was gilt für Ehegattinnen, Ehegatten und Kinder von Österreicherinnen und Österreichern?

Ehegattinnen, Ehegatten und Kinder (bis 18 Jahre) von Österreicherinnen und Österreichern haben seit 2006 keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt.

Allerdings: Eine Arbeit gilt als legal, wenn sie schon vor dem 1.1.2006 aufgenommen wurde.

Was gilt für subsidiär Schutzberechtigte?

Subsidiär Schutzberechtigte benötigen keine Beschäftigungsbewilligung (§ 1 Abs. 2 lit. a AuslBG). Auf Antrag stellen wir eine entsprechende Bestätigung aus.

Was gilt für Asylberechtigte und anerkannte Konventionsflüchtlinge?

Asylberechtigte und anerkannte Konventionsflüchtlinge  sind auf dem Arbeitsmarkt Österreicherinnen und Österreichern gleichgestellt. Sie brauchen also keine Beschäftigungsbewilligung (§ 1 Abs. 2 lit. a AuslBG).

Diese Seite wurde aktualisiert am: 11. März 2020